Aus der Amazon.de-Redaktion
Die Rolle als arroganter Frauenschwarm hat sich Til Schweiger diesmal selbst auf den Leib geschneidert. Aber während er als Schauspieler vielleicht nur eine gekonnte Variante seiner großen Erfolge (Der bewegte Mann, Barfuß) abliefert, legt er als Regisseur eine wahre Meisterleistung vor. Was als furios-freche Komödie mit hoher Gagdichte beginnt, entwickelt sich zu einer der schönsten romantischen Komödien der letzten Jahre. Til Schweiger und Nora Tschirner geben ein rasantes Tempo vor und spielen sich die Bälle zu, dass es eine wahre Freude ist: Cary Crant und Katherine Hepburn hätten es nicht besser gekonnt! Garniert mit spitzzüngigen Seitenhieben auf die Welt der Medien und unseren Promiwahn hat Keinohrhasen geradezu Tiefgang. Der Film hält geschickt die Balance zwischen romantischer Leichtigkeit und hintergründigem Humor, zwischen charmanter Komödie und feinfühlig in Szene gesetzten Nebenhandlungen. Schweigers Timing ist perfekt, sein Gespür für märchenhaft schöne Kinobilder beeindruckend. Mit tatkräftiger Unterstützung von Jürgen Vogel, Armin Rohde, Rick Kavanian und Christian Tramitzverwiesen die Keinohrhasen mit über sechs Millionen Kinobesuchern sogar die Pirates of the Caribbean auf die Plätze. Fortsetzung folgt! -- Birgit Schwenger
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Kurzbeschreibung
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Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Vor allem farblich ist die DVD ein Knüller, denn die warmen Farbstimmungen wirken wie eine Wohltat fürs Auge. Da auch Schärfe-, Kontrast-, Kompressions- und Rauschwerte gefallen, bleibt kaum etwas zu meckern. Akustisch stehen Musik und Dialoge im Vordergrund. Nur selten hört man in actionreicheren Szenen einen derben Effekt, diese setzen sich dann schon lieber im Kleinen durch, wo sie auch angebrachter scheinen. In den Extras werden reichlich Hintergründe und Extraszenen geboten. Außerdem hören wir Til Schweiger in einem Audiokommentar.
Bild: In schöne, warme Farbstimmungen sieht sich das klare Bild der DVD getaucht. Seine Schärfewerte bieten nicht nur in Detailaufnahmen einwandfreie Werte (Finger an Nähmaschine, 00:59:02), auch in Totalen über die Stadt hält das Bild mit präziser Leistung stand, erreicht aber nicht wirklich den herausragenden Bereich. Ebenfalls positiv fällt auf, dass die DVD kein unangenehmes Rauschen aufweist, auch nicht wesentlich auf monotonen, hellen Wandflächen. Die Kontrastabstufungen sind breit und selten vorkommende, leichte Überbelichtungen (Gruppe im Kindergarten vor Fenster, 01:00:33) sind eher stimmungsvoller Natur, als dass sie negativ ins Auge fallen würden. In dunklen Szenen wird ein breites Spektrum von Schwarz- und Grautöne angeboten.
Ton: Das akustische Programm der DVD hört sich sehr ausgewogen an. In Actionszenen wird eher auf rockige Musik gesetzt als Effekte auszuspielen (Auto bricht durch Mauer, 00:41:17). Dennoch kommen Effekte, die auch den Subwoofer profund ansprechen, in Musik und Umgebungsgeräuschen vor. Wenn beispielsweise eine Tür knallt, dann dröhnt schon mal der ganze Raum. Wirklich stimmungsgebend fällt aber vor allem die Musik aus, die mal sanft, mal fetzig den Raum mit Breite wie Tiefe bedient (01:45:00). Rund und stets präzise werden die vorhandenen Sprachsignale im Raum platziert. Der Audiokommentar fällt ebenso saftig aus, ein wenig mehr hätte hierbei aber der Filmsound noch runtergeschraubt werden können. Die DVD enthält außerdem eine Hörfilmfassung für Blinde und Sehbehinderte.
