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Keine Götter mehr. Das Ende der Erziehung
 
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Keine Götter mehr. Das Ende der Erziehung [Gebundene Ausgabe]

Neil Postman , Angelika Friedrich
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 247 Seiten
  • Verlag: Büchergilde Gutenberg; Auflage: 1996 (1995)
  • ISBN-10: 3763245413
  • ISBN-13: 978-3763245413
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 13,8 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.345.432 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nachdenken erwünscht 22. Oktober 2003
Von Stevo
Format:Taschenbuch
Der bekannte Medien- und Technikkritiker Neil Postman beschäftigt sich in KEINE GÖTTER MEHR sowohl mit den aktuellen als auch mit grundsätzlichen Problemen der Erziehung.
Sein scharfes Plädoyer richtet sich insbesondere gegen die Praxis Schülern einen PC vorzusetzen und das als grandiose bildungspolitische Maßnahme zu verkaufen. Er mahnt an, dass es viel wichtiger sei, den Schülern Orientierung zu bieten. Nachdem die große Geschichte der Religion in der westlichen Welt überholt scheint, ist es die vordringliche Aufgabe von Erziehern, den Schülern neue Erzählungen (praktische Lebenshilfe) zu bieten.
Überhaupt wendet sich Postman gegen eine unreflektierte Anhäufung von Informationen, wie es in der Schule oft Praxis ist. Leitideen sind gefragt! Werte zu vermitteln - das ist die vordringlichen Aufgaben von Schule und Elternhaus.

Im Grunde teile ich Postmans Analyse und seine zuweilen bissigen Kommentare mag ich ebenfalls, doch seine Fundamentalkritik an den neuen Medien halte ich für absolut überzogen. Richtig eingesetzt sind Computer und Internet völlig taugliche und nützliche Mittel der Unterrichtsgestaltung und besonders ein Mittel der Informationsmehrung für zuhause. Deshalb ist eine Ablehnung des Mediums Computer meiner Meinung nach völlig fehl am Platze, was aber nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass die Schule wichtigere Aufgaben hat als Computerarbeitsplätze einzurichten.

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von KalyanaMitrah TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Neil Postman verwendet den Begriff Gott in diesem Buch synonym mit Erzählung, Mythos, Idee, Wahrheit, Inspiration. Solche "Götter" sind notwendig, weil sie die Menschen in eine bestimmte Entwicklungsrichtung lenken und ihre Sprache, ihr Denken und Handeln in großen Zügen leiten. In Bezug auf die öffentliche Erziehung in den Vereinigten Staaten von Amerika - der Autor arbeitete selbst als Grundschullehrer in Brooklyn - argumentiert Postman, dass der kulturelle Pluralismus wichtige Beiträge zur Lebenskraft und Nützlichkeit jener "Götter" beitrug, die der schulischen Erfahrung zugrunde liegen: ein vollständigeres Bild der amerikanischen Kultur und Geschichte, die Integration der Einwanderererzählungen als Teil ebendieser Kultur und Geschichte, das Aufzeigen des Reichtums jeder Stammesgeschichte und Einwanderungsgruppe. "Dahinter stand die Überzeugung, dass wir bessere Menschen würden, wenn wir die Götter anderer Leute kennenlernten." (S. 33) Der Gedanke an die Möglichkeit einer öffentlichen Erziehung hängt im Wesentlichen davon ab, ob es gemeinsam geteilte Erzählungen gibt oder nicht. So auch in der Schule: Lehrer wie Schüler brauchen eine Erzählung, die ihren Lehr- und Lernstunden eine tiefere Bedeutung verleiht.

