Den "Klangtipp" einer Audio-Fachzeitschrift hat das Gerät sicher verdient, auch die Einstellungen zur Anpassung sind sehr umfangreich. Allerdings ist das auch eher etwas für Leute, die den Klang einmal ihrem Auto anpassen und dann in Ruhe lassen. Schon der Wechsel zwischen den vorgegebenen Equalizer-Presets ist so umständlich, dass man nicht während der Fahrt das Preset dem aktuellen Musikstil anpassen will. Lautstärke-Knopf 2x drücken, Menüpunkt suchen, nochmal Knopf drücken, Preset suchen, nochmal Knopf drücken, und dann mit dem winzigen Zurück-Knopf wieder Schritt für Schritt raus aus den Menüs.
Sehr praktisch finde ich dagegen die etwas versteckte Möglichkeit der "Volume offsets". Man kann damit z.B. USB und CD etwas leiser machen, damit der Verkehrsfunk nicht zum leisen Flüstern oder das Umschalten von Radio auf CD zur Tinnitus-Gefahr wird.
Bei der Navigation auf USB-Sticks hat man leider nur die Wahl zwischen Pest und Cholera:
Variante 1: Man verwendet die ordnerbasierte Navigation. Dabei ist recht lästig, dass es (normalerweise*) nur die Möglichkeit gibt, mit der "Band"-Taste einen Ordner vor zu springen. Hat man den gewünschten Ordner übersprungen oder will den letzten Ordner nochmal hören, hilft nur die Such-Taste. Und da fängt das Bedien-Drama an: Die Such-Navigation ist ähnlich umständlich wie das oben beschriebene Wechseln der Presets, also ohne Verkehrsgefährdung nur im Stau, auf Parkplätzen oder (wenn man schon etwas geübt ist) an gerade rot gewordenen Ampeln halbwegs brauchbar. Erschwerend kommt hinzu, dass das Radio nicht etwa die Ordnernamen anzeigt, sondern nur "FOLDER 01" usw. Da muss man seine Stick-Inhalte schon sehr gut kennen...
* Manche Lenkrad-Fernbedienungen bieten glücklicherweise auch eine Taste fürs Zurückspringen, z.B. der Adapter, den ich für meinen Clio gekauft habe. Allerdings kostet der aus unerfindlichen Gründen mehr als das Radio.
Variante 2: Man erstellt mit dem "Kenwood Music Editor Light" eine Datenbank auf dem Stick. Dann kann man in der Suche auch vergleichsweise geschickt nach Genre, Interpreten, etc. suchen - wiederum natürlich nur, wenn man gefahrlos länger auf das Display schauen kann. Als netten kleinen Bonus unterstützt das Tool auch ID3V2 statt, wie das Radio selbst, nur das veralterte ID3V1. Leider gibt es aber auch gewaltige Nachteile. Die Auswahl wird zu einer Art Playlist zusammengefasst, wählt man also z.B. <ALL ALBUMS> einer Band, springt die "Band"-Taste nicht etwa zum nächsten Album sondern zur nächsten "Playlist" mit allen Alben der nächsten Band. Außerdem wird nach dem letzten Lied nicht automatisch zur nächsten Band gesprungen sondern die Playlist wiederholt. Wählt man dagegen z.B. ein einzelnes Album einer Band, kann man die Alben mit "Band" wechseln - aber nur die der ausgewählten Band. Um an die Lieder anderer Bands zu kommen, hilft nur, wieder in den umständlichen Such-Modus zu gehen und etwas anderes auszuwählen. Dementsprechend läuft das natürlich auch mit anderen Auswahlen, so kann man z.B. bei der Auswahl eines Genres und allen Alben einer Band danach zwischen Playlists mit allen Liedern der Bands mit dem gewählten Genre umschalten, ein automatisches Weiterwechseln zur nächsten Band gibt es nicht. (Klingt umständlich? Ist es!)
Leider gibt es offenbar auch keine Möglichkeit, wahlweise die ordnerbasierte Wiedergabe zu wählen, und damit wieder einen automatischen Wechsel zum nächsten Ordner zu haben, wenn so eine Datenbank auf dem Stick vorhanden ist.
Dazu kommt das von "ase" erwähnte Problem mit dem Display: Der Text liegt sehr tief und wird von einem schwarzen Rahmen auf der Front umgeben. Bei den heutzutage leider üblichen tiefgelegenen Einbauschächten führt das oft dazu, dass man den oberen Teil der Schrift nicht sehen kann. Das erschwert die Navigation zusätzlich. (Mal abgesehen davon, dass cyane Schrift meiner Meinung nach nicht gut zur restlichen Rot passt. Aber das ist wohl Geschmackssache...)
Die umständliche Bedienung setzt sich übrigens sogar bei Quellen-Auswahl und Ausschalten fort. Dafür muss man sich mit dem kleinen SRC-Knopf schrittweise durch eine Liste mit allen Quellen (inkl. AUX, selbst wenn nichts angeschlossen ist) und "Standby" durchklicken. Allerdings sind die Mitbewerber in der Hinsicht meist auch nicht viel besser.