Mit - laut Verlagsangaben - 37 mal 29 cm hat man hier mal wieder das wirklich große Format ausgepackt, um die Bilder von Michael Poliza und seinen Kollegen Steve Bloom, Paul McKenzie und Federico Veronesi zu veröffentlichen. Damit fügt sich dieser Band gut ein in die schon erschienenen Bücher Polizas über Südafrika und die Antarktis, die eine identische Größe haben. Und genau wie bei diesen Büchern auch profitiert die hier abgebildete Form der Photographie durchaus von der Größe. Wer das jetzt nicht glaubt, der sehe sich einfach Seite 202 an, da kann man physisch erleben, was es heißt, UNTER die Zebras geraten zu sein.
Kenya, das legt natürlich den Gedanken an eine Safari nahe. So gibt es hier natürlich auch wieder herausragende Tierphotographie, der man den Sinn für den richtigen Moment, beziehungsweise die Geduld auf diesen zu warten, anmerkt. Über die schon bekannte Leidenschaft von Poliza für Aufnahmen von Schwärmen, Herden oder anderen Tiergruppen hinaus fallen hier mehrere Aufnahmen auf, in denen das Thema Bewegung und Geschwindigkeit eine Rolle spielt. Er statisch wirken dagegen viele Landschaftsaufnahmen, deren Reiz eher darin liegt, dass sie dem Betrachter vermitteln, dass er auch auf einem ganz anderen Planeten sein könnte als in dieser Welt. Bei Poliza und seinen Kollegen, da ist die Welt immer gleich ein wenig bunter, schroffer und schärfer, als sie es in Wirklichkeit ist. Aber vielleicht fehlt mir ja auch nur das persönliche Afrikaerlebnis, um das entsprechend würdigen zu können.
Dem Bildteil ist im Buch ein - wie bei TeNeues üblich - mehrsprachiges Verzeichnis der Bilder nachgeordnet. Hier werden die Aufnahmen erklärt, was hilfreich ist, besonders bei Bildern, die auf den ersten Blick fast unwirklich erscheinen. Außerdem erfährt man auch etwas über die Bilder, die die Menschen und ihre Kultur in der Landschaft zeigen, einige Rituale der Massai haben ebenfalls zu beeindruckenden Bildern beigetragen. Zuletzt erinnert noch ein Spendenaufruf daran, das die Landschaft, die Tiere und die Kultur ihrer Bewohner Gefahren ausgesetzt sind, und der WWF das seine tut, um die hier abgebildeten Schönheiten über den Verlauf der Zeit zu retten. Er bleibt also zu hoffen, das die großartigen Eindrücke, die die Bilder dieses Buches von Kenya ermöglichen, auch in der Wirklichkeit noch eine Weile erlebbar bleiben.