Die Focussierung auf die letzten 3 Studioalben von Wilco mag vielleicht vielen Fans der ersten Stunde mißfallen, andererseits bieten gerade die jüngeren Songs eine Herausforderung, denn die Studioaufnahmen lassen sich in der Studioversion nicht 1:1 umsetzen und gerade die leichten Änderung der Arrangements, der Instrumentierung machen einen großen Reiz von Kicking Television auf. Dieses Album ist mehr als ein live aufgenommenes Best of. Selbst für den eingefleischten Hörer gibt es jede Menge zu entdecken und eben solche Livealben, die den Geist der Songs absolut bewahren, aber auch den Reiz einer neuen Vielfalt atmen, begeistern mich persönlich sehr. Die live auf 6 Personen gewachsene Band entfacht einen breiten Sound, der mir jedoch keinesfalls überladen erscheint und auch nicht in selbstgefälliges Gemucke mündet. Wem besonders die letzten beiden Alben zu sehr nach dem Produzenten Jim O´Rourke klangen wird vielleicht plötzlich von diesen Songs begeistert sein, die nun etwas bodenständiger wirken. Das Publikum bietet einen enthusiastisches Hintergrund, singt auch mal dezent mit, kippt aber nicht allzu sehr ins hysterische und kreischt sich zu sehr in den Vordergrund, was bei Live Alben auf Dauer nerven kann. Alles in allem eines der besten Live Alben die ich in jüngster Zeit zu hören bekam und vielleicht noch mehr. Für ältere, jüngere Fans einen lohnenswerte Investition und Neulinge erhalten mit 23 tollen Songs auf einmal einen guten Überblick über das Phänomen Wilco.