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Kid a
 
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Produktinformation

  • Audio CD (29. September 2000)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Parlophone (EMI)
  • ASIN: B00004XONN
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1. Everything In Its Right Place
2. Kid A
3. The National Anthem
4. How To Disappear Completely
5. Treefingers
6. Optimistic
7. In Limbo
8. Idioteque
9. Morning Bell
10. Motion Picture Soundtrack

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Bei jeder Platte riskiert Radiohead Sprünge von immer höheren und noch höheren Klippen, was ihre Fans dazu antreibt, tief einzutauchen in ihre künstlerisch waghalsig verwegenen Bravourstücke. Die Reise von dem damaligen krächzenden Gitarrenstück als Ausdruck urwüchsiger Angst bei "Creep" (aus dem 1993 erschienenen Pablo Honey) bis hin zu einem der Songs auf Kid A wird zu einem Drahtseilakt, an den sich nur wenige -- wenn überhaupt irgendeine -- der Bands der Popmusikszene jemals herangewagt haben. Es fällt einem schon schwer zu glauben, dass beide Platten vom selben Planeten stammen, erst recht von der gleichen Band. Ebenso ist der grandiose, an Pink Floyd erinnernde Themenumfang des außergewöhnlichen OK Computer (1997) nirgendwo mehr zu finden. Ruhig und gelassen und weniger auf Konfrontation ausgerichtet kommt die Eröffnung ohne bombastische Effekte, und bei "Everything In Its Right Place" wird Spannung aufgebaut mit gespenstischen Stimmen aus dem Hintergrund, einem trocken pulsierenden Rhythmus und einem verschwommenen Orgelmotiv. Diese Spannung begegnet einem immer wieder bei Kid A. Bei "How To Disappear Completely" setzt sich das angespannte, atonale, anschwellende Keyboardspiel im Hintergrund deutlich ab von Thom Yorkes klagender Stimme, und bei "Idioteque" verstärken die unorganischen Rhythmen bei der bedrückenden Ziellosigkeit dieser Melodie deren nervenaufreibende Wirkung. Überall erkundet Radiohead furchtlos Dissonanzen und neue Strukturen, verbindet dabei verzerrte Klanglandschaften, in denen anscheinend Brian Eno auf Aphex Twin trifft, mit dem Gefühl extremen Unbehagens in der sie umgebenden Welt. Sie mögen zwar manchmal über das Ziel hinaus schießen und ihr künstlerischer Ehrgeiz mag sie daran hindern, uns die himmlischen Werke unserer Arena-Rock-Götter zu liefern. Aber ihr Engagement in Richtung ruhelose Kreativität bringt ein Vergnügen, das sich nicht so schnell verflüchtigt, sondern nach mehrfachem Hören in einem immer noch nachklingt.

Wenn OK Computer das Unbehagen zur Jahrtausendwende in der Rockmusik war, dann ist Kid A genau das Gegenteil; es ist die erste Platte des 21. Jahrhunderts, die nach Zukunft klingt und sich überhaupt nicht mehr darum schert, was dieser ganze Millennium-Zauber eigentlich sollte, sondern sich mehr darum kümmert, was wir jetzt alle zu tun haben. --Matthew Cooke



