Dieses Buch ist pädagogisch insgesamt sinnvoll aufgebaut, hat aber einige kleine Mankos, die auch mit der neusten Auflage leider nicht verbessert wurden. Betrachtet man die gesamte Methode über alle 6 Bände, so fällt auf, dass insgesamt doch einiges zu kurz kommt.
Im ersten Band gewöhnt sich der Schüler zu leicht die Orientierung an Fingersätzen anstelle von Noten an.
Theoretische Aspekte wie Harmonielehre werden, wie andere hier schon geschrieben haben, halbherzig abgehandelt. Sie werden zwar in späteren Bänden ergänzt, aber auch davon bleibt sehr wenig hängen, weil es nicht oder nur unzureichend zur Anwendung kommt.
Das Lernen der Noten im Bassschlüssel und Klavierkonzepte kommt leider erst im 4. Band. Folgt man nur dieser Lehrmethode, so wird das Denken des Lernenden bis an diese Stelle zu "festgefahren". Besser wäre meiner Meinung nach gewesen, die Noten im Bassschlüssel parallel zu lernen und auch das Klavierspielen parallel zu lernen.
Das Lernen von Begleitkonzepten wie man sie in einer Band braucht kommt erst im 5. und 6. Band, was in meinen Augen zu spät ist und da auch nur angeschnitten wird. Dort geht es Querbeet, chaotisch durch alle Musikrichtungen, zwar mit netten Ideen, aber ohne ein für den Lernenden erkennbares Konzept. Ohne Lehrer ist man hier meiner Meinung nach verloren.
Technische Aspekte, die ein Keyboarder im realen Leben benötigt, werden in diesem Buch überhauptnicht angesprochen, leider tun andere Bücher das allerdings auch nicht.
Für das Lernen des Keyboardspiels mit Begleitautomatik ist diese Methode allerdings besser, als die meisten anderen auf dem Markt.
Fazit: Wer ambitioniert Keyboard spielen lernen will, der kann das Spiel mit der Begleitautomatik nach diesem Buch lernen und sollte diesen Lehrgang bis zum 4. Band durchziehen. Nebenbei würde ich empfehlen nach einem Klavierbuch auch das Spielen mit den Bassnoten zu lernen. Wer Keyboard in einer Band spielen möchte kann dann je nach gewünschter Musikrichtung mit anderen Büchern weiterlernen, z.B. "Rock Piano" von Jürgen Moser.