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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Genforschung im Erzählstil, 29. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Keine Zukunft für Adam. Die revolutionären Folgen der Gen-Forschung (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich ist Sykes, Professor für Gentechnik, nur durch seinen eigenen Namen auf die Idee gekommen, Ahnenforschung zu betreiben. Dabei findet er heraus, daß sie Mutationen, die sporadisch auf dem Y-Chromosom auftreten, hervorragend dazu eigenen, einen Stammbaum nachzuvollziehen, der viele hundert oder auch tausend Jahre in die Vergangenheit reicht. Sykes findet auch heraus, daß das Y-Chromsom dem Untergang geweiht ist und rechnet aus, daß es in etwa 125000 Jahren keinen XY-Mann im heutigen Sinne mehr geben wird und daß damit der Ausgang des Geschölechterkampfes wieder völlig offen ist. Er zeigt, warum das X-Chromosom durch seine Methode, Defekte durch redundante Informationen zu kompensieren, das stärkere ist. Allerdings zeigt er auch, daß das Y-Chromsom keine Voraussetzung für zwei Geschlechter ist, bzw. daß noch nicht mal zwei Geschlechter nötig sind.
Der Erzählstil Sykes macht es sowohl dem interessierten Laien als auch dem Fortgeschrittenen im Bereich Genforschung leicht möglich, seinen Forschungsarbeiten zu folgen. Abstriche sind nur deshalb zu machen, weil er seine eigene Familienforschung an einigen Stellen etwas zu ausführlich dargelegt hat.
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45 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Nicht sehr erhellend..., 24. Oktober 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Keine Zukunft für Adam. Die revolutionären Folgen der Gen-Forschung (Gebundene Ausgabe)
Insgesamt betrachtet ist dieses Buch nicht unbedingt empfehlenswert. Die Erfahrungswerte, die der Autor in die Diskussion einbringt, sind eine Sache - vollkommen undifferenziert und unwissenschaftlich sind aber die Schlußfolgerungen, die er daraus zieht. Viele seiner Thesen und Annahmen sind von der Forschung mittlerweile überholt. So auch die gewagte Theorie, der weibliche Chromosomensatz sei dem männlichen überlegen, da Defekte besser ausgeglichen werden. Wie unlängst im Wissenschaftsmagazin "Nature" nachzulesen war, verfügt das Y-Chromosom über die bemerkenswerte Fähigkeit der Selbstreparatur - von Aussterben kann also gar keine Rede sein. Die Vorhersagen des Autors zur Zukunft des Mannes sind schlichtweg unhaltbar. Man kann davon ausgehen, daß die Wirklichkeit komplexer ist als in dem Buch dargestellt. Als Unterhaltung ist dieses Buch gut geeignet, deswegen auch 2 Sterne - ansonsten ist es nur ein schillernder Beitrag zu dem derzeitigen medialen Hype, Männer als "minderwertig" darstellen zu wollen. Mit Wissenschaft im engeren Sinne hat dies allerdings nichts mehr zu tun.
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21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der verfluchte Adam..., 26. August 2004
Rezension bezieht sich auf: Keine Zukunft für Adam. Die revolutionären Folgen der Gen-Forschung (Gebundene Ausgabe)
Der britische Genetiker Brian Sykes nimmt den Leser mit auf die Fährtensuche nach seinen männlichen Vorfahren. Ein spannendes Buch über Erkenntnisse der Molekulargenetik. Schon in der November-Ausgabe 2001 konnte man unter dem Titel „Das Ende der Männer" erfahren: Das männliche Y-Chromosom hat nur noch ein Drittel seiner ursprünglichen Größe, und es wird weiter schrumpfen - bis zu seinem endgültigen Verschwinden in vielleicht 100 Millionen Jahren. Zum selben Thema hat der Oxforder Genetik-Professor Brian Sykes 2003 ein Buch geschrieben, das in deutscher Übersetzung vorliegt. Hier liest man, was zur Talfahrt des Y-Chromosoms führt und was das für Adam und seine Geschlechtsgenossen bedeutet. Nicht genug damit, dass es zwischen Männern und Frauen sicher auch künftig schwierig bleibt: In unseren Körperzellen tobt seit Urzeiten ein Geschlechterkrieg. Außerhalb des Zellkerns existiert im Zellplasma eine weitere Spezies von Erbsubstanz: die Mitochondrien-DNA (mt-DNA). Mitochondrien sind separate Organellen, die der Zelle Energie liefern. In dieser Rolle sind sie hoch willkommen - doch die mt-DNA hat was gegen Sex, schreibt Sykes: „Mitochondrien-DNA geht nur durch Eizellen von einer Generation auf die nächste über, nicht durch Spermien." Daher hat die mt-DNA „nicht das geringste Interesse, Söhne hervorzubringen". Umgekehrt gilt: Das Y-Chromosom im Zellkern, das nur in der männlichen Linie vererbt wird, hält überhaupt nichts von Töchtern. Am Ende wird das Y auf der Strecke bleiben. Aber noch dürfen sich die Populationsforscher über das verfluchte Y-Chromosom freuen. Denn es erlaubt durch Blutuntersuchungen an heute lebenden Menschen und eine Menge computergestützte Rechnerei, die Wanderbewegungen unserer fernsten Vorfahren nachzuvollziehen. Sykes nimmt den Leser mit auf die Fährtensuche nach seinen männlichen Vorfahren - bis er den „ersten Sykes" ausfindig macht: einen Henry del Sike, der im 13. Jahrhundert in Yorkshire lebte. Ob Henry del Sike zum Aufschneiden neigte, wissen wir nicht. Sein Nachkomme jedenfalls krankt nicht an verkümmertem Selbstbewusstsein. So brüstet er sich eines ganzen Sackes voll wissenschaftlicher Top-Leistungen - unter anderem, das Schicksal des Neandertalers aufgeklärt zu haben. Das wird die Neandertaler-Experten dieses Planeten freuen, denn die knobeln immer noch an dessen rätselhaftem Verschwinden. Nicht weiterforschen, Leute - Sykes anrufen!
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