Kid Icarus Uprising ist ein Spiel von Sakurai Masahiro, welcher durch diverse Smash Bros. und Kirby-Spiele zu einer der ganz großen Entwickler in Japan gehört. Das Spiel ist eine direkte Fortsetzung des 1986 NES-Klassikers "Kid Icarus", welches für damalige Zeiten eine Mischung aus Super Mario (Springen), Metroid (Gegner abschießen und erkunden) und Castlevania (verschiedene Waffen) war. Das Spiel ist vielen Fans und älteren Semestern durch den Anfangs unglaublich hohen Schwierigkeitsgrad in Erinnerung geblieben.
HANDLUNG
Das dritte Spiel in der Reihe ist eine direkte Fortführung der Handlung und ignoriert gekonnt den zweiten Teil, weil dieser niemals in Japan erschienen ist (bzw. erst vor kurzem) und sozusagen nun zu einen Spinoff degradiert wurde. Man steuert einen Engel namens Pit, welcher der persönliche Leibwächter seiner Göttin Palutena ist. Palutenas Erzfeindin Medusa hat es geschafft ihrem eigenen Tode zu entkommen und es liegt am Spieler ihre Streitmacht zu besiegen, bevor sie die Macht übernimmt.
STEUERUNG
Kid Icarus Uprising besteht zu 1/3 aus Flugmissionen und zu 2/3 aus Bodenmissionen. Die Flugpassagen lassen sich ähnlich steuern wie Nintendos bekannte Star Fox-Reihe, wohin die Bodenmissionen - dank der Steuerung - doch etwas komplizierter sind. Standardmässig wird mit dem Analogstick Pit gesteuert, der Schussknopf befindet sich links oben bei der L-Taste. Der Stylus hingegen wird zum bewegen und anvisieren der Bildschirmgegner genutzt.
Eine Problematik bei Kid Icarus Uprising ist es, dass die Haltung des 3DS in der Hand mit zunehmender Zeit unbequem und anstrengend wird. Nintendo hat zwar einen schwarzen Plastikständer beigefügt, jedoch ist dieser nur suboptional nutzbar. Größere Hände werden mit dieser Art von Steuerung ein Problem haben, bedingt durch das Feuern mit der L-Taste. Keine Sorgen braucht man sich als Linkshänder bei der Originalsteuerung zu machen, ein Circle Pad Pro ist nicht zwingend notwendig und wenn man bei dem gewohnten "linke Hand steuert, rechte Taste macht die Action"-Verhalten bleiben möchte, wie man es schon seit Jahrzehnten tut. Generell gilt: Die Steuerung verlangt eine Eingewöhnungszeit von 1-5 Stunden, jedoch ist sie nicht sonderlich kompliziert oder ungenau. Mit der Zeit (und auch der Übung) fällt einem das Steuern nicht mehr schwer. Zudem kann auch während den Stages jederzeit die Steuerung komplett geändert und angepasst werden.
Empfehlenswert wäre in meinen Augen das Mario Kart 7 Wheel, welches derweil zwischen 10-15 Euro kostet. Damit wird nicht nur eine größere Greiffläche geschaffen, nein, es kommt auch ohne Batterien aus und macht das Drücken der vergrößerten L und R Tasten weitaus angenehmer und einfacher. Zwar erhöht sich das Gewicht des Handhelds ein wenig, aber in meinen Fall kam es zu keinen Verspannungen im Handgelenk.
Mario Kart 7 Wheel - Nintendo 3DS LenkradKAMPFSYSTEM
Ähnlich, wie in Blizzards Diablo-Reihe, liegt hier die Motivation großteils auf dem Erstellen und Sammeln von Waffen. Es gibt acht Waffentypen, die sich alle unterschiedlich spielen und auch innerhalb der gleichen Waffengattungen untereinander teilweise sehr unterscheiden. Jede Waffe kommt mit speziellen Werten und Fähigkeiten, die man mit anderen Waffen kombinieren und zu neuen Waffen schmieden kann. Dabei können alle möglichen Attribute steigen/senken, je nachdem was im Vorschaufenster rauskommen würde. Das Spiel ist quasi eine endliche Motivationssuche nach den perfekten Waffen, was sehr motivierend ist. Natürlich gibt es auch versteckte und geheime Waffen zum freispielen und finden.
