Ungeduldig habe ich heute morgen auf den Postboten gewarten um endlich das lang angekündigte "Killeralbum" in meine Anlage zu schmeißen. Im Vorfeld hat man schon einiges über das neue J.B.O.-Album gehört, sowohl Negatives als auch Positives. Die CD läuft nun zum dritten mal bei mir und so langsam kann man sich ein Urteil erlauben. Keine Frage: Richtig schlecht ist das Album nicht, es gibt meiner Meinung nach keine durchgehend schlechte J.B.O.-Platte. Allerdings gehört es auch nicht zu den absoluten Meisterwerken der Erlanger Blödelbarden. Sicher sind mit "Dr. Met", "Killer", "Jenseits" und "Rock'n'Roll Märtyrer" richtige Kracher auf der Scheibe die sich unbedingt lohnen gehört zu werden...allerdings ist der Rest eher eine Anhäufung von mittelmäßigen bis wirklich unhörbaren Songs. Die absoluten Ohrkrepierer der Platte sind für mich Ralphs "Ich bin dein", welches wirklich schon nach kurzer Zeit extrem nervt und den Finger quasi automatisch zur Skip-Taste leitet, und das Heimatlied, bei dem es einem vorkommt also ob unbedingt noch ein Song auf die Platte musste, den Herren Verteidigern aber nichts wirklich Gutes mehr einfallen wollte. Andere Songs wie "Kalaschnikow" sind zwar sowohl von der Idee her sehr witzig und textlich brillant, gehen allerdings aufgrund ihrer komplexen bis abgehakten Songstruktur nur schwer ins Ohr. Die typischen Zwischenblödeleien, ohne die ein J.B.O.-Album fast nicht mehr vorstellbar sind, waren auch schonmal lustiger, es wirkt teilweise leider "erzwungen" lustig (mit Ausnahme von "Armageddon", hier musste ich wirklich herzhaft lachen).
Für gestandene Fans ist die Platte natürlich trotzdem ein Muss, J.B.O.-Neueinsteiger sollten ausgiebig im Plattenladen reinhören und gründlich über den Kauf nachdenken.
Alles in allem ist das Album meiner Meinung nach okay, es ist sogar ein leichter Lichtblick nach Alben wie "I dont like Metal" (welches für mich wirklich eines der schlechtesten J.B.O.-Alben war). Positiv am "Killeralbum" ist natürlich noch die Gestaltung des Covers, eines der gelungensten in der Bandgeschichte J.B.O.s.
Abschlussfazit: Das "Killeralbum" ist zwar keine absolute Enttäuschung, aber eben auch kein Overkiller...eher ein Killerchen!