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Produktinformation
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Ein Buch, das man leicht und flott durchliest; da passiert über lange Strecken gar nichts sonderlich Aufregendes, auf einen Krimi Deutendes. Dafür stimmungsvolle Sommertage am idyllischen See, ein altes Haus mit Namen Genezareth. Ferienidylle eben. Probleme, pubertäre Wünsche und Fantasien von 14-Jährigen. Kindheitsgeschichten eben. Alles so normal, so vorstellbar, so alltäglich. Und dann kommt sie: Ewa, Kim Novak wie aus dem Gesicht geschnitten. Alle macht sie verrückt, das hormonelle Leben in der kleinen Gemeinschaft gerät in den Schleudergang. Eifersucht und Imponiergehabe, Rivalitätsgefühle und Hengstmanieren bringen die ruhige Sommeridylle gehörig auf Trab. Auch das normal, vorstellbar, alltäglich. Und dann, schon geahnt und angedeutet, aber doch erst weit in der zweiten Buchhälfte: ein Mord, brutal, ohne jede Spur. Wie ein Paukenschlag.
Es wäre kein Håkan-Nesser-Buch, wenn da nicht doch noch der Hammer käme -- spät, aber genial, eingebettet in eine tiefe psychologische Kenntnis der Situation, die man sich bis dahin äußerst lesewillig und -süchtig erworben hat. "Mich interessiert der ... Hintergrund der Verbrechen. Die Motive", sagt Nesser, der erklären möchte, "warum die Dinge passieren". Mord, Ermittlung, Täter, Strafe? Nein, dieser Schablone folgt Nesser, der so poetisch, eigenwillig und individuell schreibt, natürlich nicht. Erst nach langen 25 Jahren wird der Icherzähler Erik noch einmal mit dem Mord konfrontiert. --Barbara Wegmann -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Der größte Teil der Geschichte ist durch die Augen des 14-jährigen Erik geschildert; dieser erzählt was sich alles in den Sommerferien in dem das SCHRECKLICHE passierte abspielte. Die Lebensbedingungen für den Jungen sind nicht so einfach wie er sich das selbst wünschen würde (seine Mutter liegt schwer krebskrank im Spital). Das SCHRECKLICHE so nennt er den Mord an einem gewalttätigen Handballspieler, der dem Verhältnis zwischen seiner Verlobten und Eriks Bruder auf die Schliche gekommen ist. Die Art und Weise wie Nesser die Geschichte erzählt ist sensationell. Unvorstellbar gut gelingt es ihm den Standpunkt eines pubertierenden Jugendlichen einzunehmen und die Geschichte wirklich lebhaft zu gestalten. Die Bilder die Nesser zeichnet sind so exakt, dass man den Eindruck hat, man stünde direkt in der Szenerie. Sprachlich passt er sich zwar der Figur an, dennoch bleibt sein sprachlicher Genius immer spürbar. Stilistisch bleibt Nesser auf recht simplen Pfaden, dies ist aber der Geschichte absolut angemessen und wirkt niemals öde. Trotz des kurzen Erzählzeitraumes ist eine ausgezeichnete Entwicklung der Figuren vorhanden. Das Buch erfüllt alle Kriterien hervorragender Literatur. Die Auflösung des Rätsels ist sowohl stilistisch als auch inhaltlich ausgezeichnet gelöst.
Das Buch kann ich also nur in höchsten Tönen loben und daher gibt es von mir auch eine eindeutige Empfehlung dieses Buch zu lesen. Das Buch ist wie gesagt weniger ein Kriminalroman als viel mehr eine perfekte Studie eines 14-jährigen in den schwersten Jahren seines Lebens. Selten bin ich der Meinung, dass ein Buch sich mehr als 5 Sterne verdient, aber dieses Mal vergebe ich die absolute Höchstnote 6 von 5 Sternen.
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