Nachdem ich heute erst das Gerät erhalten habe und vorhin den ersten halbstündigen Lauf hinter mich gebracht habe, möchte ich an dieser Stelle etwas zum Thema Wahl des richtigen Geräts im Allgemeinen sowie meine Ersteindrücke vom CTR3 im Speziellen schildern. Im Laufe der Zeit werde ich meine Rezension mit Sicherheit noch ergänzen und ggf. auch anpassen.
1. Entscheidungsfindung
Meines Erachtens ist der erste Eindruck bei einem Produkt wichtig; ich selbst tue mich jedenfalls oft schwer, wenn ich ein neues Gerät erworben habe, und benötige einige Zeit, bis eine gewisse Zufriedenheit eintritt (sowas nennt sich wohl auch "kognitive Dissonanz"... bei Interesse können Sie ja mal im WWW recherchieren, die Erklärung würde hier Eindeutig zu weit führen).
Wie dem auch sei: ich habe den Crosstrainer unter anderem aus diesem Grund nicht "blind" online geordert, sondern war in einem Fachgeschäft und habe mich dort beraten lassen - das ist auch einer der Gründe, warum ich meine Rezension so früh -manch Einer könnte meinen, zu früh- verfasse: testen Sie solche Geräte bitte bitte unbedingt VOR Bestellung im www!
Die dollsten Stiftung Warentest Testergebnisse helfen nix, wenn man sich auf dem Gerät nicht wohl fühlt; sei es, weil Kleinigkeiten stören (das Plastik wirkt beim CTR3 teilweise sehr, sehr billig...) oder ein wirklich gewaltiger Haken an der Sache ist. Ein möglicher Kasus Knacktus wäre beispielsweise der Bewegungsablauf: beim CTR3 handelt es sich um ein Modell, bei dem das Schwungrad hinten sitzt, d.h. die Bewegungsfolge ist eher hoch als flach und ähnelt daher dem Joggen - wohlgemerkt, ohne die Gelenke zu belasten! Wem das nicht gefällt, kann beispielsweise auf Ellipsen-Trainer zurück greifen. Das sind auch Croisstrainer, aber das Rad sitzt vorne; somit die ist Bewegung sehr flach und ähnelt dem Walken oder Ski Langlauf.
Leider benötigen die Ellipsen-Geräte deutlich mehr Standfläche; dafür sind die Pedale aber enger beieinander, was für kleinere Menschen wiederum ein Problem beim CTR3 sein könnte - "O-Beine" beim Training führen nirgendwo hin. Für ein Gerät dieser Bauart ist die Pedalerie beim CTR3 allerdings wirklich nah beieinander. Billig-Crosstrainer sind da viel problematischer.
Das sind alles mal ein paar generelle Tipps, die man beim Kauf eines Crosstrainers beachten sollte - ich könnte noch weiter ins Detail gehen, aber stattdessen rate ich Ihnen, selbst zu gehen - und zwar ins Fachgeschäft ;-)
2. Lieferumfang
Beim Trainer ist -eigentlich- alles dabei, was man so benötigt. Das heißt:
- Aufbau-Anleitung
- der demontierte Crosstrainer mit reichlich Schräubchen und Bastelteilen
- Bordcomputer-Anleitung (ganz ehrlich eine der schlechtesten Anleitungen, die ich je gesehen habe...!)
- Trainings-Tipps und Grundlagen auf immerhin 7 Seiten - man erfährt so ganz grob, was es mit dem Puls auf sich hat und wie man trainieren sollte
Das Wörtchen "eigentlich" habe ich sehr bewusst eingebaut: die im Gerät integrierte Pulsmessung an den mittleren Griffen taugt nämlich nix. Da kann Kettler nichts dafür, das können andere Hersteller ebenso wenig und liegt einfach in der Natur der Sache (-> der menschlichen Biologie). Es gibt in der Tat sogar Menschen, bei denen derartige Handgriff-Methoden gar nicht funktionieren - fragen Sie mich bitte nicht warum, ich bin kein Arzt. Aber auch wenn ein Puls bei den Griffen angezeigt wird: erstens muss man beim CTR3 zur Messung umgreifen, d.h. das Ergebnis ist verfälscht und der Puls nicht permanent sichtbar, und zweitens ist die Messung sehr ungenau. Ein Brustgurt, z.B.von Polar, ist daher sehr empfehlenswert (am besten einer, bei dem man die Batterie selbst wechseln kann!).
[Ich selbst habe dieses Modell bei Amazon erworben:
POLAR Trainingscomputer FT40M greyDie Rezension werde ich irgendwann auch noch schreiben, aber für den Moment nur soviel: Gurt anlegen, auf den Crosstrainer steigen und der Puuls wird angezeigt - perfekt! Außerdem kann die Uhr einen wirklichen Fitness-Test machen und den reellen Puls-Wert für Ausdauer- und Fettabbau-Training ermitteln; die weniger zuverlässige Methode nach Alters-Angabe funktioniert mit dem Bordcomputer des Crosstrainers fürs Erste auch (-> erneut rate ich, sich im WWW schlau zu machen).]
