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Ketzer: Roman
 
 
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Ketzer: Roman [Gebundene Ausgabe]

Stephanie Parris , Nina Bader
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (37 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

Ausführliche Inhaltsangabe und Rezension: Jetzt reinlesen [443kb PDF]
  • Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
  • Verlag: Limes Verlag (26. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3809025860
  • ISBN-13: 978-3809025863
  • Originaltitel: Heresy
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,6 x 4,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (37 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 372.885 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

„Stephanie Parris beschreibt ein spannendes Kapitel europäischer Geschichte.“ (Wochenendausgabe des Badischen Tagblatts )

„Stephanie Parris ist eine Meisterin des historischen Kriminalromans. Ketzer ist ein literarischer Blockbuster, der einem den Atem stocken lässt vor schierem Nervenkitzel. Eine großartige Leistung eines hoffnungsvollen Schreibtalentes!“ (literaturmarkt.info )

Kurzbeschreibung

Ewig sollst du leiden für deine Sünden …

Giordano Bruno, als Ketzer auf der Flucht durch halb Europa, gerät in die erbarmungslosen Auseinandersetzungen zwischen englischer Staatsmacht und zu allem entschlossenen papsttreuen Fanatikern.

Auf der Flucht vor der Inquisition kommt Giordano Bruno nach Oxford. An seinem ersten Morgen im Lincoln College wird er von einem wild bellenden Hund und den entsetzlichen Schmerzensschreien eines Mannes geweckt. Das Tier wurde auf das Opfer gehetzt, doch der Rektor schweigt. Als ein weiterer Geistlicher, der dem katholischen Glauben abgeschworen hatte, brutal ermordet wird, fürchtet Bruno, dass er der Nächste sein könnte, denn der Mörder scheint es auf Glaubensverräter abgesehen zu haben. Holt Bruno die Vergangenheit, vor der er geflohen ist, wieder ein? Und welche Rolle spielt dabei die geheimnisvolle Tochter des Rektors, die sich verdächtig für Alchemie interessiert und für die der Mönch verbotene Gefühle hegt?

Der streitbare Freigeist Giordano Bruno begibt sich auf den gefährlichen schmalen Grat zwischen Glauben und Ketzerei.


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Kundenrezensionen

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eingeschränkt unterhaltsam 30. September 2011
Von Bücherfan VINE™-PRODUKTTESTER
Amazon Vine™ Rezension (Was ist das?)
Die eigentliche Handlung des Buches setzt in England im Jahr 1583 ein. Der exkommunizierte und vor der italienischen Inquisition geflohene Mönch Giordano Bruno ist im Auftrag von Sir Francis Walsingham, dem Staatssekretär von Elizabeth I., in Oxford bzw. dem dortigen Lincoln College unterwegs, um die geheimen Machenschaften feindlicher Papisten aufzudecken. Einige Jahrzehnte zuvor hatte Heinrich der VIII. sich zum Oberhaupt der Kirche von England ausrufen lassen und sich dadurch endgültig vom Papst und dem katholischen Glauben gelöst. In Frankreich dagegen herrscht der Katholizismus und die Jesuiten und andere päpstliche Anhänger planen den Sturz der englischen Königin. Giordano Bruno hingegen treiben ganz andere Interessen an. Er ist auf der Suche nach einem verschollenen Buch des ägyptischen Hohepriesters Hermes Trismegistos, das von der Unendlichkeit des Universums und der Göttlichkeit in allen Dingen handelt. Unerwartet kommen dem eigenwilligen Philosophen dabei drei grausame Morde, die es aufzudecken gilt, in die Quere. Und auch die attraktive und geheimnisvolle Tochter des Rektors hat es ihm angetan.

