Vor etwa einem halben Jahr habe ich in einem Internetforum erstmals Modelle in Slip Stitch Crochet gesehen und war sofort begeistert. Kurz darauf hatte ich Gelegenheit, durch eine - übrigens kostenlose - Anleitung der Autorin die Technik zu lernen. Seitdem habe ich immer wieder nach Büchern gesucht, die Anleitungen dafür bieten, und nur sehr wenige (englische) gefunden. Ich war deshalb begeistert, als endlich dieses Buch bei Amazon aufgetaucht ist, und ich bin es immer noch!
Das Buch bietet insgesamt 18 Modelle, darunter mehrere der von mir so geliebten Kombis aus Mütze und Schal. Wie hier bereits erwähnt wurde: Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Mir gefallen sie! So nett es auch sein mag, eine Vogue Knitting durchzublättern, letztlich sieht das meiste davon eben doch nur an jugendlichen Models gut aus, dazu kommt, dass ich viel zu wenig Zeit habe, um sie mit dem häkeln oder stricken von Eintagsfliegen zu verschwenden. Andererseits möchte ich aber auch keine altmodischen Sachen haben. Das ist gerade beim Häkeln ein großes Problem.
Ich suche deshalb Modelle, die mich einerseits beim häkeln oder stricken unterhalten, also technisch anspruchsvoll genug sind, um meine Aufmerksamkeit zu fesseln, die mir aber auch gut stehen und die ich lange Zeit und häufig tragen kann, vor allem aber, in denen ich mich wohlfühle.
Hier in diesem Buch habe ich sie gleich im Dutzendpack gefunden; für alle, die meine Haltung nicht teilen, bietet Amazon ja glücklicherweise die Möglichkeit, einen Blick ins Buch zu tun und sich vor einer Bestellung einen Eindruck von der Stilrichtung zu verschaffen. Die dort gezeigten Modelle sind recht repräsentativ für das Buch.
Was mich ein wenig irritiert, ist die hier teilweise sonst geäußerte Kritik.
Die Topp-Bücher aus der Reihe sind alle gleich dick, beziehungsweise dünn, und gleich aufgebaut. Die Umschlagseiten sind aufklappbar, dort findet man alles Wesentliche in Kurzfassung, ebenso das Abkürzungsverzeichnis. Wenn man die vordere Umschlagseite aufklappt, findet man dort auch den Hinweis, dass dies eine Technik ist, die sich von herkömmlichem Häkeln unterscheidet und geübt werden sollte, damit man sie schön hinbekommt. Der Tipp ist richtig, ging mir genauso.
Mein Rat an alle, die die Technik tatsächlich lernen wollen: Die Häkelnadel wie ein Messer in die Hand nehmen (anders als die sonst in Deutschland übliche Bleistifthaltung) und dann üben, üben, üben. Dazu ruhig auch unterschiedliche Häkelnadeln (ich nehme KnitPro Holz, andere bevorzugen japanische Häkelnadeln dafür) und Garne ausprobieren. Und immer schön den Daumen auf die Masche legen während man die nächste holt. Nach zwei bis drei Abenden hat man es dann drauf.
Ah, und noch was. Es sieht immer erst mal wobbelig aus, ähnlich wie gestrickte Lace. Die Sachen müssen gewaschen und zum Teil auch gespannt werden. Also nicht entmutigen lassen!
Und ich freue mich jetzt schon auf das nächste Buch! Hoffentlich wird es noch viele mehr in der Technik geben!