Nach der Free EP "Null", die teilweise hart an der unhörbarkeit kratzte und für Hörer sowie für den Künstler selbst eine Grenzerfahrung darstellte, veröffentlich Maeckes nun sein lange erwartetes Soloalbum "KIDS", welches meine hochgesteckten Erwartungen bei weitem übertroffen hat.
Musikalisch zeigt sich das Album äußerst variantenreich, so gesellen sich zu den teilweise treibenden Melodien, wie in "Kindisch wie du" auch schwer plätschernde wie beispielsweise in "Graustufenregenbogen". Vorab wurde das Album schon als "der Abschiedsbrief eines Kindes" angekündigt, was ich nach dem Hören bestätigen kann. Auch wenn es keine in sich geschlossene Handlung gibt zieht sich ein roter Faden durch das komplette Album und so wirkt das Album oft wie eine desillusionierte Momentaufnahme eines alleingelassenen jungen Menschen. Lyrisch ist das Werk, wie nicht anders von Maeckes anders zu erwarten war, grandios. Abstrakte, starke Bilder oder wunderschön melancholische Metaphern findet man in jedem Stück zuhauf. Darum gestaltet sich das Album auch besonder langlebig, da man selbst nach mehrmaligem Hören immer wieder neue Aspekte entdeckt.
So kann ich dieses Meisterwerk jedem ans Herz legen, der sich auch nur im entferntesten für anspruchsvollen deutschen Sprechgesang interessiert.