Den Dichter, Philosophen und Priester Giordano Bruno hat es wirklich gegeben, weshalb ich mich gewundert habe, dass diese Tatsache nicht am Ende des Buches oder in einem Vorwort erwähnt wird. Bedauerlicherweise schafft es die Autorin nicht, ihre Hauptfigur so originell und liebenswert zu gestalten, dass ich Bruno ins Herz schließen konnte. Er ist irgendwie nicht Fisch und nicht Fleisch. Seine Gefühle für Sophia - die bei mir wegen ihrer Unscheinbarkeit leider keinen bleibenden Eindruck hinterließ - waren beispielsweise für mich nicht nachvollziehbar dargestellt. Auch die aus Ehrgeiz gefällte Entscheidung des Italieners, als Spitzel für die englische Krone zu fungieren, leuchtete mir angesichts seiner eigenen Vorgeschichte und der schrecklichen Folgen für die enttarnten Katholiken, nicht so recht ein. Um den zeitweise etwas drögen Erzählstil etwas aufzulockern, hätte ich mir gewünscht, dass seine Person mit noch mehr Humor und geistreicheren Gedankengängen ausgestattet worden wäre. Teilweise wirkten andere Figuren wie Gabriel Norris oder Walter Slythurst viel lebendiger.

Leider verleitet mich der erste historische Roman der englischen Journalistin Stephanie Merritt (Parris ist ihr Pseudonym) nicht gerade zu euphorischen Lobhudeleien. Denn nach einem überzeugenden Prolog versandete die Geschichte erst einmal über fast 200 (!) Seiten hinweg in gepflegter Langeweile. Zum Glück stieg die Spannungskurve ab dem zweiten Drittel des Buches stetig an, so dass es mir nicht schwer fiel, dem restlichen Geschehen mit Interesse zu folgen. Die Auflösung der Morde war überraschend, auch wenn das Motiv mich nicht überzeugte. Anleihen bei Umberto Eco sind unverkennbar, weisen aber nicht die literarische Qualität des großen Bestsellers auf. Bis auf zwei, drei zeitgemäß geschilderte Folter-und Hinrichtungsszenen ist "Ketzer" erstaunlich modern und etwas oberflächlich geschrieben. Dadurch ließ das Buch sich leicht lesen, machte es mir aber schwer, mich wirklich in die damalige Zeit versetzt zu fühlen. Es fehlte ein wenig an Atmosphäre. Ein rein historischer Roman mit mehr Hintergrundinformationen über die Renaissancezeit mit ihren Glaubenskriegen hätte mir besser gefallen. Trotzdem habe ich mich einigermaßen gut unterhalten gefühlt und denke, dass dieses Buch mitsamt seinen Nachfolgern durchaus seine Leser finden wird. Ich werde es allerdings beim ersten Band belassen und mal wieder "Der Name der Rose" lesen!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
"Die Flamme des Glaubens ... 15. September 2011
Von Tristram Shandy TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Amazon Vine™ Rezension (Was ist das?)
... brennt meist dann am stärksten, wenn sie gerade irgendeinen Scheiterhaufen anzündet." Diese Worte des von mir frei erfundenen Religionssoziologen Ernst Theodor Doehring (1892 - 1973) treffen auch auf das Europa des späten 16. und frühen 17. Jahrhunderts zu, das vielerorts von erbitterten Glaubenskriegen und religiöser Verfolgung zerrissen wurde, in deren Gefolge unzählige Menschen ihr Leben verloren. Just dieses Szenario greift die Journalistin Stephanie Merritt in ihrem Roman "Ketzer" auf, in dem der Philosoph und ehemalige Mönch Giordano Bruno (1548 - 1600) im Jahre 1583 in der ehrwürdigen Universitätsstadt Oxford in eine mörderische Intrige hineingezogen wird, als er sich daranmacht, den bestialischen Mord an einem Universitätsgelehrten zu klären. Schon bald merkt der als Spitzel im Dienste der anglikanischen Kirche stehende exkommunizierte Katholik Bruno, daß das Opfer Verbindungen zur katholischen Kirche hatte, was im elisabethanischen England dem Hochverrat gleichkam. Und schon bald sieht sich Bruno selbst im religiös-politischen Intrigenspiel seiner Zeit verfangen und muß bemerken, daß in Oxford kaum jemand das zu sein scheint, was er vorgibt.

