Commissario Luciani ist eigentlich schon weg. Er hatte nach seinen Ermittlungen im Milieu des italienischen Profifußballs ("Kein Espresso für Commissario Luciani") aus lauter Frust die Kündigung eingereicht und konsumiert nun seinen Resturlaub. Diesen kann er auch brauchen, da es mit seinem Vater zu Ende geht, der Sohn aber sein (gestörtes) Verhältnis zu ihm noch klären will.
Bald nach Lucianis Kündigung wird die 25jährige Sekretärin Barbara Ameri brutal ermordet. Lucianis Stellvertreter, der mit 29 Jahren noch ziemlich junge Nicola Gampieri, wird mit der Klärung des Falles beauftragt. Allerdings ist ihm dabei sein Privatleben nicht unbedingt hilfreich; dazu kommt noch, dass Lucianis ehemalige Mitarbeiter auf die Rückkehr ihres Vorgesetzten hoffen. Außerdem hat der Polizeichef das Entlassungsgesuch von Luciani in seiner Schublade und noch immer nicht nach Rom abgeschickt...
Auch dieser Krimi ist nicht nur ein Krimi; vielleicht sind die stärksten Stellen im Roman sogar jene, wo es um das Verhältnis zwischen Vater und Sohn bzw. Sohn und Mutter geht.
Dass es natürlich die Krimihandlung "in sich hat", ist, wenn man Paglieris 1. Roman kennt, nicht weiter verwunderlich. Immerhin bleibt es nicht bei der einen Leiche; immerhin spielt sogar der Geheimdienst mit - und die Aufklärung des 1. Mordes gestaltet sich doch ziemlich überraschend!
Für alle Fans italienischer Krimis sind diese fast 500 Seiten wärmstens zu empfeheln!