| |||||||||||||||
Produktinformation
|
Wie in Trance schleppen sie sich durch die Wüstenlandschaft, von Hunger, Hitze und Durst gequält, in innigem Kampf mit ihren zusehends stärker ausgemergelten Körpern. Zehn Tage sind sie unterwegs, bevor sie endlich von Suchtrupps aufgelesen und gerettet werden. Nach knapp 400 Kilometern Fußmarsch weiß Sergeant Moore, "wo die Seele war: zwischen den Gelenken, in jener Kapsel, wo sich der Knochen in seinem Scharnier rieb, und dass sie das Innere des Laufs war".
Mit Khamsin legt Raoul Schrott ein weiteres Zeugnis von seiner Liebe zur Wüste ab. Es sind die Menschen, die allen Widrigkeiten zum Trotz ihren Weg durch sie fanden, denen der Autor hier auf wenigen Seiten ein literarisches Denkmal setzt. Der Essay "Die Namen der Wüste", den größeren Teil des schmalen Bandes bildend, sorgt für kultur- und erdgeschichtliche Kontexte. Prähistorische Funde wie die von Laszlo Almásy auf dem Plateau des Gilf Kebir offenbaren zivilisatorische Ursprünge, und die Beziehung des Menschen zur Wüste wird erhellt durch die Etymologie ihrer vielen Namen -- wie "khamsin", der Südwind, der 50 Tage anhält. Akribisch folgt Schrott jenen Spuren, die nicht im Sand verwehten.
Poesie und viel Wissen steckt auch in diesem kleinen Werk des sprach- und weltkundigen Autors, den schon H. C. Artmann als Poeta doctus schätzte. Es mag sich bestens als literarisches Supplement zu einem Reiseführer eignen, oder aber selbst einer sein: für alle, die lieber im eigenen Kopf auf Entdeckungsreisen gehen. --Mathis Zojer
In der Erzählung wäre eine lose Ansammlung von Baracken in der Wüste die Rettung. Aber es sind 500 Kilometer bis dorthin über Sanddünen und Salzseen, unter nie nachlassender Sonne, mit einem gegen der Weite des Horizonts lächerlich geringen Wasservorrat. Für die Männer liegt "der Tod dicht unter der Haut", und die einzige Zuflucht ist das Memorieren der Namen: s'hara, durch die Düne brechender roter Sand, der am Schluß fast alle begräbt. - Der Essay durchmißt dieses Terrain in Begleitung von Archäologen, die die Jahrtausende alten Wegmarken und Zeichen erkennen - die Wüste gibt ihre Namen zum zweiten Mal preis.
"Die seltsame Sogkraft von Raoul Schrotts Sprache" (FAZ), "Landschaftsporträts und Empfindungsräume von seltener Eindringlichkeit" (NZZ) - was die Kritik an Raoul Schrotts Bücher hervorhebt, findet der Leser in Khamsin auf kleinstem Raum: eine erzählerische und essayistische Erkundung der Namen der Wüste eine Hommage an die Reisenden, die noch an Horizonte stoßen.
Tags(Was ist das?)Bei einem Tag handelt es sich um ein Schlagwort, das zum Produkt passt.
Tags erleichtern allen Kunden die Suche und die Sortierung ihrer Lieblingsprodukte. |
|