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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Dieses Werk ist was ganz Spezielles!, 25. April 2008
Von D. Brade "nmdirk" (Sachsen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Vorweg: Ich werde hier weder einzelne Songs bewerten, noch über die inhaltlichen und musikalischen Tragweiten philosophieren - das haben andere ja bereits getan.
Mit "Kid A" konnte ich lange Zeit überhaupt nichts anfangen, da ich von den eingängigen Stücken von "Ok Computer" verwöhnt war. Ich hörte "Kid A" bestimmt vier/fünf Mal und es zündete einfach nicht. Es waren zwar durchaus Passagen dabei, die mir gefielen, aber insgesamt gesehen kam ich mit diesem Werk einfach nicht klar und legte es schließlich etwas enttäuscht beiseite.
Nun hörte ich neulich das Album "Wish you were here" von Pink Floyd und war dadurch wahrscheinlich "sensibilisiert" für etwas tiefgründigere und unzugänglichere Musik. Jedenfalls fiel mir spontan "Kid A" ein und ich legte es in den Player. Ich saß einfach nur da mit meinen Kopfhörern (sehr zu empfehlen) und hörte zu. Was soll ich sagen, ich war schlichtweg beeindruckt. Das Universum von "Kid A" erschloss sich mir mit einem Male und ließ mich nicht mehr los. Wichtig: Ich schreibe oft bei vielen Alben, diese unbedingt am Stück zu hören und nicht nur einzelne Titel, aber auf dieses Album hier trifft das in besonderem Maße zu!
Es hat lange gedauert, aber "Kid A" ist bei mir endlich angekommen, oder bin ich endlich bei "Kid A" angekommen? Ich weiß es nicht. Und so blöd es klingt, aber ich sitze hier weit weg von meinem Zuhause (wo auch das Album liegt), und kann es echt kaum erwarten endlich heimzukommen und "Kid A" zu hören. Hab schon die ganze Zeit die albumstartenden Orgelsounds im Ohr...
Was braucht man um so eine Platte zu machen? Kreativität?! Ja! Innovation auch?! Ja! Sich keinem (kommerziellen) Druck beugen?! Auch!
Meiner Meinung nach braucht man aber vor Allem "Mut", um so eine Platte rauszulassen. Denn ich war bestimmt nicht der Einzige, der mit den eingängigen Vorgängeralben sehr gut leben konnte. Radiohead hat es nicht geschert und wer lange genug durchhält, wird auch "Kid A" entsprechend würdigen können! Und an diesem Punkt bin ich nun angekommen!
P.S.: Hört man am Anfang von "Everything is in the right place" die Worte "Geh nicht, geh nicht", oder täusche ich mich da?! Passt darauf mal auf beim Hören.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen You're living in a fantasy world..., 29. November 2008
Ich gebe es zu, ich hatte vor dieser Platte Angst. Es hat Monate gebraucht, ehe ich mit OK Computer auch nur ansatzweise warm geworden bin, alle Songs haben bei mir auch heute noch nicht gezündet, doch ich werde es weiter versuchen, von mir aus bis ich alt und grau bin, Radiohead haben bei mir seit kurzem einen Kredit auf Lebenszeit, denn inzwischen habe ich Kid A.
Meine Angst war durchaus berechtigt gewesen, nur aus den völlig falschen Gründen...

Was wurde nicht alles über dieses Album geschrieben, von absolut unhörbar bis Musik für das nächste Jahrtausend. So bereitete ich mich auf schier Unverdauliches vor als ich Kid A in die Anlage schob und auf Play drückte. Und es war in der Tat beängstigend, was ich nach dem ersten Hören empfand, denn ich war diesem ziselierten, zerbrechlichen, oft tranceartig wirkenden Sound sofort verfallen. Dieses Album ist süchtig machend.

Kid A verbreitet vom ersten Ton an eine sowohl einzig- als auch eigenartige Stimmung, man fühlt sich wie in einem dunklen Tunnel, Raum und Zeit spielen keine Rolle mehr. Man schwelgt in einzelnen Songs und ist sich doch bewusst, dass es eigentlich keinen Anlass dazu gibt. So ist einem nicht ganz wohl in seiner Haut, man ist sich so unschlüssig, was man nun eigentlich empfinden soll. Hoffnung ist ja da, doch man weiß nicht so genau, worauf man hoffen soll. Thom Yorke schmeißt mehr Fragen auf, als er beantworten will.

