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Kim: Roman [Taschenbuch]

Rudyard Kipling , Hans Reisiger
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

1. Januar 1999
»... ein Abenteuerbuch, in dem man Indien riechen kann«. T. S. Eliot

Der verwaiste Kim wächst in Indien in den Slums von Lahore auf. Gerne streunt er durch die belebte Stadt und wird von den Indern »kleiner Freund aller Welt« genannt. Eines Tages begegnet er einem buddhistischen Lehrmeister und schließt sich dem Lama auf dessen Pilgerreise an. Doch dann gerät Kim in das weitverzweigte britische Spionagenetz.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Januar 1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423126027
  • ISBN-13: 978-3423126021
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,1 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 386.318 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Kiplings reifstes Prosawerk ist "ein Abenteuerbuch, indem man Indien riechen kann". (T. S. Eliot)

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Kim
OA 1901 DE 1908 Form Abenteuerroman
In seinem größten Roman wollte Rudyard Kipling nach eigenem Bekunden die Grauenhaftigkeit des Lebens und der Eingeborenen Indiens behandeln, wie es außerhalb offizieller Berichte tatsächlich gelebt wurde.
Entstehung: Bereits 1885 entstand ein später verlorenes Manuskript Mother Maturin, aus dessen Nebenhandlungen Kim und die Geschichten der Dschungelbücher hervorgingen.
Inhalt: Der verwaiste Halbinder Kim wächst als Straßenjunge in Lahore auf. Als Diener eines weltfremden Lamas bereist er das Land, bis ihn das Regiment seines verstorbenen weißen Vaters auf eine englische Schule schickt. Dort soll er außerdem Fertigkeiten als Landvermesser erwerben, um so dem englischen Geheimdienst zu dienen. In den Ferien zieht Kim weiter mit dem Lama durch das Indien der Kolonialzeit.
Die Freundschaft zwischen Kim und seinem weltentrückten Lama wird bei aller Verschiedenartigkeit von Respekt und Verständnis geprägt. Aus dieser Grundstimmung heraus erlebt der Leser auch die unterschiedlichen Kasten, unermesslichen Reichtum und bittere Armut, Religionen, Sitten sowie Gebräuche. Das Land wird nicht aus der Sicht weißer Kolonialherren beschrieben, vielmehr schildert Kipling ein Indien der Inder als äußerst farbenprächtiges Panorama des Subkontinents. Der Lama findet schließlich sein Ziel, einen heiligen Fluss, und auch Kim muss sich entscheiden zwischen dem indischen Weg, dem geduldigen Umherziehen, oder dem weißen, aktiv geplanten.
Wirkung: Kim ist ein zeitloser Klassiker der englischen Indienliteratur, der von der Erzählkraft des Autors lebt. Kipling verwendet wie auch schon in anderen Texten Dialekte und Soziolekte erstmals zur Charakterisierung und nicht als Karikatur einer Person. Ablehnung erfuhr der Roman nur dort, wo das Sujet als nicht literaturwürdig eingestuft wurde. C. Ha.

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Kundenrezensionen

4.3 von 5 Sternen
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
26 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kleiner Freund aller Welt 25. August 1999
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
"Kim" ist die faszinierende Geschichte des Waisenjungen Kimball O'Hara, der im kolonialen Indien als Straßenjunge im Bazaar von Lahore aufwächst. Eines Tages begegnet ihm dort ein alter tibetanischer Lama, der auf der Suche nach einer Vision in Form eines heiligen Flusses quer durch Indien wandert. Der Junge, der auch auf der Suche nach der Erfüllung einer Prophezeiung bezüglich seiner Herkunft ist, schließt sich dem Lama an.

Kim verkörpert eine Vielzahl von Welten. Er entdeckt das Geheimnis seiner britischen Herkunft und wird von den Briten auf eine ihrer Internatsschulen geschickt, wo er zum 'Sahib' erzogen werden soll. Doch trotz britischer Schulerziehung schlägt Kims Herz indisch. Die tibetanischen Lehren des Lamas, der ihn als seinen Schüler angenommen hat, fallen bei Kim auf fruchtbaren Boden - ebenso wie die Ausbildung durch den britischen Geheimdienst, der auf Kim aufmerksam geworden ist.

"Kim" ist ein wundervoller Roman, der einfach jeden Lesertyp anspricht. Es ist eine bunte, humorvolle Reiseerzählung, ein mitreißender Abenteuerroman über einen schlitzohrigen Straßenjungen, ein philosophisches Werk und gleichzeitig eine spannende Spionagegeschicht. Über all dem liegt der magisch-mystische Hauch des echten Indiens. Ich habe das Buch sicherlich schon vier- oder fünfmal gelesen und jedes Mal entdecke ich wieder etwas Neues. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kim - Ein junge mit zwei Gesichtern 1. Juni 2009
Von Sphinx
Format:Taschenbuch
Kimball O'Hara lebt als verwaister Strassenjunge in Lahore. Dort macht er zufällig die Bekanntschaft eines Lamas, der auf der Suche nach dem Fluss des Pfeils des Buddhas ist. Dieser Fluss hat die Eigenschaft, "jede Spur und jeden Flecken von Sünde abzuwaschen von dem, der in ihm badet." Durch den Fluss erhofft sich der Lama die "Befreiung vom Rad der Dinge."
Kim ist fasziniert von dem alten Mann und schließt sich ihm als sein "Chela" an. Er sorgt für ihn und verbindet die Suche des Lamas mit seiner eigenen. Denn ihm wurde einst prophezeit, dass ein roter Stier auf einem grünen Felde zu ihm kommen wird und dadurch sein Schicksal ins Gute gewendet werden würde.

