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Keine große Sache: Coffee to go oder wie man den Traum vom eigenen Unternehmen verwirklicht
 
 
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Keine große Sache: Coffee to go oder wie man den Traum vom eigenen Unternehmen verwirklicht [Taschenbuch]

Vanessa Kullmann
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (31 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ein amerikanisches Märchen in Deutschland." (Welt am Sonntag )

"Vanessa Kullmann erzählt ihre persönliche Existenzgründersaga - witzig, schwungvoll und mit viel Liebe zum Detail. Die Geschichte der "Balzac"-Chefin macht Lust auf die Selbstständigkeit und einen Latte macchiato." (freundin )

"Zweifellos der beste Gründungsratgeber auf dem Markt." (changeX )

Kurzbeschreibung

Kaffee in Pappbechern war in Deutschland alles andere als populär, als Vanessa Kullmann mit 25 ihren ersten Coffeeshop in Hamburg eröffnete. Heute gehören zu Balzac Coffee mehr als 35 Filialen in fünf Städten, und das Unternehmen ist für die amerikanischen Ketten wie Starbucks und Co. eine echte Konkurrenz geworden. Wie sich mit ein bisschen Beharrlichkeit, gutem Timing und leidenschaftlichem Glauben an die eigene Sache trotz Wirtschaftsflaute und miserabler Prognosen Berge versetzen lassen, zeigt die Unternehmerin des Jahres 2006 am Beispiel ihrer ganz persönlichen Erfolgsgeschichte.

Klappentext

"Pionierin in Sachen Kaffeehaus."
Süddeutsche Zeitung

"Ein amerikanisches Märchen in Deutschland."
Welt am Sonntag

"Vanessa Kullmann erzählt ihre persönliche Existenzgründersaga - witzig, schwungvoll und mit viel Liebe zum Detail. Die Geschichte der "Balzac"-Chefin macht Lust auf die Selbstständigkeit und einen Latte macchiato."
freundin

Über den Autor

Vanessa Kullmann, geboren 1972, wurde 2005 für ihr unternehmerisches Engagement mit dem "Gründerpreis" der Handels- und Handwerkskammer Hamburg geehrt und 2006 mit dem renommierten "Prix Veuve Clicquot" als Unternehmerin des Jahres ausgezeichnet. Sie lebt in Hamburg.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Es wäre doch eine tolle Idee, wenn ... « heißt es oft, wenn jemand eine Geschäftsidee hat. Leider aber hört an dieser Stelle für viele der Schritt in die Selbstständigkeit schon wieder auf. Auch bei mir begann die Geschichte mit: »Es wäre doch toll, einen Coffee Shop in Hamburg aufzumachen.« Aber bis der erste Kaffee über den Ladentresen ging, musste so einiges passieren.
Ich bin keine Expertin in Sachen Unternehmensgründung und versuche hier nur genau das Buch zu schreiben, das ich mir zu Beginn meiner Unternehmung selbst gewünscht habe. Eine exemplarische Geschichte, die stets daran erinnert, dass Startschwierigkeiten normal sind, und deren Lektüre Hemmungen abbauen kann. Ein Buch, das Misserfolge relativiert und für den Erfolg inspiriert. Vor sechs Jahren begann ich deshalb, die Notizen und Gedanken zu sammeln, die ich hier niedergeschrieben habe. Ich begann dieses Buch mit der gleichen Naivität, mit der ich damals meinen ersten Shop eröffnete: Ich legte eben einfach los!
Für mich ist der wirklich wesentliche Aspekt: Eine gesunde Dosis Naivität oder Unerfahrenheit ist manchmal das beste Erfolgsrezept. Man hat eine gewisse Unbefangenheit und deshalb überhaupt keine Bedenken. Wer sich zu sehr mit der »Was wäre wenn ...?«-Frage beschäftigt und seinen Emotionen wie Ängsten, Hemmungen oder Vorfreuden zu viel Aufmerksamkeit schenkt, verliert den Blick für das Wesentliche und wird unsicher in seinen Entscheidungen. Sich nur auf die Sache zu konzentrieren hilft, das wirklich Wichtige im Auge zu behalten. Und das bedeutet eigentlich nur: Sich von dem großen Unbekannten nicht nervös machen zu lassen und stattdessen immer nur auf die kleinen logischen Schritte zu achten.
Wer etwas Neues beginnen möchte, muss zu hundert Prozent und mehr hinter seiner Idee stehen. Viele Konzepte scheitern, weil jemand nur das große Geld im Sinn hat. Das ist der falsche Ausgangspunkt. Power ist wichtig, aber ohne Herz bringt sie nichts. Balzac Coffee ist nicht nur aus einer guten Idee entstanden, sondern durch die Leidenschaft und den Einsatz derer, die mit mir an die Vision geglaubt haben.
Jeder muss sich aber bewusst sein, dass der erfolgreiche Schritt in die Selbstständigkeit die schwerste aller Karrieren ist - physisch wie auch mental. Die Arbeit wird zehnmal so viel und anstrengender sein als jede andere, ganz gleich in welcher Branche. Deshalb sollte man sich zuallererst ehrlich fragen: Bin ich bereit, diesen Einsatz zu bringen?
Dieses Buch zeigt, dass keine Magie dahintersteckt. Es beginnt mit einem Traum und endet mit einem Unternehmen. Der Weg dahin war ein Weg ins Ungewisse, aber ich beschritt ihn mit einem unbeirrbaren Glauben an die Idee. Wie man hier
sehen wird, machten die kleinen einzelnen Schritte das ganze Vorhaben überschaubarer, und plötzlich war es auch keine große Sache mehr, einen Coffee Shop zu eröffnen.
Viel Spaß beim Lesen! Vanessa Kullmann März 2007