Dass es in mir mit seiner Ambivalenz ein solches Gefühlschaos hervorrufen kann, macht Kid A für mich so faszinierend. Ganz klar eines dieser Alben für die Ewigkeit!
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Polarisierendes Gesamtkunstwerk, 28. Oktober 2008
Von Jenzo (Rheinland-Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
Nachdem sich Radiohead von ihrem Debüt "Pablo Honey" ausgehend über "The Bend", dem Fanliebling "OK, Computer", alternativem Poprock und Brit-Pop vorbei an der Imagekeilerei zwischen Blur und Oasis an die vordersten Plätze der britischen Musikexporte gekämpft hatten, schienen sie angekommen zu sein. Die Kritiker waren begeistert und die Fans erfreuten sich der konsequenten Steigerung von Album zu Album.
Dummerweise war das gerade der Grund für Thom Yorke und seine Mannen sich selbst zu reflektieren, um zu erkennen, daß sie das alles gar nicht so recht wollten. Yorke selbst verfiel einer Schreibblockade und Depressionen. "Alles, was wir erschaffen haben, von dem wir überzeugt waren, das es phantastisch ist, entwickelt sich dahingehend, es völlig beschi**en zu finden."
Insbesondere die mediale Nutzung der Songs passten Radiohead gar nicht und so gab es zu "Kid A" zunächst auch keine konventionellen Videoclips, sondern es geisterten sog. Blips - kurze, musikuntermalte Sequenzen - durch das Internet. Hier konnte man mit der Zeit auch Videoclips (z.B. "Motion Picture Soundtrack") verfolgen - während das Musikfernsehen sich letzten Endes mit den Blips vergnügen mussten.

Das Album selbst bricht mit dem bekannten Sound und der Mainstreamtauglichkeit. Irgendwo zwischen Jazz, IDM (Intelligent Dance Music), Glitch und Pop ist "Kid A". Sicherlich wäre es übertrieben hier von Avantgardismus oder einer Art "Antipop" zu sprechen, jedoch bleibt es schwer zugänglich und im Vergleich zur restlichen Diskographie sehr gewagt - gerade als kommerziell erfolgreiche Band.
Typische Songstrukturen treten hier nur spartanisch auf, oft überlagern verschiedene Soundteppiche die künstlichen anmutenden Melodien.
Sphärisch und gerade zu hypnotisch zieht "Kid A" den Hörer entweder in seinen Bann oder verschließt sich völligst.
Klassische Songs enthält die Scheibe dennoch. "The National Anthem", das mit einer repetierenden Basslinie und gekonnt inszenierten Bläsern aufwartet, dem ergreifend-fragilen "How To Disappear Completely" oder "Optimistic", dem wahrscheinlichsten Versuch, eine Brücke von "OK, Computer" zu "Kid A" zu schlagen.
Zu den Höhepunkten gehören sicherlich die anorganischen, sterilen und kühl gehaltenen Tracks wie dem Titelsong "Kid A" und dem grandiosen "Idioteque", dessen technoider Beat und mantraesk vorgetragenen Lyrics vielleicht die Quintessenz des Albums darstellen. Auch der Opener "Everything In It's Right Place", in dem elektronische Pianoklänge dominieren, könnte stellvertretend für "Kid A" sein, gerade im Zusammenhang mit seinem kryptisch anmutenden Songtext.
Wie es sich für ein großartiges Album gehört enthält "Kid A" auch Reibungspunkte, die es immer wieder zu bestehen gibt. So mag man während "Treefinger" einfach nichts Faßbares oder vertonte Langeweile hören können oder das abschließende "Motion Picture Soundtrack" mit seinen Harfen und zarten Chören im Kitsch versinken sehen.

"Kid A" wandelt auf dem schmalen Grat zwischen Narzißmus, geheuchelter Innovation sowie Selbstinszenierung auf der einen und Genialität, Mut, und dem vielleicht bandeigenen Verständnis musikalischen Expressionismuses auf der anderen Seite. Es spaltete nicht nur die Meinung der Fans, sondern auch die, der Musikfachblättern, katapultierte sich jedoch auf Platz 1 der US- und UK-Charts - aber mit Sicherheit gehört es zu den Alben, die man gehört haben sollte.
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Am 21. September 2005 veröffentlicht

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Veröffentlicht am 7. Februar 2005 von Stefan Weichert

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