Sollte ich -Kein Buch- in der Kategorie Bücher bewerten; mehr als zwei Sterne wären da nicht drin. Aber: Es ist ja kein Buch, sondern -Kein Buch-. Das ist natürlich etwas ganz anderes. Als ich das kleine Machwerk des Mixtvision Verlags aus München in den Händen hatte, wurde mir sofort klar, wofür man das Ding gebrauchen kann.
Mal ganz ehrlich: Sie haben doch sicher auch so Typen in der Bekanntschaft oder Verwandtschaft, wenn sie denen ein Buch schenken, dann landet das entweder als Blickfänger im Schrank oder das Lesezeichen kommt nie über die ersten 20 Seiten hinaus. Fragt man dann mal nach, heißt es: "Komme ich nicht dazu, habe so viel zu tun, aber ich lese es noch." Das ist die eine Sorte Mensch, die einen Lesesüchtigen rasend macht. Typ 2 sieht so aus, dass man sein Lieblingsbuch verleiht und es anschließend mit Eselsohren, Kaffeeflecken oder anderen, undefinierbaren, DNA-Spuren zurück erhält.
Ab sofort liegt das ultimative Geschenk für diese Art Mensch bereit. Mit -Kein Buch- können diese Buchmissachter endlich mal unverhohlen das anstellen, was sie schon immer machen wollten. Egal, ob sie den Dackel an den Seiten knabbern lassen, oder das Buch als Sitzkissen im feuchten Gras verwenden. Völlig schnuppe, ob sie Münzen durchpausen oder mit -Kein Buch- versuchen, einen Nagel in die Wand zu schlagen. Wer dann noch seinen künstlerischen Neigungen Ausdruck verleihen will und gern mit Wein oder Cola malt, der kann sich gnadenlos auslassen. Genau dafür wurde -Kein Buch- erfunden.
So erhält -Kein Buch- in der Kategorie "Alles, halt nur kein Buch" von mir 5 Sterne und das Prädikat Besonders wertvoll zum Verschenken an Nichtleser. Sie werden sehen, das wird zum ersten Mal ein Lächeln auf die Gesichter von beharrlichen Leseverweigerern zaubern...