Ein bemerkenswerter Roman der Togolesin Henriette Akofa, in dem sie ihr Leben als Sklavin in Paris beschreibt, sofern man überhaupt von "Leben" sprechen kann. Ihre mutige Entscheidung, nach Frankreich auszuwandern, um dort einen Schulabschluss zu erlangen, wird nicht belohnt. Im Gegenteil: In ihrer Erzählung wird deutlich, dass moderne Sklaverei auch in Paris gegenwärtig ist (vorzugsweise in den Residenzen von Diplomaten). Junge Mädchen werden mit leeren Versprechungen aus ihren Familien herausgelöst / -gekauft und dann als Besitz gehandelt. Sie werden eingeschüchtert und sind hilflos ihren "Besitzern" ausgeliefert, die sie nach Lust und Laune schikanieren. Doch es gibt noch Menschen, die ihre Augen nicht vor der Sklaverei und den damit verbundenen Martyrien verschließen und sich hilfsbereit zeigen. Erstaunlich, dass H. Akofa keinen Hass gegenüber ihren Peinigern empfindet. Eine Geschichte, die ich an einem Tag durchlesen "musste", voller trauriger und ergreifender Erzählungen, in denen auch kurz die Schicksale anderer Sklaveninnen aufgezeigt werden. Tatsache ist leider, dass die Ausbeutung seit den 70er Jahren sogar zugenommen hat. ~200 Mio Menschen befinden sich derzeit weltweit im Zustand der Sklaverei mit dem Unterschied zu früher, dass die Sklaverei heute nicht mehr so offensichtlich ist. Das moderne Spektrum reicht von psychischem Druck über Erpressung bis hin zu Prügel, Verstümmelung und Ermordung. Unglaublich, dass sich solche Szenarien in unserer heutigen Gesellschaft noch zutragen. Erfreulich ist, dass durch diesen Tatsachenroman auf das Komitee zur Abschaffung moderner Sklaverei - comité contre l'esclavage moderne - aufmerksam gemacht wird, bei der auch die Autorin letztlich Hilfe für ein neues Leben gefunden hat.