Man sollte sich von dem "Robocop"-Design nicht abschrecken lassen. Die Produktfotos sind etwas unglücklich geraten, denn auf der Küchenarbeitsplatte sieht die Maschine zwar groß aber weit weniger martialisch aus. Außerdem ist die Maschine ein echtes Küchenwerkzeug und kein Spielzeug, das hübsch in der Designküche aussehen soll.
Wie es sich für ein Küchenwerkzeug gehört, ist die Maschine dann auch zweckmäßig, einfach zu bedienen, langlebig (hoffe ich) und einfach zu reinigen. Die Maschine ist sehr kräftig. Im Betrieb habe ich nie den Eindruck, dass sich Motor und Getriebe irgendwie besonders anstrengen würden, egal wie schwer der Teig auch ist. Knethaken und Rührer bestehen aus schwerem, polierten Edelstahl. Der Rührkessel aus Edelstahl sitzt fest, der Rührarm verwindet sich nicht beim kneten schwerer Teige. Die Maschine ist schwer und wandert nicht über die Arbeitsplatte. Ein elektronischer Regler hält die Drehzahl einigermaßen konstant. Die Maschine lässt sich dank der drei Anschlüsse (4, wenn man die Aufnahme für die Rührwerkzeuge mitzählt) umfangreich und sinnvoll aufrüsten (auch mit Zubehör von Fremdanbietern).
Der Edelstahlkessel lässt sich prima zum Rühren von Cremes ins Wasserbad stellen.
Nachteile? Gibts auch.
- Will man Teig kneten, klappt das zunächst auch gut. Nach einiger Zeit fährt der Teig dann aber am Knethaken Karussell und wird nicht mehr geknetet. Ein schönes Brot gelingt dabei aber trotzdem. Ich würde nur gerne selbst bestimmen, wie lange ich den Teig kneten will.
- Klappt man den Arm hoch oder guckt sich die Unterseite der Maschine an, findet man graues, dünnes Plastik von nicht gerade hoher Qualität. Auch der mitgelieferte Spritzschutz macht keinen sehr stabile Eindruck auf mich. Die Kunststoffteile werden zwar mechanisch nicht beansprucht, bei einer Küchenmaschine dieser Preislage würde ich mich aber auch bei diesen Details über höchste Qualität freuen.
- Das Netzkabel wird nicht automatisch mit Federkraft aufgewickelt. Vielmehr stopft man das Kabel von Hand durch ein seitliches Loch in eine kleine Box (aus besagtem Kunststoff) unter der Maschine. Ziemlich rudimentär, aber immerhin keine mechanischen Teile, die kaputt gehen könnten.
Wer Probleme damit hat, Produkte "Made in China" zu kaufen, sollte sich nach einem anderen Gerät umsehen (viel Glück!), dem sein aber versichert: Diese Maschine ist sehr gut verarbeitet, arbeitet ausgezeichnet (Einschränkung siehe oben) und ist ihr Geld wert.
Nachtrag:
Nachdem ich jetzt ca. ein halbes Jahr intensiv mit der Maschine gearbeitet habe, kann ich sagen, dass die Maschine wirklich ausgezeichnet ihren Dienst tut, wenn man einmal vom Teigkneten absieht.
Was das Teigkneten angeht, passiert das oben erwähnte "Karussellfahren" häufig bei Hefeteigen. Ich verarbeite ca. 2 kg Mehl pro Woche zu Brot und Brötchen. Bei dieser Menge finde ich das eher mangelhafte kneten von Hefeteigen noch hinnehmbar. "Kurze" Teige wie Roggen-Sauerteig knete ich lieber mit dem Rührwerkzeug. Auch beim Kneten von Wurstbrät arbeitet die Maschine eher ungenügend.
Wer eine Knetmaschine speziell für das Brotbacken sucht, sollte sich lieber nach einem anderen Gerät umsehen. Leistungsmäßig hat die Kenwood jedenfalls überhaupt keine Probleme mit großen Teigmengen und das Zubehör ist sehr gut zu gebrauchen.