Vorab: Das Buch ist nicht das schlechteste, das ich je gelesen habe, gehört aber auch eindeutig nicht zu den wirklich guten Büchern, von meinen Lieblingen ganz zu schweigen!
Aber interessant fande ich die Idee und ich kann auch nicht wie viele der anderen Leute hier behaupten, dass der Schreibstil schlecht war. Im Großen und Ganzen - ' wenn die Autorin auch etwas zu ausführlich an manchen Stellen schreibt -' hat mir die Art gefallen, es klang fast so, als käme sie selbst aus einer anderen Zeit, für die altertümliche Ausdrucksweise bekommt sie also auf jeden Fall meinen Respekt!
Außerdem haben mir die Namen und die Sprache gefallen, eine Art altertümliches gälisch? Oder eine Mischung ins Dänische? Ich weiß nicht, jedenfalls sehr interessant.
Genervt dagegen hat, dass die Handlung oftmals total abdriftete. Es sind Dinge erzählt worden, die alles nur in die Länge gezogen habe, so als ob die Autorin für jedes Wort bezahlt würde. Beispielsweise mit Dain's Vergangenheit. Was sollte das bringen ihn als armen missbrauchten Kerl darzustellen?
Hier sollte die Frau Reynolds mal Feuer und Stein von Diana Gabaldon lesen, dann würde sie wissen, wie man wirklich die Leser dazu bringt mit den Charakteren mitzufiebern und tiefes Mitleid zu empfinden!
Dain und Ceridwen blieben für mich als Charaktere seltsam uninteressant. Vielleicht vergleiche ich auch hier zu sehr mit Gabaldon's Charakterzeichnung und da hat Reynolds natürlich null Chance. Einem Jamie Fraser kommt Dain Lavrans nicht in tausend Jahren nahe ;)
Stellenweise war Kelch und Schwert wieder ganz gut geschrieben und es klang auch schön authentisch, so als stamme dieses Buch tatsächlich aus dem zwölften Jahrhundert, aber mit seinen knapp 560 Seiten hatte es doch irgendwie locker 200 Seiten zu viel, die einfach überflüssig waren, wodurch das Lesevergnügen erheblich beeinträchtigt wurde und mir letztendlich das Gefühl vermittelt hat, meine Zeit zu verschwenden.
Gerade am Ende, ich habe mich gefragt, wofür diese letzten 60 Seiten des finalen Kampfes sein mussten. Ein bisschen Dramatik - sollte uns das zu Tränen rühren? Ich bin total genervt gewesen, das war alles reine Aufpuscherei.
Kein Buch, das man gelesen haben muss!