Die Protagonisten des Romans sind der sechste Großmeister des Templerordens, Bertrand de Blanchefort (1156-1169) und die um 1160 in Béziers geborene Esclarmonde de Foix. Nach dem Tod ihres Ehemannes, Jourdain II d'Isle, dem sie sechs Kinder geboren hatte, erhielt sie 1204 in Fanjaux das Consolamentum. Sie verstarb während ihrer Flucht aus dem niedergeworfenen Pamiers (1209). Köppel lässt Bertrand und Esclarmonde jedoch erst im Jahr 1216 aufeinander treffen, zu einer Zeit als beide schon nicht mehr unter den Lebenden weilten. Durch das Herausreißen der historischen Personen aus ihrer Zeit, führt die Vermischung realer Ereignisse aus verschiedenen Zeitebenen zu Paradoxa. So lernt der sechste Templergroßmeister den 15. (Pierre de Montaignu) nicht nur persönlich kennen, er wird auch noch dessen Nachfolger. Die Hybridisierung der Ereignisse führt auch in bezug auf den Sitz des Templerordens in die Bredouille. Zur Amtszeit des historischen Blanchefort befand sich er sich noch in Jerusalem. Nach der Niederlage von Hattin (1187) wurde der Hauptsitz des Ordens mit der Residenz des Großmeisters nach Akkon verlegt. Der Roman lässt jedoch auch in der Zeit danach geharnischte Tempelritter, samt Großmeister und empor gehaltenen Beauseant, wenn auch nur von den Sarazenen geduldet, im mittlerweile moslemischen Al-Kuz auftreten. Doch damit nicht genug: der Großmeister der Rittermönche und die Katharerin werden ein Liebespaar. Während ein Zölibatsbruch durchaus möglich erscheint, ist jedoch die Fleischlichkeit (da sie mit Materie, also der Finsternis verbunden ist) für eine dem göttlichen Licht zustrebende katharische Parfaite geradezu absurd.
Der Roman weist zudem etliche Fehler auf. Nicht die Römer haben den Tempel Salomons zerstört, vielmehr bereits die Babylonier unter Nebukadnezar (587 v. Chr.). Die Templergroßmeister hatten kein Szepter, sondern einen Abakusstab. Beim Deutschen Orden wurde der Höchste Bruder nicht Großmeister, sondern Hochmeister genannt. Die Universität von Montpellier wurde erst 1289 gegründet. Karl der Große ist nicht Charles Allemagne, sondern Charlemagne. Die Templerfestung mit Hafen befand sich in Coullioure (nicht Cotllioure) im Roussillon, das zum Königreich Aragon gehörte. Die von Bertrand de Blanchefort verfassten Ordensregeln hießen nicht Retraez, sondern Retraits.
Darüber hinaus machen die Romanfiguren von Begriffen Gebrauch, die es zu dieser Zeit noch nicht gab. Folgende Anachronismen werden nur beispielhaft angeführt: Zwickmühle (15. Jh.), Memme, Lakai, Tölpel (16. Jh.), stöbern, schmökern (18. Jh.), Fatzke (Berlin, 1900 !!).
Das zum Romantitel inadäquate Buchcover (Gemälde von 1870, das eine rotgewandete Frau abbildet, obwohl die Katharer ausschließlich dunkle Bekleidung trugen) ist dem Aufbau Taschenbuch Verlag, bei dem oftmals verfehlte Illustrationen verwendet werden, zuzurechnen. Dasselbe gilt auch für das auf der Buchrückseite zu Unrecht vergebene Prädikat "historisch".
Helene Luise Köppel wollte wohl mit aller Gewalt eine spektakuläre Liebesgeschichte, ohne Rücksicht auf historische Vorgaben. Der Templerorden und seine Ritter, die mehr als zu einem Drittel Gegenstand des Romans sind, werden allzu oft falsch dargestellt; so z.B. die Extratouren Blancheforts, die in einem heimtückischen Mord an einem Ordensbruder gipfeln. Der erdichtete großmeisterliche Rundbrief an aller Templerlkomturereien zur Hilfe für die Katharer ist infam. Auch das Montségurszenario, in dem es eine Pulverkammer (!) gibt und sich der Großmeister und die Parfaite unter den Augen des Katharerbischofs ungestörten Liebesfreuden hingeben, ist eine Groteske. Der Anhang (Personen und Erklärungen) erweckt den Eindruck einer nachträglichen, entschuldigenden Zugabe der Autorin. "Die Ketzerin vom Montségur" kann nur zusammen mit einem Geschichtsbuch empfohlen werden, das eine Verifizierung der zwar reichhaltigen, oft aber auch dubiosen oder ungenauen Hintergrundinformationen ermöglicht. Leichte Lesbarkeit, Unterhaltungsfaktor und die (wohl unbeabsichtigte) Aufforderung zur Prüfung der Romaninhalte lassen zwar noch eine Bewertung mit 2 Amazonsternen zu, jedoch ist den an den Albingenserkriegen interessierten Lesern lieber "Die Geliebte des Ketzers" (Taschenbuchtitel: "Die Rebellin von Avignon" von Hanny Alders zu empfehlen.