Nach ein paar Tagen gemeinsamer Abenteuer mit dem Lama, in der eine tiefe Freundschaft entsteht, kommt der Stier tatsächlich zu ihm: Es ist die Flagge - und gleichzeitig das Wappen - des irischen Regiments der Mavericks, dem sein verstorbener Vater einst angehört hatte.

Die Briten erkennen ihn anhand eines Amulettes, der einzigen Hinterlassenschaft seines Vaters, und nehmen ihn ins Regiment um aus Kim einen "braven Mann" zu machen. Der Lama unterstützt ihn dabei sogar und stellt Kim die finanziellen Mittel bereit, damit er eine bessere Ausbildung in St. Xavier geniessen kann. Im britischen Regiment lernt er eine andere Bezugsperson kennen, Colonel Creighton, der als väterlicher Gegenpart zum Lama angesehen werden kann. Dieser erkennt das große Potential, das in Kim schlummert, und beschließt ihn für "das große Spiel" vorzubereiten. Somit wird Kim spielerisch in die Spionage verwickelt, die den Briten die weitere Vorherrschaft über Indien sichern soll.

Aber trotz all dieser britischen Einflüsse und auch seiner neuen Bildung vergisst Kim den Lama nicht und geht nach seiner Ausbildungszeit mit ihm weiterhin auf die Suche nach seinem Fluss. Er nutzt den Lama nun aber auch als Deckmantel für seine Spionageaktivitäten, in die er durch weitere Bezugspersonen wie den Pferdehändler Mahbub Ali und den wandelbaren Babu verwickelt wird.

Die Forschung streitet sich darum, wie dieser Roman Kiplings zu werten sei. Kipling, der mit dem Gedicht "The White Man's Burden" eigentlich seine Einstellung zum Kolonialismus klar gemacht hat (denn die Zivilisierung der unterentwickelten Völker wird darin zu einer Last und Pflicht des Weißen Mannes gemacht) zeigt hier eine Unentschiedenheit zwischen seiner emotionalen Bindung an Indien und seiner ideologischen Verpflichtung gegenüber dem Empire. Er selbst ist in Indien bis zu seinem sechsten Lebensjahr aufgewachsen und dieses spezielle Verständnis eines Kindes, das zwischen zwei Welten steht, ist im Roman deutlich spürbar. Kim muss sich zwischen der Disziplin und Pflichterfüllung des britischen Empires und der Freiheit und dem Frohsinn Indiens entscheiden, was er aber nicht tut. Kim baut seine Identität aus den neu erworbenen geistigen Fähigkeiten der Briten in Kombination mit der Stärke seiner angeborenen natürlichen und von Indien geprägte Mentalität auf. Er wird nie ein überheblicher Sahib sein, da sein Verständnis für die Inder dafür viel zu groß ist. Letztendlich liegt ihm die indische Lebensart mehr als die der Briten. Der bezeichnendste Satz dafür ist: "An die Gleichgültigkeit in Gesellschaft Eingeborener war er gewöhnt, aber diese völlige Verlassenheit unter weißen Menschen war ihm unheimlich."

Die breite Darstellung indischen Lebens, die in Kim gezeigt wird, muss erstmal ihresgleichen finden. Es ist das Werk das die fundamentale Einheit Indiens in seiner Vielfalt begreift. Auch wenn keine kritische Einschätzung der britischen Präsenz in Indien in diesem Buch vorgenommen wird, zeigt es ein facettenreiches Land, das vorurteilsfrei geschildert wird.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Junge kommt rum! 13. Juli 2004
Format:Taschenbuch
Der Leser begleitet den lebenstüchtigen Sproß britischer Kolonialisten auf seinen Touren durch die Straßen von Lahore und später mit dem von ihm "adoptierten" tibetischen Lama durch ganz Nordindien - ein jeder von ihnen auf der Suche nach seinem Lebensinhalt: Für Kim ist es die Freiheit und das Abenteuer, für den Lama die Spuren Buddhas.
Dies ist nicht nur ein Jugendbuch sondern vermittelt in pfiffigem, gut geschriebenen Stil viel über die Geschichte und Lebensumstände im kolonialen Indien mit viel exotischem Flair und einem zarten Gespür für Beziehungen - man möchte den beiden zumindst mit dem Finger auf der Landkarte folgen (die leider fehlt), am liebsten aber gleich selber losreisen.
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