Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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65 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
naja, 4. Oktober 2008
Ich habe das Buch als interessierter Laie gekauft, um Konkretes über die Krise zu erfahren, speziell, was sie für uns in Deutschland bedeutet und noch bringen kann. Sozusagen, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen bzw. auch, um zu erfahren, wo wir stehen (bzw. zur Drucklegung des Buches standen).
Sicher bin ich zu wenig versiert, um möglicherweise enthaltene feine Finessen angemessen zu würdigen. Aber im Großen und Ganzen hat mir das doch recht teure Buch nicht viel Neues beschert. Wie aus der Vermarktung von Subprime-Krediten die Finanzmarktkrise wurde, habe ich mir schon vorher so etwa zusammengereimt.
Wie die Produkte im Einzelnen heißen, wer die Akteure im einzelnen sind, hatte mich vorher nicht besonders interessiert und fesselte mich auch im Buch nicht; ebenso wenig die Frage nach den Schuldigen, die ja doch sehr sichtabhängig zu sein scheint.
Zu den Anlageempfehlungen - naja. Ich habe das Buch gewiss nicht deshalb gekauft, trotzdem interessierte mich natürlich die Meinung des Autors. Die bestand für den Normalanleger in: einer guten Mischung aus sicheren Wertpapieren, Immobilien und Gold ... hm ... auch in dieser Kürze gegeben ... man möge mir verzeihen, aber das finde ich doch auch bei "Frau im Spiegel", dass man jetzt auf Nummer sicher gehen sollte?
Wie gesagt, vielleicht ist ja ein Kenner der Materie begeistert. Vielleicht hat der Autor seine Szenarienketten auch nur nicht weit genug ausgeführt, um auch mir klarzumachen, wohin sie letztlich führen (zum Beispiel endete das "pessimistische Szenario" mit einen Ölpreis von x (130 $, glaube ich), einem Dollarkurs von 1,80 ¤ ... dem Eingeweihten mag da aufgehen, was das alles nach sich zieht, mich ließ das erst einmal kalt.
Überhaupt vermisste ich ein wenig das Anschauliche.
Gleichzeitig ist schön, dass auf jegliche Reißerischkeit verzichtet wurde.
Noch ein Detail, das mir hin und wieder auffiel. Da wird gesagt, dass die Banken ihre Kreditrisiken auf eigens gegründete Firmen übertragen und auslagern. Dann folgte ein Satz etwa wie "Dennoch stehen die Banken natürlich für die Verluste dieser Firmen gerade". Ohne weitere Erklärung, dabei ist gerade das der missing link für mich, schon vor Kauf des Buches gewesen: Warum, wo sie doch ausgelagert sind? Als Laie stand ich immer wieder vor einem Riss in der Plausibilitätskette. Für den Profi sicher leicht zu überbrücken, für mich nur mit einem resignierten Schulterzucken hinzunehmen.
Fazit: ja, gut zu lesen, ja, gut geschrieben, ja, man fühlte sich als Leser für voll genommen; aber - eeehm - irgendwie zu wenig, zumindest für den Preis. Zu wenig Neues, zu wenig Bildhaftes, zu wenig "von außen betrachtet" eventuell auch.
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34 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
über die Subprimekrise zur Kreditkrise und wie es weitergehen könnte, 2. März 2008
Das Buch beschreibt wie es zur derzeitigen Krise kommen konnte, welche Ursachen dafür verantwortlich sind und stellt einige Szenarien dar, wie es in den nächsten 2 Jahren weitergehen könnte.
Die ersten beiden Kapitel S.7-S.52 bescheiben in allgemein verständlichen Worten - also auch für Laien gut lesbar - was in den letzten Jahren passiert ist und wie es zur derzeitigen Kreditkrise kommen konnte. Münchau macht deutlich, dass die Subprimekrise nur die Spitze des Eisberges darstellt und Teil einer größeren Kreditkrise ist.
Kapitel 3 und 4 sollen dem Leser den Hintergrund zu den Finanzprodukten vermitteln. Für Kenner der Materie sind diese Seiten zu überschlagen, auch weil vieles ungenau und zum Teil sogar falsch (S.70) dargestellt ist.