"Es gab einmal eine Zeit, da Erzieher dafür berühmt wurden, dass sie Gründe für das Lernen lieferten; jetzt werden sie berühmt, weil sie eine Methode erfinden." (S. 44)

Der tschechische Präsident Vàclav Havel nannte dies eine "Krise der Narrative"... es gibt Götter, die gar keine sind: Die Idee von Amerika als moralischer Metapher; die Metapher vom Schmelztiegel, in dem sich alle Kulturen harmonisch miteinander vermischen; der Gott der ökonomischen Nützlichkeit (du bist, was du beruflich tust); der Gott des Konsums (du bist, was du ansammelst); der Gott der Technologie (Computer werden aus den Schulkindern wahre Wunderwuzzies machen, die ununterbrochen Zugang zum Informationshighway haben und diesen auch im Sinne der Aneignung von Wissen, Fähigkeiten und sozialer Kompetenz nutzen werden); die Symbole des Göttlichen und Erhabenen erodieren und werden im Zuge marktwirtschaftlicher Umwälzungen auf Plakaten, im TV und in Schaufenstern verbraucht...

Mr. Postman schreibt im zweiten Teil von Göttern, die dienen könnten. Damit meint er Erzählungen, von denen er weiß, dass sie von Schüler/innen und Lehrpersonen akzeptiert werden. Dazu zählt er erstens die Erzählung vom Raumschiff Erde. Und er plädiert dafür, dass Lehrer für einige Wochen ihre Fächer tauschen, dass alle Lehrbücher abgeschafft werden, dass die Schüler/innen als Spione bzw. Detektive von Irrtümern eingesetzt werden, Fehler und Irrtümer, die die Lehrperson unabsichtlich und hin und wieder auch absichtlich begeht. Dadurch wird ein Gefühl der Demut entwickelt, intellektuelle Bescheidenheit gefördert, und die Einsicht gewonnen, dass Wissen immerzu Veränderungen unterworfen ist, um aktuell und relevant zu bleiben. Postman unterstreicht, dass das wichtigste intellektuelle Werkzeug des Menschen das Fragen sei. Warum wird es in den Schulen nicht gelehrt?
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
In seiner erfischenden, teilweise reißerisch wirkenden Art analysiert der Medienökologe Postman eine Gesellschaft der modernen Massenmedien, der Bildmedien. Die Folgen der Werbung für die Erziehung und andere Entwicklungen hat er im Visier. Seine Kritik an der heutigen Erziehungswissenschaft setzt er an ihrer Orientierung an den Mitteln an, wobei das Ziel von Erziehung verloren gegangen sei. Diese Orientierung brauche die Schule aber, welche Klarheit über ihre Ziele und tragenden Motivationen brauche. Diese Orientierungen findet Postman in Erzählungen, die er als Götter bezeichnet. Die Erzählungen des Faschismus und des Kommunismus, auch die der ökonomischen Nützlichkeit, enttarnt er - neue Götter, den Gott der Technologie und des Multikulturalismus, ebenso. Schließlich erläutert er fünf Erzählungen, die seines Erachtens der Erziehung dienen könnten. Alle fünf bespricht er ausführlich im zweiten Teil seines Buches: 1. "Das Raumschiff Erde" handelt vom einzigen Schiff der Menscheit, auf dem sie zusammen durchs All schwebt und das sie zusammen bewahrt. 2. "Der gefallen Engel" handelt von der Fehlbarkeit der Menschen und ihrer Wissenschaft, der Unmöglichkeit absolutes Wissen zu erlangen. 3. "Das amerikanische Experiment" betitelt er die Erzählung von einem notwendigen pluralistischen Diskurs. 4. Die Erzählung vom "Gesetz der Vielfalt" berichtet von der Vielfalt und Kreativität der Menschheit, die auf der Vielfalt gründe. 5. "Die Wort-Weber" beinhaltet die These, daß die "Menschheit über die Kontrolle sprachlicher Codes, mit denen sie die Welt erfaßt, fortschreitet." Stärker als in seinen Werken "Das Verschwinden der Kindheit" und "Wir amüsieren uns zu Tode" schimmert die us-amerikanische Perspektive Postmans durch. Manches mag nach ihrer Lektüre bekannt vorkommen, spannend ist aber die deutliche Rückbindung an Erziehung und Schule. Zur weiteren Lektüre empfiehlt sich "Das Ende der Erziehung. Neue Chancen für Familie und Erziehung" von Hermann Giesecke. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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