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Das Wagnis der Freundschaft, 19. November 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Keine Zukunft ohne Versöhnung (Gebundene Ausgabe)
Es ist jetzt allerhöchste Zeit "aus den Puschen" zu kommen, aus den Vorstellungen alter, wenn auch bisher geübter Verhaltensweisen, die ich mal mit clausewitz`scher Couleur beschreiben möchte, wenn`s denn so beliebt.
Erzbischof Desmond Tutu beschreibt in diesem sensationellen Werk nicht nur seine "Erlebnisse" als Vorsitzender, Zuhörer, Mitleider der "Wahrheits- und Versöhnungskommission", die anders als über das sogenannte "Nürnberger-Modell" über die Täter der Apartheid urteilen sollte.
Er gibt auch wirklich den einzigen Rat, den man "dieser Welt" noch geben kann ( da meint er als Ansprechpartner gewiss alle, die Macht ausüben ), und zwar den Rat, es doch mal in Freundschaft zu versuchen.
Das hört sich einfach an, ist aber in Wirklichkeit noch nicht von dieser Welt, denn leider.....
Also keine Bomben, und wenn, dann bitte nur kurzfristig ( das ist gefährlich genug! ).
Vielmehr Umkehr, Versöhnung und salam und shalom statt shihad ! Das ist nicht nur für uns wünschenswert, vor allem unsere Kinder werden es uns danken, wenn endlich das Vorbild nicht mehr der Held sein wird ( der sich opfert! ), der sich andererseits aber auch einsetzt dafür, diese unsere Welt zu erobern, sondern der Freund, der anhört, auch abgibt oder meinetwegen annimmt.
Nebenbei erfahren wir auch einiges aus der Vergangenheit Südafrikas, das ist wichtig und gibt uns, die wir zuweilen aus konservativem Verständnis gerne mit den Buren ( oder auch den Engländern )sympathisierten, ein anderes Bild der Klarheit über weißen Kolonialismus insbesondere.
Dieses ( alte Bild einer möglichen Herrschaft mittels Kolonisierbarkeit von Land )jedoch aus den Köpfen von uns Europäern, einschließlich der Israeli oder auch den Amerikanern zu treiben, wird schwer sein, doch nicht allzu schwer, glaube ich. Und nur so ist auch die "Gegenkraft", genauer, der "Gegendruck", der ja immer direkt proportional sein muß und sich in Hass und Terror äußert, zu entspannen.
Dafür wird sehr bestimmt bald ein neuer Geist sorgen, sicherlich auch mit ( kurzfristiger ) Gewalt, was nicht gänzlich auszuschließen ist.
Aber dafür ist er ja auf die Welt gekommen beziehungsweise wirkt er hier schon, der Geist.
Dieses Buch aber gehört heute schon in die Hände eines jeden denkenden Menschen, der guten Willens ist und es ist hoffentlich nicht umsonst ( mit Herzblut und Humor ) geschrieben worden.
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