Stephanie Merritt, die unter dem Pseudonym Stephanie Parris schreibt, hat sich für diesen Roman augenscheinlich von Umberto Ecos "Der Name der Rose" inspirieren lassen, denn auch in "Ketzer" haben wir einen recht abgeschlossenen Mikrokosmos - die Universität und die Stadt Oxford -, und auch hier geht es um verbotene Bücher, das Damoklesschwert der Ketzerei, das Wirken der Inquisition sowie eine Serie bizarrer Morde. Allerdings hat die Autorin gar nicht erst versucht, den Stil und die unermeßliche Dichte zu kopieren, mit der Eco die von ihm geschaffenen Welten beschreibt. Statt dessen ist Merritts Erzählweise fast ausschließlich an der Handlung orientiert, ohne dabei jedoch flach und beschränkt zu wirken. Im Gegenteil, der Autorin gelingt es mittels ihrer historischen Kenntnisse, durch anschauliche Beschreibungen - glücklicherweise ergeht sie sich nicht in Geschmacklosigkeiten bei der Darstellung der Bluttaten - Atmosphäre zu schaffen und den Leser gleichzeitig dazu zu animieren, dem Geschehen weiter zu folgen. Eine Figur wie Bruno hätte, in einem universitären Umfeld und noch als Icherzähler allzumal, sich in theologischen und philosophischen Betrachtungen imposanter Länge ergehen können, aber die Autorin hat von solchen Exkursen abgesehen und einen stringenten, alles in allem ordentlich geschriebenen historischen Thriller ersonnen. Wenn man tiefer in diese Epoche eintauchen und dabei nicht auf Belletristik verzichten möchte, dann sollte man eben zu Eco greifen.

Neben der Hauptperson, die auch ihre kleinen charakterlichen Schwächen hat, sind etliche der Nebenfiguren überzeugend ausgearbeitet, wie der opportunistische Rektor Underhill, seine temperamentvolle und intelligente Tochter Sophia, der versnobte Student Gabriel Norris, der scheinbar tumbe Pförtner Cobbett und einige andere.

Der Plot mutet ein wenig konstruiert an - Eco läßt grüßen -, doch erwartet man eigentlich auch von einem spannenden Whodunnit, daß er nicht allzu durchschaubar sein sollte. Dies ist "Ketzer" glücklicherweise definitiv nicht, und so habe ich den Roman denn auch mit ziemlicher Gier verschlungen, und zwar (fast) bis zur letzten Seite.

Besonders gefällt mir, daß die Autorin, ohne didaktisierend zu wirken, gewisse Bezüge zu aktuellen Konflikten nahelegt, womit wir wieder beim Anfang der Rezension wären, denn auch in unserer Zeit ist das Zusammenleben der Religionen nicht spannungsfrei, und alles deutet darauf hin, daß sich diese Konflikte eher verschärfen werden. Merritt hütet sich denn auch, für eine der beiden Konfliktparteien in ihrem Roman Position zu beziehen, haben doch beide Seiten ihre Verbrechen begangen und hat doch auch Bruno durch sein Mitwirken in dem Konflikt eine gewisse Schuld auf sich geladen. So läßt man nach dieser packenden Kriminalgeschichte im Gewande der Frühen Neuzeit das Buch denn auch ein wenig nachdenklich sinken.

Ich jedenfalls bin von diesem historischen Kriminalroman - als solchem - so begeistert gewesen, daß ich sicher auch den zweiten Bruno-Roman lesen werde.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von S. Buddensiek VINE™-PRODUKTTESTER
Was hatte William Bernard an meinem ersten Abend hier so treffend bemerkt? Kein Mann in Oxford war das, was er zu sein schien.
--

INHALT:
England, 1583: Auf der Flucht vor der Inquisition und auf der Suche nach einem geheimnisvollen, als verschollen geltendem Buch, verschlägt es Gìordano Bruno nach Oxford. Dort kommt er im Lincoln College unter, wo er als Philosoph zu einer Disputation vorgeladen ist. Doch schon an seinem ersten Morgen in der Universität wecken ihn lautes Hundegebell und menschliche Schreie. Eines der Ehrenmitglieder des College wurde offenbar vorsätzlich mit dem Hund in den Garten gesperrt. Doch niemand will Brunos Theorie glauben.
Erst als ein weiterer Mann ums Leben kommt, kommt Bewegung in die Menschen. Bruno stellt auf eigene Faust Nachforschungen an und erfährt dabei, dass die Toten einer verbotenen Glaubensrichtung angehörten und demnach Ketzer waren. Er kommt immer mehr Geheimnissen auf die Spur und muss sich schließlich fragen: Was ist, wenn er der Nächste ist?

