Wie der deutsche Titel dieses Buches schon sagt, sollten Menschen, die John F. Kennedy weiterhin bewundern wollen, dieses Buch nicht unbedingt lesen. Seymour Hersh entzaubert mit seinen gründlichen Recherchen den Mythos JFK.
In seinem umfangreichen Werk geht er zunächst ausführlich auf den Familienhintergrund des Kennedy-Clans ein. Er zeigt, wie der Vater von John und Robert Kennedy mit seinem durch illegale Alkohlschmuggelgeschäfte gemachtem Vermögen, sowie seinen daher rührenden Mafiakontakten die politische Karriere seiner Kinder forcierte. Er sucht ebenfalls in der Kindheit und Erziehung JFKs nach Motiven für seinen Charakter. Dies sind die wenigen Momente, wo Hersh mit Symphatie für Kennedy schreibt, ansonsten geht er hart mit ihm ins Gericht. Ein großer Teil des Buches beschäftigt sich mit Kennedys Verhältnis zu Kuba - dem Angriff auf die Schweinebucht, sowie der Kubakrise. Hier wirft er ihm ganz klar politisches Versagen vor und weist Fehlentscheidungen durch verschiedene Quellen nach. Immer wieder beschreibt er Korruption und Mafiaverstrickungen der Kennedys. In einem Buch über John F. Kennedy darf natürlich das Thema Frauen nicht ausgespart bleiben und so kommt auch Hersh immer wieder darauf zurück und obwohl er das Gegenteil beteuert, doch mit einem gewissen Voyeurismus. Wer auf ein Buch mit neuen Theorien über die Ermordung Kennedys hofft, wird hier enttäuscht: das Buch handelt vom LEBEN Kennedys, nicht von seinem Tod!
Ein fesselnd geschriebenes Buch, von dem man viel darüber lernt, wie Politik funktioniert. Durch die Vielzahl der erwähnten Namen läuft man zwar manchmal Gefahr den Überblick zu verlieren, abgesehen davon ist dieses Buch mit Sicherheit eines der am gründlichsten recherchierten Bücher über Kennedy und seine Politik. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)