Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Briefe vom verschwundenen Zwillingsbruder...., 6. Februar 2010
Die neunzehnjährige Studentin Lilli Tellier (Melanie Laurent) kehrt nach ausgedehnten, wochenlangen Sommerferien, die sie mit ihrer Freundin Lea (Aissa Maiga) verbracht hat, nach Frankreich zurück und wird am Flughafen von Vater Paul (Kad Merad) und Mutter Isabelle (Isabelle Renauld) abgeholt. Nur ihr Zwillingsbruder Loic ist nicht dabei, die Eltern erklären ihr, er sei nach einem heftigen Streit mit dem Vater seit Tagen verschwunden. Nach weiteren Tagen sieht es so aus, dass Loic untergetaucht ist. Lilli wirkt immer mehr verzweifelt, zumal sie felsenfest davon überzeugt ist, dass Loic sich zumindest bei ihr gemeldet hätte. Anrufe bleiben unbeantwortet. Dass die Eltern das Verschwinden eher auf die leichte Schulter nehmen "der kommt schon wieder" wirkt ebenfalls nachteilig auf den Gemütszustand der jungen Frau aus. Verständnis findet sie eher bei Lea und deren Freund Thomas (Julien Boisellier). Doch die Depression kann nicht mehr verhindert werden. Bald verweigert sie auch die Nahrungsaufnahme, bricht ohnmächtig zusammen, so dass den völlig überforderten Eltern nichts anderes übrigbleibt, als Lilli in die Psychiatrie einzuweisen. Auf der geschlossenen Station für Essgestörte wird der Zustand leider auch nach Wochen nicht stabil. Erst als ein Brief des verschollenen Bruders ankommt, scheint sich die Gesundheit langsam wieder herzustellen....
"Keine Sorge, mir geht's gut" (Original: Je vais bien, ne t'en fais pas) von Philippe Lioret aus dem Jahr 2006 ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Olivier Adam. Der Regisseur, der bereits mit "Die Frau des Leuchtturmwärters" überzeugen konnte, bezeichnet sein geheimnisvolles Familiendrama selbst als einen "aufwühlenden Gefühlsthriller".
Bei der Cesar Verleihung 2007 konnte der Film zwei Darstellerpreise gewinnen: Kad Merad (Willkommen bei den Sch`tis) erhielt einen für die beste männliche Nebenrolle und Hauptdarstellerin Melanie Laurent (Inglorious Basterds) war siegreich als beste Nachwuchsdarstellerin.
Thematisiert wird das nicht erklärbare plötzliche Verschwinden eines geliebten Menschen und das traumatische Erleben dieses "worst case".
Melanie Laurent spielt die Hauptfigur Lili mit spürbar wachsender, nervöser Anspannung und Hilflosigkeit. Einerseits labil und andererseits wieder mit kämpferischen Eigenschaften ausgestattet. Sie weigert sich dem gewohnten Alltag nachzugehen, solange das Verschwinden des Bruders nicht aufgeklärt ist und steht so in starker Rebellion zu ihren Eltern, die versuchen den Alltag als Halt zu empfinden. Lilli hat auch das Gefühl, dass besonders der Vater mehr über die Beweggründe des vorangegangenen Streits weiss und nicht die ganze Wahrheit gesagt hat.
Einen Thriller sollte man allerdings nicht erwarten. "Keine Sorge, mir gehts gut" ist eher ein ziemlich melancholisches Drama, dass die Dynamik einer folgenschweren Entscheidung zeigt.
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
5 Sterne +++, 25. November 2007
Ein wunderschöner Film, der unter die Haut geht.
Dramaturgie, Handlung, Charaktere und deren Darsteller;
an diesem Film stimmt einfach alles.
Großartige Umsetzung einer feinfühligen, tiefgängigen
Familientragödie um einen vermissten Zwillingsbruder:
Lili kommt aus den Sommerferien zurück und erfährt vom
Verschwinden ihres innig geliebten Zwillingsbruders, der
nach einem heftigen Streit mit dem Vater, sein Elternhaus
verlassen hat. Wochen und Monate vergehen ohne ein
Lebenszeichen von Loic und Lili befürchtet das Schlimmste.
Sie macht ihrem Vater bitterste Vorwürfe und kann es sich
einfach nicht erklären, dass sich Loic nicht einmal bei
ihr meldet. Auf der Suche nach dem schmerzlich Vermissten,
durchlebt Lili alle emotionalen Höhen und Tiefen, ihres
bislang so in geordneten Bahnen verlaufenden Lebens.
