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Kein Zeuge darf überleben. Der Genozid in Ruanda
 
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Kein Zeuge darf überleben. Der Genozid in Ruanda [Gebundene Ausgabe]

Alison DesForges
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 947 Seiten
  • Verlag: Hamburger Edition; Auflage: 4. Aufl. (1. Oktober 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3930908808
  • ISBN-13: 978-3930908806
  • Größe und/oder Gewicht: 23,8 x 17,2 x 5,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 428.691 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Alison Des Forges
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Alison Des Forges' Untersuchung gebührt ein Platz neben Raul Hilbergs bahnbrechender Geschichte der Judenvernichtung, in der Reihe der bedeutensten historischen Lehrbücher über die Verbrechen des 20. Jahrhunderts.« (Bartholomäus Grill, Die Zeit)

»Alison Des Forges' 'Kein Zeuge darf überleben' muss als das Standardwerk angesehen werden, in dem die Vorbedingungen, der Verlauf und die Auswirkungen des Völkermords gleichermaßen strukturiert wie glaubwürdig dargestellt werden.« (Stephan Steiner, Wespennest)

»Der Völkermord in Ruanda ist eines der dunkelsten Kapitel der Menschheit und eine der schwärzesten Stunden der UNO. Weil es Des Forges gelang, aufwühlend und lehrreich zugleich aufzuzeigen, wie es dazu kommen konnte, wird ihr Buch als Standardwerk in die Geschichte eingehen.« (Günther Hörbst, Hamburger Abendblatt)

Kurzbeschreibung

Am 6. April 1994, unmittelbar nachdem Präsident Habyarimana bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen war, begann in Ruanda ein blutiges Gemetzel. Innerhalb von 13 Wochen wurden mindestens eine halbe Million Menschen, vielleicht auch mehr, bestialisch abgeschlachtet. Die meisten Opfer zählten zur Minderheit der Tutsi, aber mit ihnen starben auch Tausende Hutu, die das Morden ablehnten oder Tutsi zu beschützen versuchten. Der Genozid war kein spontaner Ausbruch kollektiver Wut oder ethnischer Spannungen, sondern Kalkül einer kleinen, modernen Elite, die ihren Machterhalt durch die wachsende Opposition in Ruanda gefährdet sah. Die militärischen und politischen Erfolge der von Tutsi dominierten Ruandischen Patriotischen Front (RPF) lieferten den Hutu-Machthabern in Kigali einen willkommenen Vorwand, um die Kontrolle über sämtliche staatlichen Institutionen an sich zu reißen. Dabei konnten sie auf die Unterstützung von Militär und Nationalpolizei ebenso zählen wie auf regionale Behörden, Medien, Intellektuelle und Geistliche. Das vorliegende Buch stützt sich auf Interviews mit Überlebenden wie mit Tätern, mit Menschen, die andere gerettet oder es zumindest versucht haben sowie mit jenen, die wegschauten. Protokolle örtlicher Zusammenkünfte, der Schriftverkehr zwischen Verwaltungsbeamten sowie die Analyse dessen, was in Radiosendungen oder bei Versammlungen gesagt oder verschwiegen wurde, geben ein detailliertes Bild der Ereignisse von 1994. Zahlreiche Quellen, darunter bislang unveröffentlichte Aussagen und Dokumente von Diplomaten und Mitarbeitern der Vereinten Nationen, belegen zudem das Versagen der internationalen Akteure und ihren Anteil am Völkermord in Ruanda: Frankreich, Belgien und die Vereinigten Staaten wußten ebenso wie die Vereinten Nationen von den Vorbereitungen für die Massaker. Ein entschlossenes gemeinsames Vorgehen auf politischer oder militärischer Ebene hätte das Blutvergießen höchstwahrscheinlich verhindern oder beenden können.


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32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von "ellgu"
Format:Gebundene Ausgabe
Alison des Forges, eine amerikanische Historikerin und Senior Advisor der Afrika Abteilung von Human Rights Watch, ist ein herausragendes Buch über den Völkermord in Rwanda gelungen.

Bemerkenswert vor allem: Sie verbindet die Zusammenstellung von umfangreichem Material und eine detaillierte Darstellung vieler Elemente des Völkermords, mit einer äusserst profunden und sachkundigen Analyse der Hintergründe. Sie zeigt zudem detailliert das Versagen der internationalen Gemeinschaft in 1994 auf. Last not least analysiert sie den UN Gerichtshof zu Rwanda in Arusha (Tansania) und die Justiz in Rwanda.

Das umfangreiche Material, aber auch die bestechende Analyse, zeichnen das Werk aus. Ein Muss für jedeN, der/die sich mit Rwanda und dem Völkermord beschäftigt.