Extras: Den Auftakt der Extras macht ein Making Of (20:15 Min.), das die Entstehungsgeschichte von "KeinOhrHasen" erzählt. Es folgen verpatzte (10:33 Min.) und entfallene (15:58 Min.), das Musikvideo "Apologize" von Timbaland feat. OneRepublic (3:09 Min.) sowie der Trailer zum Film. Die DVD bietet außerdem einen Audiokommentar von Regisseur und Hauptdarsteller Til Schweiger und einen Programmtipp. --movieman.de
MovieGod.de
Doch der beziehungsunfähige Egoist lernt durch die Arbeit mit den Kindern und nicht zuletzt durch Anna, was wirklich wichtig ist im Leben.
Mit seiner Regiearbeit Barfuss konnte Til Schweiger 2005 einen Überraschungshit verbuchen, für Keinohrhasen sollte ähnliches möglich sein. Zu wünschen wäre es dem Streifen, bedient er doch die heuer so wenig bedachte Fanschar romantischer Komödien auf gar herzige Art und Weise perfekt.
Doch zunächst zu den kleineren Makeln: Til Schweiger ist ganz einfach ein höchst mittelmäßiger Schauspieler. Allen Bemühungen zum Trotz wirken die Dialoge aus seinem Munde immer wieder reichlich affektiert und hölzern. Dann und wann sind sie das aber auch schon auf dem Papier. Dazu kommt, dass das Drehbuch von Schweiger und Anika Decker genauso wie die Inszenierung selbst bisweilen das Gleichgewicht zwischen Romantik und Komik nicht halten kann. So driftet man manchmal ein wenig ab, übertreibt es dort und da ein bisschen mit den Anzüglichkeiten, dem Slapstick oder der überbordenden musikalischen Untermalung von Herz-Schmerz-Passagen.
Letztendlich wird sich daran wohl kaum jemand stören, mich eingeschlossen. Denn in Summe ist Schweiger ein witziger, ehrlicher und einfach rundherum süßer Genrebeitrag gelungen, der das Herz am rechten Fleck hat und sich auch nicht scheut, einige unbequeme Wahrheiten auszusprechen.
Dazu kommt, dass die persönliche Entwicklung Annas gleichberechtigt mit der Läuterungsgeschichte Ludos im MIttelpunkt stehen darf. Und da diese Tatsache unweigerlich dazu führt, dass Nora Tschirner ausreichend Leinwandzeit beansprucht, sind wir auch schon beim wahren Highlight von Keinohrhasen angekommen.
Ich gebe gerne zu, den Werdegang Tschirners von der MTV-Moderatorin zur gefragten Schauspielerin nur sehr sporadisch verfolgt zu haben. Alleine ihre hier zelebrierte Leistung wäre jedoch ein Grund, jeden weiteren Film mit der hübschen Berlinerin von vornherein zum Pflichtprogramm zu erklären. So ungeheuer authentisch, so erfrischend natürlich in ihrem Spiel, so überzeugend in den verschiedensten emotionalen Stadien ihrer Figur - Tschirner trägt Keinohrhasen locker-leicht über seine Mankos hinweg und verhilft dem Film so zu einem enormen Sympathieträger. Eins mit Sternchen, Danke, setzen!
Alwara Höfels als Annas beste Freundin Miriam, Mathias Schweighöfer als Ludos schusseliges Anhängsel Moritz, Rick Kavanian als deren beider Chefredakteur mit überzeugendem österreichischen Dialekt und nicht zuletzt Jürgen Vogel selbstironisch als... Jürgen Vogel runden die gefällige restliche Besetzung ab.
Fazit: Ein Date-Film, ein Frauen-Film, ein Wohlfühl-Film, ein romantisch-witziger Film, der die Zuseher mit einem zufriedenen Lächeln aus dem Kinosaal entlassen wird.
Filmkritik von Michael "Eminence" Reisner



