Unglaublich, wie frech und unbekümmert Amanda Jenssen auf ihrem ersten Album auftrumpft, und sie strotzt nur so vor Selbstbewusstsein. Das darf die junge Dame auch, denn sie hat wirklich was auf dem Kasten, die meisten der 11 Songs hat sie selbst geschrieben und es sind somit Original Jenssen-Hits. Musikalisch erinnern mich einige der Titel ein wenig an Avril Lavigne, die hier viel zietierte Miss Winehouse kann ich eher nicht hören, allenfalls stimmlich ähneln sich Amanda und sie ein wenig. Doch zurück zu Amanda, deren Musik frisch, frech und einfach nur schön ist, und die wirklich ausgezeichnete Songwriter-Qualitäten besitzt. Da ist auch schnell verziehen, dass die Musik in der Mitte des Albums ein wenig an Spritzigkeit verliert und sich etwas zäh zieht. Man sollte dann auch immer bedenken, dass dies ihr erstes Werk ist, und davor muss man echt den Hut ziehen.
For the sun - Locker, leicht und unbeschwert ist der Einstieg in's Album. "For the sun" ist ein regelrechter Ohrwurm, der durch seine eingängige Melodie besticht, coole Drums und Streicherklänge begleiten Amandas geilen Gesang.
Amarula tree - Das unbestrittene Highlight der CD, einmal gehört geht der Song nie mehr aus dem Kopf. Der flotte Sound aus coolen Bläser-, Klavier- und Gitarrenklängen überzeugt auf ganzer Linie, dazu gibt's einen geilen Drum- und Schlagzeugbeat. Amanda singt mit einer Lässigkeit als hätte sie den Titel mal eben aus dem Ärmel geschüttelt.
Greetings from space - Dies ist eine klassische Ballade, die irgendwie sofort vertraut klingt, aber Original aus Amandas Feder stammt. Plötzlich klingt Miss Jenssen ganz anders: ruhig, verträumt und im Refrain recht gefühl- und kraftvoll. Manchmal wandert der Titel am Rande des Schmalztopfes und ein Abgleiten hinein wird eigentlich nur durch die geile Stimme der Sängerin verhindert.
Do you love me - Was etwas unspektakulär beginnt steigert sich zum Refrain hin gewaltig. Und plötzlich ist Amanda Jenssen wieder voll da, kraftvoll und klar. Der Sound wirkt etwas verspielt, gar klimprig aber doch schön.
So far away - Netter kleiner Titel, der allerdings nicht sonderlich auffällt und leider in die Rubrik passt: nett aber schnell wieder vergessen.
Don't worry - Hier ist der Sound besonders schön. Anfangs minimal aber effektiv gehalten, kommen nach und nach coole Drum, Gitarren-, Klavier- und Bläserelemente dazu. Hier klingen Melodie und Gesang auch wieder richtig frech und genial, toll.
Darling, go home - Ein ähnlicher Dahinschleicher wie "So far away". Doch auch hier reisst's die Stimme von Amanda raus, der man halt einfach gern zuhört, auch wenn der Titel mal nicht so super ist.
Numb - Eine verträumte und ruhige Soundkulisse mit hohen aber schönen Klavierelementen bestimmt diese zauberhafte Ballade. Amanda Jenssen scheint stimmlich völlig in sich zu ruhen und haucht die Melodie fast dahin. Mal anders aber schön.
Come on - Cooler und gut tanzbarer Song, der im Refrain richtig geil abgeht. Besonders gelungen sind die schönen Trompetenklänge, die sich irgendwo durch den ganzen Titel ziehen. Stillsitzen geht hier praktisch nicht, mitschwingen, mittanzen und mitsingen ist angesagt. Geil.
Rising up - Schöner, melodischer Mittempotitel, der durch eine eingängige Melodie besticht. Besonders der Refrain ist auch so ein Ohrwurm der nicht mehr aus dem Kopf will. Schön.
Our last goodbye - Am Ende steht noch eine Demonstration der Gesangsstärke von Amanda, nur mit Akustikgitarre begleitet singt sie einfach wunderschön.
Eigentlich darf man so ein starkes Debut fast gar nicht erwarten, und so hört man über die leichten Schwächen in der Mitte des Albums gern hinweg. Ein großer Vorteil scheint hier auch, dass viele der Songs kurz und knackig sind (so um 3 Minuten), auf ein endloses Todlaufen des Refrains wird völlig verzichtet und das gibt dem Album Pepp und Spritzigkeit. Und am Ende bleibt ein grandioser Gesamteindruck von einer Frau die bereits mit Anfang 20 solch großartige Musik selbst schreibt, und so einige ihrer Sängerkolleginnen mühelos in den Schatten stellt.
Das Artwork der CD ist auch gut gelungen, es gibt einige schöne Fotos der Sängerin zu sehen, weiterhin sind alle Songtexte im Booklet enthalten. Also bleibt nur eine Empfehlung: kaufen, anhören und genießen. Und vor Allem diese CD weiterempfehlen, denn das bisherige Randdasein hat sie echt nicht verdient.