Der Erfolg von Ice Cube's Debüt "AmeriKKKa's Most Wanted" überraschte diesen und sein Label ein bisschen und brachte sie dazu, ihn so gut es ging auszuschlachten. Noch im selben Jahr, also 1990, warf man diese EP mit dem Titel "Kill At Will" auf den Markt, die noch ein paar Reste des vorangegangenen Werkes enthält und die Wartezeit auf "Death Certificate" verkürzen sollte. Etwas komisch ist dabei das Backcover. Hier sind nur 5 der 7 Titel aufgelistet, nebenbei wird "Get Off My Dick And Tell Yo Bitch To Come Here" fälschlicher Weise als "Who's The Mack?" bezeichnet. Produziert wurde die Platte, wie sollte es auch anders sein, von Ice Cube, Sir Jinx und Chilly Chill.
Den Anfang von "Kill At Will" macht der Remix zu "Endangered Species (Tales From The Darkside)". Sein Instrumental klingt irgendwie nach der Titelmelodie einer Krimi-Serie aus den 70ern, ist funky, was den James Brown-Samples zu verdanken ist, und kommt ohne eine gewisse Hektik nicht aus. Ice Cube spittet dazu wie am Fliesband, Unterstützung gibt es dazu von Public Enemy-Stimme Chuck D, aber auch Flavor Flav hört man kurz. "Jackin' For Beats" wirkt eher wie ein Experiment. Es hat keinen roten Faden, sondern lebt nur von den vielen verschiedenen Samples, ganze 20 an der Zahl, die einfach wild aneinander gehängt wurden, was sich furchtbar anhört, Ice Cube geht dabei auch völlig unter.
Deutlich besser gelang da der "Get Off My Dick And Tell Yo Bitch To Come Here" Remix. Seine Produktion kann man jetzt zwar beim besten Willen auch nicht als ein Highlight der Musikgeschichte betrachten, doch seine schlichte, melodische und chillige Art findet doch recht schnell den Weg ins Gehör und transportiert dabei gut die souveränen Rhymes des Eiswürfels. "The Product" erinnert mich etwas an die alte N.W.A-Zeit, was dem schnellen und doch sehr altertümlichen Sound zu verdanken ist. Gerade hier kommt Cube's Flow gut zum Vorschein und beeindruckt von allen Liedern am Meisten. Die recht erfolgreiche Single "Dead Homiez" findet man ebenfalls hier. Es dreht sich wie so oft um den Struggle in L.A. und ist dank den Lyrics und des Blues-Intrumentals ein kleines Highlight, bevor die Platte mit zwei uninteressanten Interludes endet.
Bis auf die Texte hat "Kill At Will" nicht all zu viel zu bieten. Die Produktion ist eher bescheiden und unspektakulär, kein Vergleich zu den folgenden Werken des Eiswürfels. Daher kann man die Platte eigentlich auch nur ausgesprochenen Ice Cube Fans empfehlen, doch selbst für die sollte es eines seiner schwächsten Werke sein.