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Keine Sorge, wird schon schiefgehen: Von der Erfahrung des Scheiterns - und der Kunst, damit umzugehen
 
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Keine Sorge, wird schon schiefgehen: Von der Erfahrung des Scheiterns - und der Kunst, damit umzugehen [Taschenbuch]

Christiane Zschirnt
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (12. Februar 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442154219
  • ISBN-13: 978-3442154210
  • Originaltitel: Keine Sorge, wird schon schief gehen
  • Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 11,4 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 690.353 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Christiane Zschirnt
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wie ein zur Gewohnheit gewordenes Hintergrundgeräusch ist sie immer da: die Angst vor dem Scheitern. Allgegenwärtig und dennoch ein Tabuthema ist das Scheitern ein unvermeidbarer Begleiter der in unserer Erfolgsgesellschaft notwendigerweise angestrebten Höchstleistung. Denn „haste was, biste was“, wie der Volksmund sagt, doch immer mehr Menschen betrachten sich als gescheitert, trotz vorzeigbarer Familie, Eigenheim und regelmäßiger Geldeingänge auf dem Konto. Woher kommt also dieses Gefühl des Versagens?

Christiane Zschirnt hat ein höchst intelligentes Buch über das Scheitern geschrieben, in dem sie den persönlichen und gesellschaftlichen Umgang mit den verschiedenen Facetten des Scheiterns soziologisch und historisch genau untersucht. Anhand zahlreicher Beispiele aus Literatur und Geschichte zeigt die Autorin, wie nah Erfolg und Scheitern beieinander liegen und dass das Scheitern nicht furchteinflößend sein muss, sondern als ganz normaler Teil eines jeden Lebens betrachtet werden sollte. Denn in einer Welt der Superlativen sind geplatzte Träume und Desillusionierung, sind Arbeitslosigkeit, gescheiterte Ehen, Pleiten und Bankrott nichts anderes als der alltägliche Wahnsinn, der das Signal zum Aufbruch in ein neues Leben gibt. Und nicht zur Verzweiflung.

Aber wer ist überhaupt „gescheitert“? Was ist das Scheitern? Und wer scheitert? Interessante Fragen, die von der Autorin klug beantwortet werden. Scheitern ist, wie dort nachzulesen, eine höchst individuelle Angelegenheit. So erfahren wir von großen Erwartungen, vom gefühlten Scheitern, von der Ausweglosigkeit und dem Scheitern als Chance.

Scheitern gehört also zu unserem Leben, so lernen wir, und auch wenn wir diesen Umstand auch bereits geahnt, durchlebt und durchlitten haben, so tut es doch gut, in ungeschminkter Offenheit zu lesen, was wir über unsere tief sitzenden Urängste niemals zu äußern gewagt hätten. Ein wunderbares Plädoyer für einen souveränen Umgang mit Misserfolgen und Niederlagen, denn: moderne Menschen scheitern -- aber sie können das auch! --Sandra-Kathrin Buck -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Das Buch befördert eine offenere Kultur des Scheiterns, indem es selbst facettenreich vom Scheitern erzählt.“ (taz )

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Schöner scheitern 26. Oktober 2005
Format:Gebundene Ausgabe
Trotz einiger Andeutungen in diese Richtung im ersten Kapitel dürften all diejenigen enttäuscht sein, die sich von dem vorliegenden Buch psychosozialen Rat beim Umgang mit dem persönlichen Scheitern erhoffen. Von dem unglücklich gewählten, Ratgeber-Literatur suggerierenden Titel (wahrscheinlich dem Verlag zuliebe) sollten sich potentielle LeserInnen nicht irritieren lassen. Statt um Lebenshilfe geht es in dem Essay viel mehr um eine Anatomie des Scheiterns, die sich aus interdisziplinärer Perspektive um den tieferen gesellschaftlichen Sinn desselben dreht. Scheitern als das von Richard Sennett im „flexiblen Menschen" bezeichnete letzte große Tabu der modernen (kapitalistischen) Gesellschaft gilt es, so die Autorin, besser zu verstehen, damit wir „nicht mehr automatisch den Boden unter den Füßen (verlieren), wenn es uns zustößt" (Zschirnt).

Also doch Ratgeber-Literatur? Weit gefehlt zum Glück! Der Essay geht von der These aus, dass Scheitern nichts Außenstehendes, womöglich Pathologisches der menschlichen Kultur darstellt, sondern diese, dialektisch gedacht, entscheidend mitkonstituiert. Die prekären „modernen Biographien" sind aufgrund von Optionenvielfalt bei der Wahl des Lebensentwurfes und gleichzeitigem Druck, ein erfolgreiches Leben zu führen, zum Scheitern geradezu verdammt. Denn: „In einer Welt der unbegrenzten Möglichkeiten, in der man ‚alles' aus sich machen kann, gibt es auch immer diese bedrohliche Möglichkeit: aus all den Möglichkeiten ‚zu wenig' oder ‚nichts' zu machen" (Zschirnt).

