Die Kelewan-Saga ist anders als herkömmliche Fantasyromane. Wer grandiose Schlachten oder viele unbekannte Rassen oder glorreiche Krieger sucht, ist hier erstmal falsch.
Es handelt sich hier um ein Buch, in dem Mara, die überraschte Erbin der Acoma, ihr ehrwürdiges Haus, was mit einem Schlag fast vernichtet worden wäre, vor dem Untergang bewahren muß.
Sie schafft etwas, baut ihr Haus um und auf. Handel und Politik stehen hier im Vordergrund, Kämpfe kommen natürlich auch vor, sind aber dezent genutzt, in Teil 1 und 2 als Hinterhalt oder Attentat, nicht als Schlacht - dann aber gut beschrieben.
Auf Kelewan nimmt man den Ehrenkodex und die (zu) starren Traditionen sehr genau, es ist ihr Leben. Mara - die unumstrittene Hauptperson -verbiegt die Traditionen, um zu überleben. Insofern muß man quasi von einer neuen Menschenrasse sprechen- mit den Cho-ja gibt es aber auch eine tatsächliche neue insektähnliche Rasse.
Die Magier dieser Welt, die "Erhabenen" sind auch interessant, sie stehen außerhalb des Gesetzes und verdienen die höchste Ehren- jeder muß ihnen gehorchen.
Während für Mara in Band 1 noch vieles neu ist und sie unter ihrer genialen, aber auch schlimmen Schachzug den Sohn eines ihrer Feinde zu heiratet, leidet, geht es in Band 2 richtig los. Mara wird ihren Mann los und spielt das "Spiel des Rates" wie keiner vor ihr, langsam gewinnt sie Ehre und Einfluß, bis ihr größter Feind Jingu sie während eines Festaktes in seinem Haus töten will, aber er muß erkennen, daß er sie unterschätzt hat...
Zu Teil 1 und 2 muß man noch erwähnen, daß Band 1 in kleiner Schrift geschrieben ist (Band 2 ist deutlich größer geschrieben), für 8 Euro ist der Doppel in jedem Fall empfehlenswert- ein Muss wenn man auf "Aufbau-Fantasy" steht. Als einzigen Kritikpunkt könnte man anführen, daß die Welt anfangs nicht gut beschrieben wird (auch wenn die Weltkarte beigefügt ist), ich finde es allerdings interessant die Welt durch Mara besser kennenzulernen (auch wenn man am Anfang besonders geographisch etwas orientierungslos ist). 5 Sterne!