„Eine Handvoll Brombeeren" schildert die Zeit in Italien just nach Beendigung des zweiten Weltkrieges. Die Geschichte spielt mitten im dörflichen Italien, wo die Menschen arm und die Straßen noch Staubpisten sind. Die Schwarzhemden werden durch die kommunistische Bewegung ersetzt. Der Dorf-Dekorateur hatte kaum Zeit, die Krone und die faschistischen Symbole zu ändern, er färbt seinen Stoff rot, wirft lieber nichts weg, irgendwann kann man es bestimmt wieder brauchen. Hauptfigur ist Rocco, dessen Leben man ein kleines Stückchen verfolgt. Er und seine Geliebte Judith, eine österreichische Jüdin, sind anfänglich Hauptträger der kommunistischen Idee in der Region. Doch eine zurückliegende Reise in die Sowjetunion und die Ereignisse vor Ort lassen Rocco seine Einstellung zur Partei überdenken. Das Buch fasziniert durch die Schilderung der Umbruchzeit: Nichts ist sicher, nur der Wandel. Auf niemanden ist Verlaß, es gibt Wendehälse. Und es gibt den örtlichen Großgrundbesitzer mit seiner Vetternwirtschaft. Rocco bleibt ein unfertiger Charakter, der seinen Weg sucht: Ist es der Weg der Partei (interessant hier die inhaltlichen und gedanklichen Verweise auf den Stalinismus, Standardwerk dazu: A. Solschenizyn, Archipel Gulag) oder der Weg der Armen? Es entsteht ein interessanter Einblick in das italienische Landleben mit seinen Strukturen und der Verflechtung zur Kirche. Anfänglich fehlt dabei jedoch die Übersichtlichkeit der Handlung ein wenig. Doch mit einer Handvoll Brombeeren im italienischen Sommer gelesen, gibt sich das schnell... (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)