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Avariel
Format:Gebundene Ausgabe
In "Kein Zeuge darf überleben" schildert Alison Des Forges den ruandischen Genozid an den Tutsi von 1994 inklusive Vorgeschichte, Nachspiel sowie der Rolle der UN und zentraler westlicher Staaten. Sie widerspricht entschieden der These, dass es sich bei dem Völkermord um eine Eskalation spontanen Volkszorns nach der Ermordung des damaligen ruandischen Präsidenten gehandelt habe, sondern sieht ihn als einen akribisch geplanten Versuch des Regimes, seine Macht zu retten. Weitere zentrale Thesen von Des Forges sind, dass es der internationalen Gemeinschaft leicht möglich gewesen wäre, den Genozid zu verhindern, wäre sie daran ernsthaft interessiert gewesen, und dass neben der ruandischen Armee und den Hutu-Milizen, den hauptsächlichen Vollstreckern des Völkermords, auch die Tutsi-Rebellenarmee RPF unter dem heutigen ruandischen Präsidenten Kagame zahlreiche Menschenrechtsverletzungen begangen und unschuldige Zivilisten getötet habe. Zwar sind diese Thesen keinesfalls alle unumstritten sind, doch wirkt das Buch insgesamt glaubwürdig, da zum einen zahlreiche Belege für die Argumente angeführt werden und zum anderen eine einseitige, pauschale Parteinahme zugunsten der Tutsi und der RPF unterbleibt, ohne dabei die Schuld der für den Völkermord Verantwortlichen zu relativieren. Weiterhin ist das Buch verständlich geschrieben und schlüssig gegliedert.

Kritik lässt sich meiner Ansicht nach vor allem an zwei Punkten bleiben. Zum einen wird die Rolle der Twa, einer dritten ruandischen Ethnie, nicht behandelt, da diese nur einen sehr kleinen Teil der ruandischen Bevölkerung stellen - schade, ich hätte gerne erfahren, wie sich die Mitglieder dieser Gruppe zwischen den Fronten des Hutu-Tutsi-Konflikts verhalten haben. Um das Buch nicht noch umfangreicher werden zu lassen, als es bereits ist, hätte der dafür erforderliche Platz leicht im Kapitel "Der Völkermord auf lokaler Ebene" eingespart werden können. Dort, und dies ist mein zweiter Kritikpunkt, beschreibt Des Forges häufig all zu ausführlich Begebenheiten in einzelnen Orten. Diese Kritik richtet sich wohlgemerkt nicht gegen die Beschreibungen von Massakern, Folterungen o.Ä. - derlei ist nach meinem Dafürhalten unbedingt nötig, um Lesern eine leise Ahnung davon zu vermitteln, was ein Völkermord für die davon betroffenen Menschen bedeutet. Informationen wie die, welche Farbe ein Wagen hatte, mit dem jemand von seinen Mördern abgeholt wurde, und genaue Darlegungen der Motivation von Einzelpersonen, deren Entscheidungen nur minimalen Einfluss auf den Verlauf des Genozids hatten, sind dementgegen weitaus weniger relevant und machen besagtes Kapitel ohne Not sehr langatmig, sodass ich zwischenzeitlich mit dem Gedanken gespielt hatte, gleich zum Beginn des nächsten Kapitels zu springen.

Trotz dieser Kritikpunkte bleibt "Kein Zeuge darf überleben" jedoch ein lesenswerter, fundierter Überblick über eines der schlimmsten Kapitel der Zeitgeschichte. Ein hinreichend intensives Interesse des Lesers am Thema ist angesichts des Umfanges von nahezu 1000 Seiten allerdings wohl vonnöten, um rasch einen Überblick über die wesentlichen Aspekte des ruandischen Genozids zu gewinnen, ist das Buch nur sehr bedingt geeignet. Es steht zu hoffen, dass es Bücher gibt oder bald geben wird, die dies zu leisten vermögen, denn der Völkermord in Ruanda ist zu wichtig, um im Schatten des Nationalsozialismus dem allgemeinen Vergessen anheim zu fallen. An Ruanda, afrikanischer Geschichte, Menschenrechtsverletzungen oder anderen einschlägigen Themen mehr als nur sporadisch interessierten Personen kann jedoch auch das vorliegende Buch bedenkenlos empfohlen werden.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Sandyx
Format:Gebundene Ausgabe
Während der Literatursuche für meine Magisterarbeit habe ich auch intensiv nach einer Darstellung der Ereignisse um den Genozid in Ruanda gesucht. Das Buch von Allison Des Forges ist meiner Meinung nach die beste, auch in deutscher Sprache erhältliche Darstellung des Genozids. Sie ist sehr verständlich geschrieben, sehr detailreich und ausführlich. So enthält sie nicht nur eine umfassende Darstellung der Geschichte Ruandas, sondern auch zahlreiche Dokumente und Schriftstücke aus der Zeit des Genozids, sowie umfassende Karten Ruandas. Für den interessierten Laien, mit genügend Ausdauer ist das Buch ebenso geeignet, wie für den Wissenschaftler.
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