Heribert Prantl, Ressortleiter Innenpolitik der "Süddeutschen", wird vielleicht nie wieder so rhetorisch genial sein, wie in seinen Anti-Rassismus-Büchern von Mitte der Neunziger, aber sein aggressiver Stil macht immer noch Laune. Aktuell widmet Prantl sich dem, was er als soziale Ungerechtigkeit empfindet: "dem gescheiterten Wirtschaftsboss eine Abfindung, von deren Zinsen er ein halbes Dutzend Bundeskanzler bezahlen könnte, für den Arbeitslosen Hartz IV." Prantl fordert den "starken Staat", ironisiert einen Neoliberalismus, der glaube, "er könne auch aus einem Gefängnis noch ein Profit-Center machen", und macht sich zum Anwalt der Menschen, für die die Freiheit leer laufe, "weil ihnen die sozialen Voraussetzungen zur Realisierung ihrer rechtlichen Freiheiten fehlen". Lesenswert!
- Arne Hoffmann -