Geliefert wird das Gerät in einer Kiste, die ungefähr die Abmessungen einer halben Euro-Palette hat. Für den Transport der Kiste benötigt man wegen des Gewichts einen Hubwagen (auch liebevoll "Ameise" genannt...Erinnerungen an den Zivildienst werden wach!) und für die demontierte Basis zumindest noch einen zweiten Mann. Ich wohne Gott sei Dank ebenerdig, d.h. der Transport in den Hobbyraum war zu zweit kein großes Problem.
Interessante Randnotiz: Kettler gibt meines Wissens nirgendwo das Gewicht des kompletten Crosstrainers an, nur das der Schwungmasse - oder irre ich mich?
3. Aufbau
Ich machs kurz: der Lieferant aus dem oben erwähnten Sport-Fachgeschäft hat das Ding innerhalb einer halben bis dreiviertel Stunde fachgerecht montiert - ob der Aufbau alleine auch so schnell von statten gegangen wäre, weiß ich nicht. Ich denke aber eher: nö!
Auf jeden Fall weise ich an dieser Stelle mal noch auf vier Schrauben am unteren Hals-Ende (das Ding, auf dem der Computer sitzt...) hin: zwei vorne, zwei hinten. Das sind die einzigen Schrauben, die regelmäßig kontrolliert werden MÜSSEN! Ansonsten erlischt die Gewährleistung! Erst müssen die zwei vorderen, dann die hinteren Schrauben geprüft werden - steht aber auch alles auf einem großen, nicht zu übersehenden Aufkleber am Gerät.
Der Rest des Crosstrainers ist lt. meinem Händler wartungsfrei. Und wenn erst mal die Rollen unter der Vorderseite montiert sind, ist das Gerät problemlos auch alleine zu verschieben - selbst auf Teppichboden.
4. Ersteindruck
Ich bin sehr angetan von dem Gerät. Es ist nicht übermäßig verschnörkelt, aber auch nicht kantig oder klotzig. Halt ein modern und aufgeräumt wirkendes Sportgerät, das zur Not auch im Schlaf- oder ggf. sogar Wohnzimmer unterkommen könnte, wenn man nicht den Luxus eines Gerümpel- äh Hobbyraumes hat. Wäre der Vergleich nicht so abgegriffen (und würde ich keinen Astra fahren - aber das ist eine andere Geschichte...) ,würde ich ihn als Golf unter den Crosstrainer bezeichnen.
Bei näherer Betrachtung fällt wie zuvor erwähnt auf, dass die Abdeckungen der Scharniere, an denen die Gelenkstangen sitzen, aus allerbilligster Pappendeckel-Plaste bestehen. Ebenso irritiert etwas, dass das Gerät Strom aus der Steckdose benötigt. Wen das stört: Geräte ab ca. 1200,- EUR haben bessere Abdeckungen und benötigen idR kein Netzteil mehr... ich habe jetzt nicht berechnet, wie viele Jahrzehnte ich trainieren müsste, um die Differenz zwischen dem CTR3 und dem teureren Modell über den gesparten Strom zurück zu erstrampeln, aber aus dem Bach heraus würde ich sagen, sehr sehr lange! Und die Plaste braucht man ja auch nicht zu montieren; dann hat man ordentlich viel kugelgelagerten Stahl vor der Nase bzw. schräg unterhalb der Füße (also halt da, wo die Gelenkstangen mit dem Fuß-Gestänge verbunden sind).
Was mich am Meisten stört, das sind die rutschigen Polster, die an den Griffen befestigt sind. Beim Training rutschen diese immer um wenige Zentimeter, nach unten, so dass der blanke Stahl herausschaut.
Wichtiger als Plaste, rutschige Polster und externe Stromversorgung ist mir die Tatsache, dass das Gerät doppelte Kugellager und einen ordentlich zu bedienenden Bordcomputer besitzt - dazu gleich mehr. Zuvor will ich nämlich noch erwähnen, dass das Gerät -immerhin auf einem niedrigen Teppichboden- bombenfest steht! Und zwar egal, ob man (also ich) da mit seinen knapp 90 kg drauf trainiert oder nicht. Ausgelegt ist der Trainer übrigens bis 150 kg; meinem Ersteindruck zufolge hält er, was Kettler da verspricht.
Die Fuß-Pedale sind in drei Positionen arretierbar, so dass sowohl kleinere als auch größere ZeigenossInnen ihren Platz auf dem Gerät finden sollten.
Und noch eine wichtige, allerletzte Eigenschaft: die Griffe weisen keine Weichmacher auf. Das war für mich -leider- das k.o. Kriterium bei folgendem Modell (das weiß ich aus dem Stiftung Warentest Test aus Februar 2011, bei dem der CTR3 Testsieger wurde):
Reebok Crosstrainer C 5.1eIn wiefern Weichmacher überhaupt Auswirkunden haben, weiß ich natürlich nicht (verdammt, Jim, ich bin BWLer und kein Arzt ;- . Aber im Zweifel habe ich mich halt gegen den potenziellen Schadstoff entschieden... das muss aber wirklich jeder mit sich selbst ausmachen und wird hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt.
So, nun aber Tacheless:
5. Die Erstbesteigung
Der Crosstrainer ruft!
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