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Kein schöner Land: Die Zerstörung der sozialen Gerechtigkeit
 
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Kein schöner Land: Die Zerstörung der sozialen Gerechtigkeit [Taschenbuch]

Heribert Prantl
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Hand aufs Herz: Wer hat sich noch nicht dabei ertappt, die eine oder andere Floskel nachzuplappern, die uns die Propheten einer von lästigen sozialstaatlichen Fesseln befreiten Wirtschaft als die Schlüssel in eine besser Zukunft Tag für Tag vorbeten? Aber: Es ist ja auch kein Wunder, dass man sich irgendwann in das angeblich so wie so Unvermeidbare fügt, und in den Chor derer einstimmt, die angeblich, auch wenn dies vordergründig anders scheine, ja auch nur unser aller Bestes wollen. Zumal die Herren immer ungeduldiger werden angesichts des starrhalsigen Unverstands der ihnen fortdauernd entgegenschlägt.

Kann man es -- so fangen wir schon selbst an, uns zu fragen -- mit dem Kündigungsschutz denn noch gründlicher übertreiben als bei uns?! Ist doch klar, dass man niemanden mehr einstellen mag, wenn man Angst haben muss, ihn dann nicht mehr loszuwerden. Und zeugt es nicht vielleicht wirklich von ökonomischer Naivität, sich über das Millionengehalt manches Vorstandschefs zu beschweren, der trotz sprudelnder Gewinne nicht nur niemanden mehr einstellt, sondern Tausende auf die Straße setzt?

"Die Zerstörung der sozialen Gerechtigkeit", hat Heribert Prantl seine pointierte Streitschrift im Untertitel genannt, in der er die gängigsten der im Umlauf befindlichen sozio-ökonomischen Phrasen-Blasen, eine nach der anderen platzen lässt. Die Dinge unmissverständlich und treffend bei ihrem oft schlichten, die Sache aber treffenden Namen zu nennen, ist leider nicht jedem gegeben. Und so ragt Kein schöner Land wie eine rettende Insel aus dem weiten, öden Phrasenmeer der journalistischen Krisenliteratur unserer Tage. Lesenswert! -- Hasso Greb

Kurzbeschreibung

Die Spitzenpolitiker der Generation, die in den 60er und 70er Jahren den sozialen Aufstieg geschafft hat, kappen die Verbindung nach unten. Die neuen Gesetze fördern die neue Armut. Die Führungsschicht in Politik und Wirtschaft kompostiert die soziale Verantwortung. Ihre Reformpolitik ist einseitig und gefährdet den Zusammenhalt der Gesellschaft. Sie schützt nicht vor sozialen Risiken, sondern produziert diese Risiken neu. Sie fördert nicht den Gemeinsinn, sondern praktiziert Gemeinheit. Sie entsorgt die Solidarität und belastet damit die Familien mit Kindern. Die Leute werden arm gemacht, kriegen aber keinen Job. Die Folgen einer Politik, die weder sozial noch christlich, sondern vor allem unanständig ist, sind abzusehen: Die Volksparteien entfremden sich dem Volk, die Wähler laufen in Massen weg. Dann schlägt die Stunde des Populisten.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
36 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Heribert Prantl, Ressortleiter Innenpolitik der "Süddeutschen", wird vielleicht nie wieder so rhetorisch genial sein, wie in seinen Anti-Rassismus-Büchern von Mitte der Neunziger, aber sein aggressiver Stil macht immer noch Laune. Aktuell widmet Prantl sich dem, was er als soziale Ungerechtigkeit empfindet: "dem gescheiterten Wirtschaftsboss eine Abfindung, von deren Zinsen er ein halbes Dutzend Bundeskanzler bezahlen könnte, für den Arbeitslosen Hartz IV." Prantl fordert den "starken Staat", ironisiert einen Neoliberalismus, der glaube, "er könne auch aus einem Gefängnis noch ein Profit-Center machen", und macht sich zum Anwalt der Menschen, für die die Freiheit leer laufe, "weil ihnen die sozialen Voraussetzungen zur Realisierung ihrer rechtlichen Freiheiten fehlen". Lesenswert!
- Arne Hoffmann -
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45 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Man muss Heribert Prantl, laut Klappentext Ex-Richter und -Staatsanwalt, nicht in all seinen Argumentationen folgen, um dieses Buch zu genießen. Der Innenpolitik-Chef der Süddeutschen überzeugt erst einmal durch seine präzise, bildreiche Sprache und sein fundiertes Hintergrundwissen - nicht zu Unrecht gilt er als einer der "Edelfedern" des deutschsprachigen Journalismus. Allein die Ausflüge in oder besser gesagt Kombinationen von antikem Recht, Grundgesetzentstehung und christlicher Lehre sind ein Grund, dieses Buch zu lesen.

Was dem Autor sicherlich wichtiger ist: Er entwirft eine werteorientierte Gegenposition zur allgegenwärtigen Ökonomisierung der Politik, rekurriert auf die Gründungsideen der Bundesrepublik und die Intentionen der sozialen Marktwirtschaft. Damit empfiehlt sich sein neuestes Buch als Pflichtlektüre der Politiker, insbesondere der Grünen und der SPD.

Was auch immer dieses Buch ausrichten sollte: Es macht mit Sicherheit allen Spaß, es zu lesen, und vielen vielleicht ein bisschen Hoffnung, dass die Stimmen derer lauter werden, die Menschnn nicht nur als Kostenfaktor betrachten.

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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von R. Maier
Format:Taschenbuch
Ich muss hier von mir selbst sagen das ich wahrscheinlich in meiner Altersgruppe (20 -25) einer der wenigen "jungen" Leser sein werde - denn der Titel "...Zerstörung der sozialen Gerechtigkeit..." schreckt meine Altersklasse eher ab da es zu sehr nach "grauer" langweiliger Politik riecht.

Meine ersten Gedanken als ich dieses Werk in die Hand bekam war "Kann ja ganz interessant sein, na höffentlich ist es nicht zu Langatmig und Langweilig."

Ich muss gestehen ich wurde eines besseren belehrt.

Nicht ein Kapitel das mich gelangweilt hätte nicht einmal eine Minute die ich dachte Zeitverschwendung. Das Buch räumt auf mit der eigenen medienbeeinflussten Meinung. Wie sehr man sich doch von den Medien hat polarisieren und beeinflussen lassen stellt man ca. bei der Hälfte des Buches fest; und ist erschreckt wie schleichend das Gift das man Tag für Tag durch selbige eingetrichtert bekommt, doch gewirkt und die eigene Meinung getrübt hat.

Ein "wach auf Deutschland" schreit einem das Buch entgegen.

Einer der Vorrezensoren meinte das es nur eine wiedergabe politischer Debatten in den Medien sei. Mag sein, denn das Buch handelt ja gerade davon.

Aber gerade die Konzentration ist es die einem die Tragweite erkennen läßt, da es nicht auseinander gezogen ist wie in den Tageszeitungen.

Es schreibt dem Leser auch nicht die Lösung vor sondern gibt geziehlt Denkanstöße das die Lösung an uns ist.

Meiner Meinung nach ein wirklich Lesenswertes Buch.
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