2001 erscheint das Saxon-Album "Killig ground" und führt die bereits mit den Vorgängern "Unleash the Beast" und "Metalhead" begonnene Brachialität konsequent weiter. Bereits der von einem militaristischen Intro eingeleitete Titelsong haut mächtig rein, ein stampfendes, gefährliches Riff, ein Mittelalter-Schlachtfeld-Text und der Auftakt ist gesichert. Auch mit dem Cover "Court of the Crimson King" machen die Briten ihrem Ruf als "Metal-Ritter" alle Ehre. Eine insgesamt vielleicht etwas zu lange Halb-Ballade, die tolles Mittelalter-flair verbreitet.
Das von vielen unterbewerte "Coming home" glänzt mit einem coolen Rock-Riff, perfekt zum Autofahren geeignet. Geschmeidiger Rocker mit Mitsing-Refrain. Nichts anspruchsvolles, aber ein Ohrwurm.
"Hell freezes over" kommt in ähnlichem Gewand daher, überzeugt auch durch ein direktes, eingängiges Riff und einen guten Refrain.
Mit "Dragons lair" werden die Midtempo-Gefilde verlassen und mit einem brettharten Metal-Riff wieder etwas härter zugepackt. Der melodiöse, gut gesungene Refrain macht diesen Titel zu einem der besseren des Albums.
"You don't know what you've got" hat eigentlich ein gutes Riff, aber irgendwie scheint es, als seien den Mannen um Urgestein Biff Byford beim Refrain die Ideen etwas ausgegangen. Trotzdem ein recht solider Song.
"Deeds of Glory" gefällt mir persönlich jetzt nicht so. Zwar ein vorpreschendes, hartes Riff, Ohrwurm-Refrain, aber irgendwie auch nichts besonderes. Die Bridge jedoch ist überragend!
"Running for the Border" ist wie fast alles auf der LP: Eingängig, aber nichts besonderes.
Lediglich die Power-Ballade "Shadows on the Wall", mit einem verzerrten Stimm-Effekt auf Biff's Gesang, weiß aus dem Einheitsbrei durch seine unkonventionelle Art herauszustechen. Sehr melancholischer Touch und ein Ohrwurm-Refrain.
Der abschließende Track "Rock is our life" ist zwar ein positives Statement, aber für das Album völlig nutzlos und belanglos. Der schlechteste Song, der den recht durchschnittlichen Gesamteindruck noch zusätzlich verstärkt. Ich persönlich fand die beiden exzellenten Vorgänger und den alles überragenden Nachfolger "Lionheart" um Längen besser. Trotzdem ist "Killing ground" ein grundsolides Rock-Album, das gehöriges Mittelalter-feeling verbreitet und an einigen Stellen durchaus zu überzeugen weiß.