- VANESSAS UNTERNEHMERREZEPT -

Man nehme eine gute Idee, eine große Portion Mut und etwas Glück. Dann wende man praktisches Denken an, vermische diese Zutaten mit unbeirrbarem Glauben an sich selbst und überzeuge andere.
Was ist eine gute Idee? - Bin ich selbst mein bester Kunde und kenne ich mindestens zehn Bekannte, die auch von der Idee begeistert sind? Die »Krawattenträger« würden sagen: »Ist ein Markt vorhanden?«
Was bedeutet mutig sein? - Sehe ich in Problemen eine Herausforderung? Bin ich bereit, den Schritt ins Ungewisse zu wagen?
Was kann Glück bringen? - Man muss für Chancen, die sich auftun, bereit sein: sie erkennen, ergreifen und mit unbeirrbarem Glauben an den Erfolg verfolgen.
Was bedeutet praktisches Denken? - Bin ich praktisch veranlagt und habe ich Organisationstalent?
Wer glaubt an sich? - Derjenige, der an die eigene Fähigkeit glaubt, die Sache durchziehen zu können, und der Vertrauen in das eigene Glück hat.
Was genau ist Überzeugung? - Kann man andere von einer Sache überzeugen, auch wenn sie Skeptiker sind, oder hat man die Kraft, sie zu ignorieren?

Eine Vision bekommt Flügel
Mit einer Idee fängt alles an ein erster Job in New York: Es ist 8:30 am Morgen, ich bin wieder einmal zu spät dran und meine Haare sind noch nass. Ich laufe den Broadway runter und versuche, mich an alle Getränke zu erinnern, die ich gleich als Großbestellung im Coffee Shop gegenüber des Büros für meine Bosse und Kollegen aufgeben muss. Mein Vorgesetzter, Porin, trinkt eine Triple Grande Latte (Caffè Latte mit drei Espressi), sein Boss Roland nimmt einen Cappuccino, den ich gleich noch in eine Porzellantasse umfüllen muss, denn er weigert sich, aus Pappe zu trinken, Marketing Managerin Dagmar - unser Modestern - trinkt Latte Halbfett, und für mich werde ich wie immer Grande Latte Hazelnut (Caffè Latte mit Haselnusssirup) bestellen. Ich bin das Kaffeemädchen.
Ich eile über die Straße und werde dabei fast von einem New Yorker Taxi umgefahren. Endlich erreiche ich den Shop und mache die Tür auf... Mist, wieder 30 Leute in der Schlange, ich werde noch später kommen! Ich stelle mich wie die anderen eiligen New Yorker in die Reihe, wartend, Geld passend in der Hand. Wenigstens habe ich jetzt ein bisschen Zeit zum Luftholen. Jeden Morgen das Gleiche: Die ganze Welt wartet auf Kaffee. Ich beobachte die Mitarbeiter hinter dem Tresen. Zwei Barista geben hinter der Espressomaschine ihr Bestes, den Ansturm zu bewältigen. Der eine hat sogar noch Zeit, der Kundin, die gerade ihr Getränk abholt, ein Kompliment zu machen. Sie lacht und eilt Richtung Tür. Es macht Spaß, ihnen zuzusehen. Oft habe ich das schon getan und inzwischen sind mir ihre Gesichter sehr vertraut. Ich bin so häufig da, dass ich das Gefühl habe, hier zu wohnen. Der Barista ruft wieder einen Drink aus »half caf half decaf no foam skim latte« (halb mit Koffein - halb ohne Koffein - kein Schaum - ohne Fett - Latte) und ein großer junger Mann im Anzug nimmt ihn freudig entgegen. Die Schlange rückt einen weiter auf, aber es geht mir nicht schnell genug. Am liebsten würde ich hinter den Tresen laufen und ihnen zur Hand gehen, um die Sache zu beschleunigen. Ich hatte so oft zugesehen, dass ich meinte, jeden Handgriff fast im Schlaf zu können. Aber es ist ja schließlich nicht mein Laden ...
Aber Moment mal...! Was wäre wenn ...? Es ist doch keine große Sache, Kaffee zu kochen! Was wäre denn, wenn es mein Laden wäre? Plötzlich sollen sich die Barista nicht mehr beeilen, damit ich alles in mich aufsaugen und den Moment sacken lassen kann. Ich liebe Kaffee. Alle Welt liebt Kaffee. Doch würde sie den auch bei mir kaufen? Die Schlange rückt wieder einen auf und ich bin gleich dran ... Jetzt geht es mir plötzlich viel zu schnell! Ich will noch mehr beobachten und weiterträumen: Könnte ich das? Würde ich so einen Laden tatsächlich managen können? Könnte ich solche leckeren Espressogetränke zubereiten? Würde Hamburg das gut finden? Aber bevor ich den Gedanken noch zu Ende denken kann, ruft der Barista »Triple Grande Latte, Tall Cappuccino, Grande Skim Latte and Grande Hazelnut Latte« - meine Getränke.

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