Die letzten Kapitel 5-8 (S.151-206) sind wieder sehr gut geschrieben und stellen verschieden mögliche Szenarien für die nächsten Jahre vor.
Leider kann auch Münchau nicht in die Zukunft schauen, aber die möglichen Szenarien sind alle plausibel und möglich. Das Thema "Inflation" hätte etwas deutlicher vertieft werden sollen und auch wie man sich dagegen schützen kann. Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch, sofern man die Kapitel 3 und 4, die immerhin etwa die Hälfte des Textes ausmachen, überspringt.
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22 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ich glaube nicht, dass sich an der Hauptursache der Krise etwas wirklich ändern wird, die Gier und die Sucht nach Rendite , 21. Januar 2009
In seinem preisgekrönten Buch "Vorbeben" hatte der Wirtschaftsjournalist Robert Münchau, ein profunder Kenner und Analyst der Materie schon relativ präzise und detailliert angekündigt und vorhergesehen, wie sich im Laufe des Jahres 2008 die Situation auf den weltweiten Finanzmärkten entwickeln würden. Er hatte ganz genau und auch für Laien verständlich beschrieben, wie die heutigen hochkomplizierten Finanzmärkte funktionieren, ihre verschiedenen Instrumente genannt und bewertet und gezeigt, wie sie in kürzester Zeit ganze Finanzzweige vernichten können.
Aus dem Vorbeben ist nun der größte anzunehmende Unfall geworden , ein GAU des Finanzsystems, eine Kernschmelze ungeahnten Ausmaßes, längst noch nicht abgeschlossen. Ein Vorgang, der die ganze Welt in den nächsten Jahren noch in eine Wirtschaftskrise von bisher nicht gekannten Dimensionen stürzen wird.
Mit dem vorliegenden Buch hat Robert Münchau "Vorbeben" angesichts der Vorgänge des Jahres 2008 komplett überarbeitet und zeichnet sehr verständlich und dennoch schockierend die Vorgänge nach, die die vielen Blasen zum Platzen brachten. Er analysiert mit kühlem Kopf und bezeichnet die auf der ganzen Welt hektisch geschnürten Finanzpakete als Tropfen auf den heißen Stein. Selbst wenn sie irgendeine positive Wirkung haben sollten, können sie die Weltwirtschaft nicht wirklich aus dem tiefen Tal herausführen, in das die hemmungslose Gier und die Sucht nach der Maximalrendite die Welt gestürzt haben.
Ich persönlich glaube auch nicht daran, dass sich an dieser Gier und dieser Sucht etwas Entscheidendes ändern wird. Wenn ich sehe, wie nun von dubiosen Direktbanken überall mit hochprozentigem Tagesgeld geworben wird, dann herrscht dort noch genau derselbe Geist und dieselbe Haltung vor. Wie vorher an den Börsen und bei den Hedgefonds.
Es sind, so finde ich, eben nicht nur die "Banker" und die Börsenfreaks, die diese Entwicklung beschleunigt haben und sich noch immer nicht wirklich geändert haben, sondern es sind auch die einfachen Anleger, die auf die Werbungen mit hoher Rendite hereinfallen und so die Fonds, in die sie einzahlen unter entsprechenden Druck bringen.
Dennoch: wer als Bankangestellter, egal ob nun mit Auftrag seines Vorstandes oder nicht, einem Rentner unsichere Papiere verkauft, wie das bei den Lehmann-Papieren der Fall war, obwohl er genau weiß, wie unstabil dies ist, nur weil er dabei eine hohe Provision kassiert, handelt extrem kriminell. Wir müssen zu einer Ethik des Wirtschaftens und des Beratens im Finanzsektor finden, die solches Verhalten ächtet.
Ob das gelingen wird, daran habe ich angesichts der Sucht der meisten Menschen nach mehr meine Zweifel. Sobald die Krise überstanden sein wird, wird es wieder losgehen.
Auch dieses hervorragende Buch wird daran nichts ändern. Ich kann es dennoch sehr empfehlen.
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