Einen großen Teil des Buches nimmt der allgemeine und praktische Teil ein - ganze dreißig Seiten befassen sich mit der Reisevorbereitung und auch der Geschichte und Religion Indiens wurde viel Raum eingeräumt. Hier folgt Thomas Barkemeier wohl seiner Begeisterung für Geschichte, Politik und Philosophie. Das Buch ist also eher für Reisende, die zum ersten Mal nach Indien reisen oder sich intensiv über das Land und die Hintergründe informieren möchten. Nach der Lektüre kann man mitreden bei Tanz, Musik und Architektur und kennt nicht nur die wichtigsten Musikinstrumente, sondern auch den Unterschied zwischen Raga und Tala und den wichtigsten Tänzen und ihren Masken.
Dennoch kommt auch der Reiseführerteil nicht zu kurz. Die Autoren haben sich intensiv mit der Region auseinandergesetzt und kennen das Gebiet wie ihre Westentasche. Manche Karten enthalten sogar zwischen sechzig und siebzig Angaben über Hotels, Restaurants, Läden und Sehenswürdigkeiten. Schon bei der Ankunft wird man an die Hand genommen und sicher vom Bahnhof oder der Busstation in die gebuchte Unterkunft oder die nächste Touristen-Agentur geführt. Fast nie fehlen Informationen, wo man die aktuellen Tageszeitungen oder neuen Lesestoff bekommen kann. Der Führer ist den heutigen Anforderungen und Bedürfnissen von Individualreisenden angepasst. Meist werden mehrere Internet-Cafés genannt und nach Übertragungsgeschwindigkeiten aufgeschlüsselt.
Die Orte selbst werden zunächst in einem kleinen Text vorgestellt, die Einwohnerzahl und die Vorwahl-Telefonnummer sind genannt. Es gibt Hinweise zur Orientierung im Ort - dem folgen die Sehenswürdigkeiten, Hotels, Restaurants .... Auch eine Karte, auf der die wichtigsten Punkte eingezeichnet sind, fehlt nicht. Die Autoren teilen ihre persönlichen Erfahrungen und Eindrücke mit und geben viele Insider-Tipps. Es wird in der Regel eine große Auswahl an Unterkünften und Restaurants in drei Preisklassen vorgestellt. Fast alle werden noch mal durch einige Sätze näher erläutert, so weiß man, worauf man sich einlässt. Dass Angaben über Öffnungszeiten, Adressen, Telefonnummern und Eintrittspreise nicht fehlen, versteht sich von selbst. Ergänzend kann man sich in zahlreichen Essays etwa über die heiligen Kühe, die Götterwelt Indiens oder die Rolle der Frau ein Bild von der Gesellschaft machen. Der Führer ist sehr ansprechend mit vielen Farbfotografien gestaltet und lädt zum Blättern ein, auch gezielt gesuchte Informationen lassen sich schnell finden.
Alles in allem ist man als Individualreisender mit diesem Handbuch gut gerüstet und hat einen umfassenden Führer, der auch das Reisegepäck nicht allzu sehr belastet, und kann sich gut vorbereitet auf sein Reiseland freuen.