Den großen Charme des Essays von Christiane Zschirnt macht weniger die unstrittige Ausgangsüberlegung als deren Beweisführung aus. Die Omnipräsenz des Scheiterns verdeutlichen famose Ausflüge in die Mythologie, Geschichte, Literatur, Bildende Kunst und Filmgeschichte, die, um nur einige Beispielen zu nennen, über Robinson Crusoe als Spiegelbild des persönlich gescheiterten Autors Defoe, über Ikarus und Dädalos als Urväter aller Scheiternden oder über die Bedeutung der protestantischen Ethik für das moderne Verständnis von beruflichem Erfolg/Misserfolg informieren.

Für mich war die Lektüre von Christiane Zschirnts neuestem Werk nicht nur des Scheiterns wegen ein echter Gewinn. Ganz nebenbei haben sich im Zuge des darin vorgenommenen kulturgeschichtlichen tour d'horizon schwarze Wissenslöcher geschlossen (endlich weiß ich, worum es in Alexis Sorbas geht...). Deshalb: uneingeschränkte Leseempfehlung!

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Format:Gebundene Ausgabe
Aus der Beratung im Krisenmanagement ist mir das Thema "Scheitern" sehr gut bekannt. Leider habe ich den Teil für meine Kunden, wie man den souveränen Umgang damit lernen könne, nicht wirklich gefunden. Trotzdem hat mir das Buch insgesamt sehr gut gefallen.

Warum? Es zeigt deutlich auf, dass es in unserer Zeit für jeden, immer und überall die Möglichkeit gibt zu scheitern. Vorhaben, die nicht wie gedacht verlaufen, oder die Krise in der Mitte des Lebens, ob man denn wohl alles richtig gemacht habe bzw. vielleicht doch vieles falsch, oder aus Angst gar nichts zu entscheiden und trotzdem in der Furcht zu leben, dass auch diese (Nicht-)Entscheidung falsch sein kann.

FAZIT: Was scheitern bedeutet ist eine Frage der eigenen individuellen Bewertung. Selbst Menschen mit Bilderbuchkarrieren und großem Vermögen stellen sich manchmal die Frage, ob Sie nicht gescheitert sind, da sie irgendwann erkennen, dass sie eine andere Vorstellung von ihrem Leben hatten oder auch etwas ganz anderes hätten machen können, was ihnen mehr Glück, Zufriedenheit, Freiheit gebracht hätte.

Sehr schön und ausführlich ist auch die Entwicklung und Historie des Denkens über das persönliche Scheitern dargestellt. Was früher gottgegeben war wurde erst mit der Möglichkeit zu denken, man könne seine persönliche Zukunft selbst gestalten, auch gleichzeitig eine Möglichkeit um zu scheitern.

Der Schwerpunkt des Buches liegt in vielen Geschichten aus der Vergangenheit über meist bekannte Persönlichkeiten oder Romanfiguren, die speziell unter dem Gesichtspunkt des Scheiterns auf eine sehr interessante Art beleuchtet werden. Das Ganze ist unterhaltsam zu lesen.

Kurz ist der wichtige Punkt der Gefühle zum Zeitpunkt des Scheiterns gestreift. Mit wenigen Worten, jedoch sehr klar wird herausgearbeitet, dass das Scheitern für den betroffenen Menschen meist bedeutet seine bisherige Handlungsweise und damit meist auch sich selbst in Frage zu stellen. In dieser Situation, wo er scheinbar alles falsch gemacht hat, gerade dann ist es am Notwendigsten eine neue Orientierung zu finden. Doch wie und wohin? Haben doch seine ganze Erfahrung nur zum Scheitern geführt. Gerade in dieser Zeit ist ein guter Freund, eine beste Freundin von unschätzbarem Wert.

Das Thema "sich etwas vormachen" ist elegant verpackt dargestellt, da es ein wichtiges Kriterium für das Scheitern ist. Scheitern bedeutet nicht schon eine andere Vorstellung von der künftigen Entwicklung zu haben, als die, die dann kommt. Wirkliches Scheitern ist häufig darauf zurück zu führen, dass liebgewonnene jedoch unpassende Verhaltensweisen nicht aufgeben werden, die Situation nicht objektiv zu betrachtet wird, die vorhandenen Rahmenbedingungen und Veränderungen nicht zu akzeptiert werden und weil teilweise sogar in eine Scheinwelt abgetaucht wird.

Auch wird auf das Lernen durch das Scheitern eingegangen. Ebenfalls wird die Chance beschrieben, gestärkt aus der Krise herauszukommen. Dies wird von den Gescheiterten fast ausschließlich nur dann so gesehen, wenn sie sich nach der Krise sichtbar erholt haben.

So macht das Buch, nachdem es aufzeigt, das Scheitern heutzutage jeden Menschen treffen kann, etwas ironisch bzw. mit Humor darauf aufmerksam, dass nach dem Scheitern die Möglichkeit besteht beim nächsten Mal besser zu scheitern. Das mag zwar etwas beruhigen, hilft jedoch nicht wirklich. Damit bleibt es wie es schon immer war: Über das Scheitern spricht es sich am leichtesten, wenn man nicht oder nicht mehr davon betroffen ist.
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