Lang war er erwartet worden, der vierte Kinofilm von Regie-Wunderkind Quentin Tarantino. Sechs Jahre musste die Fangemeinde ausharren, seit Tarantino mit "Jackie Brown" seinen letzten Film ins Kino brachte. Die Erwartungen waren entsprechend hoch - und werden von "Kill Bill" ncht enttäuscht.
"Kill Bill - Volume 1" ist ein Rache-Epos in Reinkultur. Nach dem Schwarz-Weiß-Auftakt springt der Film vier Jahre in die Zukunft. Das Bild wird bunt, es erklingt funkiger 70er-Jahre-Pop, und Kampfmaschine Uma Thurman nimmt ihren Vergeltungszug auf. "Die Braut", so ihre einzige Bezeichnung,erwacht nach fünf Jahren aus dem Koma hat kennt nun nur ein Ziel: Kill Bill. Inspiriert vom klassischen Kung-Fu-Kino der 70er Jahre entwickelt sich ein Adrenalin-Orkan der Sonderklasse. "Kill Bill" ist nichts für schwache Nerven. "Die Braut" lässt neben dem verhassten Killerkommando, zu dem sie früher einmal selber gehörte, eine Vielzahl Menschen sprichwörtlich über die Klinge springen: Köpfe rollen, Arme werden abgehackt, Blut sprüht in hohen Fontänen aus Halsstümpfen, Beine werden zerhackt.
Dass dieses hohe Maß an roher Gewalt dennoch einigermaßen verträglich ist, liegt vor allem am fast operettenhaft inszenierten Stilmix. Akrobatische Schwertgefechte wechseln sich mit rasanten Kung-Fu-Fights und düsteren Zeichentricksequenzen ab - alles unterlegt mit Disco-Klassikern oder Ennio-Morricone-Hits.
Durch die Anlehnung an die Italo-Western der 60er Jahre und die Kung-Fu- und Samurai-Filme der 70er Jahre wirkt "Kill Bill" daher wie ein Comic, in dem die Helden unverwundbar sind.