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Die Ketzerin von Montsegur
 
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Die Ketzerin von Montsegur [Taschenbuch]

Helene Luise Köppel
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 439 Seiten
  • Verlag: Aufbau Tb; Auflage: 2., Aufl. (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 374661869X
  • ISBN-13: 978-3746618692
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 11,4 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 409.138 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Helene Luise Köppel
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die Inquisition zieht im 13. Jahrhundert im Namen des Papstes ihre blutige Spur durch Frankreich. In dieser grausamen Zeit begegnen sich die Katharerin Esclarmonde und der Tempelritter Bertrand. Ihre Liebe steht unter einem schlechten Stern, denn beide sind durch ein Keuschheitsgelbde gebunden. Als Bertrand Jahre sp„ter unter Einsatz seines Lebens den legend„ren Heiligen Gral in Sicherheit bringt, trifft er Esclarmonde wieder, und sie erleben eine Liebe, die ber jeden Zweifel erhaben ist.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
34 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von timediver® HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Die Protagonisten des Romans sind der sechste Großmeister des Templerordens, Bertrand de Blanchefort (1156-1169) und die um 1160 in Béziers geborene Esclarmonde de Foix. Nach dem Tod ihres Ehemannes, Jourdain II d'Isle, dem sie sechs Kinder geboren hatte, erhielt sie 1204 in Fanjaux das Consolamentum. Sie verstarb während ihrer Flucht aus dem niedergeworfenen Pamiers (1209). Köppel lässt Bertrand und Esclarmonde jedoch erst im Jahr 1216 aufeinander treffen, zu einer Zeit als beide schon nicht mehr unter den Lebenden weilten. Durch das Herausreißen der historischen Personen aus ihrer Zeit, führt die Vermischung realer Ereignisse aus verschiedenen Zeitebenen zu Paradoxa. So lernt der sechste Templergroßmeister den 15. (Pierre de Montaignu) nicht nur persönlich kennen, er wird auch noch dessen Nachfolger. Die Hybridisierung der Ereignisse führt auch in bezug auf den Sitz des Templerordens in die Bredouille. Zur Amtszeit des historischen Blanchefort befand sich er sich noch in Jerusalem. Nach der Niederlage von Hattin (1187) wurde der Hauptsitz des Ordens mit der Residenz des Großmeisters nach Akkon verlegt. Der Roman lässt jedoch auch in der Zeit danach geharnischte Tempelritter, samt Großmeister und empor gehaltenen Beauseant, wenn auch nur von den Sarazenen geduldet, im mittlerweile moslemischen Al-Kuz auftreten. Doch damit nicht genug: der Großmeister der Rittermönche und die Katharerin werden ein Liebespaar. Während ein Zölibatsbruch durchaus möglich erscheint, ist jedoch die Fleischlichkeit (da sie mit Materie, also der Finsternis verbunden ist) für eine dem göttlichen Licht zustrebende katharische Parfaite geradezu absurd.

Der Roman weist zudem etliche Fehler auf. Nicht die Römer haben den Tempel Salomons zerstört, vielmehr bereits die Babylonier unter Nebukadnezar (587 v. Chr.). Die Templergroßmeister hatten kein Szepter, sondern einen Abakusstab. Beim Deutschen Orden wurde der Höchste Bruder nicht Großmeister, sondern Hochmeister genannt. Die Universität von Montpellier wurde erst 1289 gegründet. Karl der Große ist nicht Charles Allemagne, sondern Charlemagne. Die Templerfestung mit Hafen befand sich in Coullioure (nicht Cotllioure) im Roussillon, das zum Königreich Aragon gehörte. Die von Bertrand de Blanchefort verfassten Ordensregeln hießen nicht Retraez, sondern Retraits.

Darüber hinaus machen die Romanfiguren von Begriffen Gebrauch, die es zu dieser Zeit noch nicht gab. Folgende Anachronismen werden nur beispielhaft angeführt: Zwickmühle (15. Jh.), Memme, Lakai, Tölpel (16. Jh.), stöbern, schmökern (18. Jh.), Fatzke (Berlin, 1900 !!).

Das zum Romantitel inadäquate Buchcover (Gemälde von 1870, das eine rotgewandete Frau abbildet, obwohl die Katharer ausschließlich dunkle Bekleidung trugen) ist dem Aufbau Taschenbuch Verlag, bei dem oftmals verfehlte Illustrationen verwendet werden, zuzurechnen. Dasselbe gilt auch für das auf der Buchrückseite zu Unrecht vergebene Prädikat "historisch".