MULTIPLAYER
Es gibt zwei simple Mehrspieler-Modis. Jeder gegen Jeden oder 3 gegen 3 Spieler. Im letzten Modus gibt es die Besonderheit, dass der letzte besiegte Spieler eines Teams zu einem Engel wird, welcher das entgültige Ziel der Gegner ist. Das eigene Team hat nun die Aufgabe den Engel zu beschützen, denn wenn dieser besiegt wird, ist die Partie entgültig aus. Die Spiele sind taktisch, hektisch und vor allem sehr teamplay-orientiert. Lags oder Verbindungsabbrüche sucht man derweil vergebens - aber ich muss auch dazu sagen, dass ich das Spiel schon vier Tage vor Release in den Händen hatte und großteils mit Japanern über den Server gespielt habe.
GRAFIK/SOUND
Grafisch gibt es nichts auszusetzen. Es ist ein solides Spiel und alles wirkt aus einem Guß. Musikalisch wäre anzumerken, dass viele Größen bei der Produktion des Soundtracks mitgearbeitet haben, welche älteren Spielern durch legendäre Spieleklassiker in Erinnerung geblieben sind. Chrono Trigger, Grandia-Serie, Phoenix Wright 3, Ace Attorney Investigations Reihe, Streets of Rage 1-3, No More Heroes Reihe, Killer 7, etc.. Man darf deshalb von einen Spitzensoundtrack mit Ohrwurmqualitäten ausgehen. Die Komponisten sind Motoi Sakuraba, Yuzo Koshiro, Yasunori Mitsuda, Noriyuki Iwadare und Masafumi Takada.
3D-EFFEKT
Kurz gesagt: Gehört derweil zu den besten 3D-Spielen auf dem Nintendo 3DS.
UMFANG
Ähnlich wie bei Sakurais Smash Bros.-Reihe, ist auch Kid Icarus mit vielen freischaltbaren Extracontent ausgestattet. Von Lexikoneinträgen bis hin Erfolgen - das Spiel ist voll mit versteckten Extras! Was noch erwähnenswert wäre, ist der Schwierigkeitsgrad. Durch einen Regler lässt sich das Spiel entweder leichter oder auch schwerer einstellen und bleibt somit für alle Altersgruppen gleichermaßen schaffbar. Auf höheren Schwierigkeitsgraden agieren die Gegner schneller, halten mehr aus und die Bossgegner besitzen auch neue Taktiken. Zudem ist das generelle Spielgefühl deutlich aggressiver und hektischer.
QUALITÄTSKONTROLLE
Das Spiel bietet durchgehend englische Sprachausgabe zu den deutschen Texten. Fans der Originalsprache Japanisch müssen hier jedoch auf eine alternative Sprachauswahl verzichten. Zudem lässt sich auch einstellen, ob die Texte am oberen oder unteren Bildschirm erscheinen sollen. Puristen können auch die Texte komplett deaktivieren. Die Sprachausgabe lässt sich ebenfalls deaktivieren, bzw. abdrehen.
IST ES DAS GELD WERT?
Kid Icarus ist eine Reihe, welche über 20 Jahre kein neues Spiel mehr hatte, weshalb man davon ausgehen kann, dass Nintendo diese Wiederbelebung einer legendären NES-Franchise sehr wichtig ist. Hier ist nicht nur das Geld in Merchandising und Werbung geflossen, man möchte wirklich den alten Fans zeigen, dass es sich hier um Topprodukt handelt, welches zugleich Anfänger, als auch erfahrene Videospieler ansprechen soll. Und ja, das tut es in der Tat.
Wenn man sich an die etwas überladene Steuerung gewöhnt hat, bekommt man wirklich ein Qualitätsspiel geliefert, welches wirklich das Prädikat "wertvoll" verdient hat.
Spieldauer: Zwischen 10-100 Stunden, je nachdem auf welchen Schwierigkeitsgrad man spielt und auch den Multiplayer nutzt. Selbst wenn das Spiel durch ist, gibt es noch immer viel zu tun, damit sich ein öfteres einschalten lohnt.