>>> ZUM FILM <<<
Regel Nr. 1: Jemand wird durch die Gene der Eltern, mit Hilfe der Wissenschaft oder schlicht durch einen Unfall zum Superhelden.
Regel Nr. 2: Ein Superheld hat immer phantastische Superkräfte, um das Böse in die Schranken zu weisen
Regel Nr. 3: Ein Superheld trägt ein beeindruckendes Kostüm, um seine Gegner einzuschüchtern
Ausgelutscht und langweilig? Schon tausend Mal gesehen? Dann sollte man unbedingt einmal einen Blick auf "Kick-Ass" werfen. Dieser erfrischend andere Superhelden-Film schert sich einen Dreck um die geltenden Regeln und erzählt die Geschichte von ein paar sehr gewöhnliche Menschen, die, ausgestattet mit menschlichen Kräften, in den Kampf gegen das Böse ziehen.
Da kann es dann schon vorkommen, dass das Superheldenkostum nicht perfekt sitzt oder gar lächerlich wirkt. Auch sind die vermeintlichen Superhelden jederzeit verletzbar und schweben bei ihren nächtlichen Touren oftmals in Lebensgefahr. Das klingt nach 08/15-Action-Film, ist bei "Kick-Ass" jedoch ein erfreulich anderes Erlebnis. Alle paar Minuten bekommt man als Zuschauer Szenen zu sehen, die man so sicher nicht erwartet hätte. Meine anfängliche Skepsis war nach kurzer Zeit verflogen. Mit jeder Filmminute war ich ein Stück mehr von der unkonventionellen Art des Films begeistert, der mutig einen völlig eigenen Weg einschlägt, um eine Superheldengeschichte zu erzählen. Zugleich hält er den Standard-Produktionen des Genres gekonnt den Spiegel vor, die sich in den prinzipiell immer gleichen Geschichten zumeist nur durch austauschbare Helden voneinander unterscheiden.
Dass der Titelheld "Kick-Ass" im Laufe der Geschichte eher zur Nebenfigur degradiert wird, ist nur eine von mehreren überraschenden Wendungen im Film. Dass letztlich aber ein kleines Mädchen zur eigentlichen Superheldin mutiert und, assistiert von "Kick-Ass", die bösen Buben weitestgehend im Alleingang zerlegt, ist das Sahnehäubchen auf die Geschichte.
Sehr positiv fallen auch die eingestreuten Comiczeichnungen auf, die immer wieder Realszenen miteinander verbinden. Die Handlung wird mit Hilfe des Comicstils im Zeitraffer vorangetrieben; in wenigen Bildern werden teilweise ganze Schicksale erzählt. Ergebnis: Sehr originell, zum Teil richtig ergreifend und einfach klasse gemacht!
Allerdings, davor müssen empflindliche Gemüter gewarnt werden, besitzt der Film einen extrem hohen Gewaltfaktor. So platzen Menschen, werden Gliedmaßen teilweise im Sekundentakt abgetrennt und das Blut fließt in Strömen. Wenn man dann noch bedenkt, dass für einen Großteil der getöteten Menschen das schon erwähnte Mädchen verantwortlich ist, dann wird schnell klar: "Kick-Ass" bewegt sich auf einem sehr schmalen Grat. Sittenwächter werden unzählige Szenen finden, um den Film an den moralischen Pranger zu stellen. Folglich lässt sich auch über die FSK 16-Altersfreigabe trefflich streiten...
Da der Film jedoch ganz klar als eine Parodie auf das Genre der Superhelden-Filme angelegt ist, funktioniert er in meinen Augen sehr gut. Viele Personen und Szenen sind sehr überzeichnet dargestellt. So manche Action-Einlage könnte direkt aus "Matrix" stammen. Spätestens da wird klar: Wenn die Grenzen physikalischer Gesetze scheinbar mühelos überwunden werden, sind wir weit von einer realistischen Geschichte entfernt. "Kick-Ass" stellt also gar nicht den Anspruch, realistisch wirken zu wollen.
>>> FAZIT <<<
Ich bin ein großer-Film-Fan und hatte schon befürchtet, dass ich bereits zu viele verschiedene Filme gesehen hätte, als dass sie mich noch überraschen können. "Kick-Ass" hat das geschafft! Ein zwar sehr brutaler aber trotzdem humorvoller, satirischer, spannender, abwechslungsreicher und origineller Blick auf das Genre der Superheldenfilme. Volle Wertung und eine klare Kaufempfehlung!