BUCHAUFMACHUNG:
Das Cover wirkt durch den sandfarbenen Hintergrund mit dem roten, einnehmenden Kreuz sehr auffällig und interessant. Allerdings ist eben dieses Kreuz jenes der Tempelritter, was zu einiger Verwirrung führen könnte und bei mir die Frage aufwirft, warum gerade dieses verwendet wurde. Trotzdem komme ich nicht umhin, zu sagen, dass das Buch klasse gestaltet wurde.

MEINE MEINUNG:
Historische Bücher fanden zwar bereits ihren Weg zu mir, aber einen Thriller, der in einer lang vergangenen Zeit spielt, habe ich bisher noch nicht gelesen. "Ketzer" klang da sehr interessant - und hielt auch in weiten Teilen, was es versprach.

Gìordano Bruno berichtet dem Leser aus der Ich-Perspektive seine Geschichte, wodurch besonders seine sehr interessanten Gedankengänge und philosophischen Weltansichten, die heute weitestgehend bestätigt sind, sehr gut zur Geltung kommen. Besonders seine Flucht aus dem Kloster nach dem Auffliegen seiner "Ketzerei" gefiel mir, weil vor allem dort die Umstände klar wurden, in denen er lebte. Der Schreibstil ist passend zur Zeit und oft mit schönen Beschreibungen durchsetzt, die das Geschehen lebendiger erscheinen lassen.

Nach dem Prolog allerdings plätschert die Geschichte gut 100-150 Seiten nur so vor sich hin, Bruno kommt nach Oxford, quartiert sich dort ein, nimmt an einem Essen teil, unterhält sich mit einigen Menschen und findet die Tochter des Rektors anziehend. Zwar blieb ich am Ball ob der authentischen Umgebung, den guten Dialogen und toll recherchierten Aspekte, die die Autorin immer wieder einfließen lässt, dennoch könnte hier bei anderen Lesern leicht größere Langeweile aufkommen.

Als dann allerdings endlich etwas passiert, geht es richtig los. Der Tod eines der Fellows wird insbesondere vom Rektor als Unfall abgetan, doch Bruno ist sich schnell sicher, dass es Mord war. Von da an fieberte ich richtig mit, denn auf der Suche nach dem Täter werden so einige spannende Geheimnisse gelüftet, die in Atem halten. Ich war kontinuierlich gefesselt, während ich mich auf niemanden als potenziellen Mörder festlegen konnte, was mir sonst selten geschieht.

Auch die Figuren hat Stephanie Parris gut ausgearbeitet, insbesondere den undurchschaubaren, feindseligen Slythurst, den auf seine Ehre bedachten und dabei alles in den Hintergrund stellenden Rektor Underhill und auch Bruno selbst, wenngleich dieser mir einige Male zu waghalsig und auch in gewisser Weise gutgläubig war. Einzig mit der Tochter Underhills wurde ich nicht warm, sie wird als intelligent und schön dargestellt, benimmt sich aber insbesondere zum Ende hin äußerst töricht und geradezu liebeskrank, weshalb ich auch Gìordanos Vernarrtheit nicht verstehen konnte.

Die Spannung wird durch einige Irrungen und Verwirrungen am Ende großartig gesteigert, viele Personen entpuppen sich als anders als erwartet, was mir sehr gefiel. Die Aufklärung ist ebenso schlüssig wie glaubhaft, aber zwischendurch doch auch ein wenig verwirrend; es geht alles so schnell. Die gesamte Lösung wird hier in einem Gespräch aufgedeckt, in dem der Täter sich selbst verrät, was ich doch recht schade fand. Brunos Hingabe für Sophia konnte ich auch hier nicht verstehen, dennoch war ich vom Schluss positiv beeindruckt ob der Ausarbeitung und des Realismus'.

FAZIT:
"Ketzer" ist ein sehr interessanter historischer Thriller mit weitestgehend gut ausgearbeiteten Charakteren und einer schlüssigen Geschichte. Durch ein paar Längen besonders am Anfang, einige unglaubwürdige Taten seitens der Hauptperson und des nervigen Charakters der Sophia ziehe ich zwar einen Punkt ab - dennoch empfehle ich den Roman allen, die gern historisch und glaubwürdig unterhalten werden möchten!
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