Das Buch reflektiert die Erfahrungen der Therapeutin, Torey L. Hayden, mit dem 15jährigem Kevin. Dieser lebt seit 5 Jahren im Heim und hat sich nach und nach in seine eigene Welt zurückgezogen, bis er den Kontakt völlig abbricht und mit keinem mehr redet. Die erste Therapiestunde beginnt bezeichnend: Kevin sitzt völlig verängstigt unter dem Tisch, seinem freiwillig gewählten Gefängnis; ein Junge mit tausend Ängsten geplagt. Dennoch scheint er zur Mitarbeit bereit; immer wieder bemüht er sich mit Torey zu sprechen. Schließlich schafft er es über Laute und Worte Sätze zu bilden, als wäre es nie anders gewesen. Doch zuerst nur in der sicheren Welt der Therapiestunden. Damit scheinen jahrelang aufgestaute Agressionen freigesetzt worden zu sein. Durch sein Talent zum Zeichnen malt er immer wieder unglaublich brutale und detaillierte Bilder, die alle den selben Wunsch symbolisieren, den Stiefvater umzubringen. Ein Gedanke, der sich durch jahrelange Mißhandlungen, den vom Stiefvater verübten Totschlag seiner geliebten Schwester und vielem anderen mehr entwickelt hat. Torey, die sich einer schier grenzenlosen Gewalt machtlos gegenübergestellt sieht, zieht ihren Partner Jeff mit in die Therapie ein. Zusammen scheinen sie dem Jungen einen Weg außerhalb der Mauern im Heim ebnen zu können, doch es folgen immer wieder Rückschläge..... Torey L. Hayden besticht wieder durch eine genaue Wiedergabe, die durch die Kunst der Selbstkritik unterstrichen wird. Für alle, die sich für Therapieformen oder Jugendarbeit interessieren ein absolut lohnenswertes Buch! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)