Helene Luise Köppel wollte wohl mit aller Gewalt eine spektakuläre Liebesgeschichte, ohne Rücksicht auf historische Vorgaben. Der Templerorden und seine Ritter, die mehr als zu einem Drittel Gegenstand des Romans sind, werden allzu oft falsch dargestellt; so z.B. die Extratouren Blancheforts, die in einem heimtückischen Mord an einem Ordensbruder gipfeln. Der erdichtete großmeisterliche Rundbrief an aller Templerlkomturereien zur Hilfe für die Katharer ist infam. Auch das Montségurszenario, in dem es eine Pulverkammer (!) gibt und sich der Großmeister und die Parfaite unter den Augen des Katharerbischofs ungestörten Liebesfreuden hingeben, ist eine Groteske. Der Anhang (Personen und Erklärungen) erweckt den Eindruck einer nachträglichen, entschuldigenden Zugabe der Autorin. "Die Ketzerin vom Montségur" kann nur zusammen mit einem Geschichtsbuch empfohlen werden, das eine Verifizierung der zwar reichhaltigen, oft aber auch dubiosen oder ungenauen Hintergrundinformationen ermöglicht. Leichte Lesbarkeit, Unterhaltungsfaktor und die (wohl unbeabsichtigte) Aufforderung zur Prüfung der Romaninhalte lassen zwar noch eine Bewertung mit 2 Amazonsternen zu, jedoch ist den an den Albingenserkriegen interessierten Lesern lieber "Die Geliebte des Ketzers" (Taschenbuchtitel: "Die Rebellin von Avignon" von Hanny Alders zu empfehlen.

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eher durchwachsen 15. Dezember 2010
Von Valentine TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Bertrand de Blanchefort ist erst sechzehn, als fanatisierte katholische Soldaten auf der Jagd nach vermeintlichen Ketzern die Burg seiner Eltern stürmen und er durch einen Geheimgang fliehen und die wichtigsten Familienpapiere retten kann. Seine Familie muss er zurücklassen, seinen besten Freund hat er schon verloren, als die wütenden Horden dessen Familie überfielen. Unterschlupf findet Bertrand bei den Tempelrittern, die ihn eines Tages in ihren Orden aufnehmen werden.

Mit seinen Ordensbrüdern zieht Bertrand ins Heilige Land, doch zuvor hat er Esclarmonde de Foix kennengelernt, eine attraktive und kluge junge Adelige, die sich der Sache der Katharer verschrieben. Während Bertrand im Kampf gegen die Sarazenen in der Ferne weilt, lässt Esclarmonde mit einigen Getreuen die Katharerfestung Montségur auf einem steilen Felsen errichten.

Obwohl ihn als Rittermönch und sie als "parfaite" der Katharer Keuschheitsgelübde binden, kann Bertrand sie einfach nicht vergessen und hält heimlich Kontakt mit ihr, was natürlich niemand erfahren darf, weil ihn so enge Verbindungen zu den verteufelten Ketzern Kopf und Kragen kosten könnten ...

Tempelritter, Katharer und dazu noch Südfrankreich - klingt nach perfekter Ausgangslage für einen guten historischen Roman, wie ich ihn mag. So richtig überzeugt hat mich Helene Luise Köppel hier jedoch nicht, mir fiel es recht schwer, wirklich mit den Personen auf Tuchfühlung zu gehen, die Charakterisierung erschien mir oft ein wenig unscharf und die Sprache an manchen Stellen zu sehr auf "alt" getrimmt und doch gleichzeitig wieder zu modern.

Vielleicht hängt dieses Gefühl auch damit zusammen, dass der Roman mit gut 400 Seiten für einen Historienschmöker relativ kurz ausgefallen ist. So vergehen auf wenigen Seiten mal schnell 10-12 Jahre - durch diese Raffung kommt natürlich eine richtige Entwicklung der Hauptfiguren etwas zu kurz und es entsteht das Gefühl, dass gewisse Punkte der Handlung einfach abgehakt werden.

Ärgerlich auch, dass Bertrand de Blanchefort eine unfreiwillige Zeitreise gemacht hat, da er in Wirklichkeit deutlich früher gelebt hat, und darauf nicht zumindest in einem Vor- oder Nachwort eingegangen wird. Das kleine Verzeichnis von Menschen und Orten am Schluss war ansonsten aber ganz informativ.

Gefallen hat mir die Geschichte an sich, die Verknüpfung zweier faszinierender, vom Glauben geprägter Lebensweisen: hier die sagenumwobenen Tempelritter, dort die legendären Katharer. In so manchem Streitgespräch gibt es recht spannende Einblicke in die Glaubensauffassung der Katharer, auch das Flair der Schauplätze ist gut eingefangen.

Ich bin gespannt, ob die Autorin mich mit ihrem Roman um Rennes-le-Château noch mehr fesseln kann.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kriege im Namen des Glaubens 17. September 2002
Von Elke H.
Format:Taschenbuch
Der Autorin ist es hervorragend gelungen, geschichtliche Zusammenhänge mit einer Liebesstory zu vereinen, auch wenn der Zeitablauf nicht gerade übereinstimmt, aber darauf wurde ja bereits hingewiesen. Das Buch ist ausnehmend gut recherchiert und versetzt den Leser spannend in das Zeitalter der Inquisition. "Kriege" im Namen des Glaubens sind ja bis heute Vorwand für viele Nationen, um ihre wirtschaftlichen Interessen oder ihre Macht über andere Nationen auszuüben.
Ich freue mich bereits jetzt auf Frau Köppels nächstes Werk!
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