Mitchell Froom als Produzent wird ja von vielen Kritikern wegen seines wabernden Sounds belächelt bis gebrandmarkt. Ich finde, der Mann holt aus den jeweiligen Künstlern das Maximum heraus, schafft immer wieder faszinierende Klanglandschaften ...und - wie hier- bringt eine Band, die viele als reine Tex Mex Kappelle (wenn auch als sehr gute) abgetan hatten in ein ganz eigenes Universum.
Das ist alles ganz kühn und groß, schon die ersten Titel des Albums lassen keinen Zweifel daran, dass es zu ganz neuen Ufern ging. Das bewährte Format erweitert um abgedrehte jedoch nicht abgespacete Sounds und Arrangements.
Die Highlights für mich - auch wenn es schwerfällt :
Two Janes, vielleicht noch am traditionellsten, zurück genommen, ganz auf seine geniale simple Qualität vertrauend.
Just a man, eigentlich genauso fast schon banal. Doch auf den langsamen, vermeintlichen Blues Stomp und das gesungene Lamento folgt eins der am meisten unterschätzten Gitarren-Solos überhaupt.
Weiß nicht was ich daran mehr schätzen soll: den übermütigen, ekstatischen Einstieg (der anderswo womöglich editiert, noch einmal eingespielt worden wäre) oder das laaangsame abebben, das quasi kein Ende findet. Wie ein Tier, dass nach einer Rage erst wieder zur Ruhe finden muss.
Vielleicht nicht das beste Album um mit dieser bemerkenswerten Band zu beginnen; meine Empfehlung : mit The Neighborhood beginnen, wenn das zündet... Kiko genießen und zelebrieren.
(Diese Tracks ein erstes, zweites, drittes Mal hören...ich beneide die Ersthörer ;-)