Hauptdarstellerin Melanie Laurent bietet in diesem sanften
und doch schleichenden Thriller ein eindringliches und sehr
überzeugendes Spiel.
Ein weiteres Highlight dieses Filmes ist die musikalische
Untermalung und dramaturgisch gut eingebrachte Filmmusik.
Das Musikduo Aaron (Klavier und Chanson) mit dem traurig
schönen Song "Lili", der immer dann eingespielt wird, wenn
sich Lili an ihren vermissten Zwillingsbruder erinnert, ist
wie ein roter Faden, der sich durch die Handlung zieht.
Einzig der Schluss dieser Familientragödie wirft einige
Fragen auf...
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Bewegendes, gefühlvolles Familiendrama mit einer strahlenden Hauptdarstellerin, 4. September 2009
Philippe Liorets ergreifendes Familiendrama mit leichten Thriller-Untertönen ist einer der großen Geheimtipps des Jahres 2007. Es ist eine realistisch erzählte Geschichte, nüchtern und unauffällig inszeniert, aber mit fabelhaften Akteuren, die allesamt völlig glaubwürdig sind. Es ist ein Film der ruhigen Töne, der dennoch straff inszeniert ist, wodurch keine Langeweile aufkommt. Das Highlight des feinfühligen Streifens ist jedoch ganz klar Hauptdarstellerin Mélanie Laurent, die für ihre Rolle den César als beste französische Nachwuchsaktrice erhielt.
"Keine Sorge, mir geht's gut" (OT: Je vais bien, ne t'en fais pas) handelt von der 19-jährigen Lilli (Mélanie Laurent), die nach einem Spanienurlaub mit der Tatsache konfrontiert wird, dass ihr geliebter Zwillingsbruder Loic nach einem Streit mit ihren Eltern von Zuhause abgehauen ist. Lilli ist zu Beginn völlig perplex, verfällt nach einer Weile aber in eine tiefe Depression und muss nach einem Schwächeanfall in psychiatrische Behandlung gegeben werden, da sie schon seit Tagen nicht mehr gegessen hat. Sie erhält nun immer wieder Postkarten ihres Bruders, der von unterschiedlichen Orten in Frankreich schreibt. Nachdem sich ihre Lage gebessert hat, macht sie sich auf die Suche nach ihm. Dabei macht sie die Bekanntschaft mit Thomas (Julien Boisselier), der sich in Lilli verliebt hat.
Mehr sollte man auch wirklich nicht über die Handlung erfahren, da der Film einige interssante Wendungen nimmt, die scheinbar leider nicht jeden überzeugen. Der Schluss des Films ist immer wieder ein Kritikpunkt, da er in gewisser Weise die Glaubwürdigkeit der Handlung aufs Spiel setzt. Wenn man sich jedoch auf den Film einlässt, offenbart das Ende einen überraschenden emotionalen Punch, der lange nachwirkt. Der Film ist enorm eindringlich, u.a. da er so authentisch wirkt. Es fällt sehr leicht sich mit den Charakteren zu identifizieren, Durchschnittsmenschen, die mit sehr realen Problemen konfrontiert werden. Die Dialoge wirken authentisch, wie aus dem Leben gegriffen.
Ohne Zweifel ist es jedoch Mélanie Laurent, die den Film zu etwas ganz Besonderem macht. Laurent, die zu den begabtesten Jungdarstellerinnen Frankreichs zählt, liefert hier eine Galavorstellung ab. Eine Tour de Force, die den Zuschauer unweigerlich in den Bann zieht. Sie wirkt auf der einen Seite enorm fragil und verletzlich, hat aber auch eine sehr starke, souveräne und selbstbewusste Persönlichkeit. Jede Emotion wirkt bei ihr hundertprozent authentisch.
Es ist nicht verwunderlich, dass Quentin Tarantino die hübsche Französin für die Hauptrolle in seinem grandiosen neuen Streifen "Inglourious Basterds" besetzt hat, da die Rolle in diesem Film ähnliche Qualitäten aufweist.
"Keine Sorge, mir geht's gut" ist eine absolute Empfehlung, ein Film, der unter die Haut geht und fasziniert. Der Schluss ist vielleicht nicht jedermanns Sache, jedoch fällt es schwer, sich der Emotionalität der Geschichte zu entziehen. Zudem liefern auch die anderen Darsteller um Laurent, besonders Kad Medra (Willkommen bei den Sch'tis) in der Rolle des Vaters (César als bester Nebendarsteller 2007), starke Performances.
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