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Kein Ort. Nirgends (suhrkamp taschenbuch)
 
 

Kein Ort. Nirgends (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)

von Christa Wolf (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 110 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (26. September 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518459147
  • ISBN-13: 978-3518459140
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,6 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 84.189 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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    Nr. 8 in  Bücher > Belletristik > Romane & Erzählungen > Zeitgenössische Literatur > Deutschsprachige Autoren > Wolf, Christa

Produktbeschreibungen

Audiobook-Rezensionen

Nicht mehr als ein fiktives Gespräch zwischen einer Frau und einem Mann, beide Literaten, ist hier das Thema. Doch diese gedankliche Auseinandersetzung, die Christa Wolf - weltweit geschätzte Autorin - in ihrer 1979 erschienenen Erzählung so genial inszeniert hat, beeindruckt tief. Mit Karoline von Günderrode, eine Freundin der Brentanos, und Heinrich von Kleist lässt sie zwei tragische Figuren, zwei Außenseiter aufeinandertreffen. Das Gefühl, Versager zu sein, anders zu sein, verbindet sie. Beide werden später den Freitod wählen.

"Kein Ort. Nirgends" zeichnet ein zeitloses Porträt zweier Repräsentanten einer Generation, die sich verloren fühlen. In der restaurativen Gesellschaft sind die Ideale der französischen Revolution verraten, und der Traum vom freien Leben und Schreiben hat sich - zumindest für die beiden Protagonisten - nicht erfüllt.

Die Günderrode und Kleist begegnen sich 1804 bei einer Teegesellschaft in Winkel am Rhein. Als zwei verwandte Seelen ziehen sich unweigerlich an, erkennen sich als an der Welt und an sich selbst Leidende. Ihre Vision vom authentischen Leben hat sich unwiderruflich zerschlagen. Der Wechsel zwischen Gedanken und Fragen, die sich im Kopf abspielen, und tatsächlich Gesprochenem, vor dem Hintergrund der oberflächlichen Salonkonversation kommt in dieser exzellenten Hörspielbearbeitung beinahe noch besser zum Tragen als in der literarischen Vorlage. Barbara Freier und Markus Boysen vollbringen hier sprecherische Meisterleistungen. Mit ihren Stimmen werden die Wunden der Depression, das schmerzhafte Anders-Sein so plastisch, dass man Mühe hat, nicht selbst in den Abgrund gerissen zu werden. Die letzten Worte: "Wir wissen, was kommt." vergisst man nicht. Absolut passend auch das Streichquartett C-Dur 956 von Franz Schubert! Hörspiel, Spieldauer: 81 Minuten, 2 CD. Mit Booklet.

-- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

Neue Zürcher Zeitung

Mein Buch

Treffen der toten Dichter

Crescentia Dünsser liest Christa Wolf

«Immer ist es Leidenschaft, wenn wir tun, was wir nicht wollen.» Dieser Satz aus «Kein Ort. Nirgends» brannte sich mir für viele Jahre ein. Von wie vielen Büchern kann man sich nach Jahren noch an einen Satz genau erinnern, bei der Buchstabenflut, die uns begleitet und zu überschwemmen droht? Als ich das Buch zum ersten Mal gelesen und «ausgelesen» hatte, war es ein körperliches Gefühl von Abschiedsschmerz, auch daran erinnere ich mich sehr gut. Das ist wohl auch der Grund, warum ich es beinahe 20 Jahre danach wieder in die Hand nahm und es wiederlas. Der Sog ist nicht mehr derselbe, aber die Faszination bleibt.

Erfunden ist eine nachmittägliche Begegnung von Karoline von Günderrode und Heinrich von Kleist im Hause Brentano. Beide sind bereits zum Freitod entschlossen, hungrig nach dem Ruf zum Bleiben in einer Welt, in der es sich nicht leben lässt – «Ordnung? Ja: Ordentlich ist heute die Welt. Aber sagen Sie mir: Ist sie noch schön?» –, weil auf die Frage nach den berühmten drei Wünschen die Günderrode unbegrenzte Wünsche hat und Kleist sagt: «Freiheit. Ein Gedicht. Ein Haus». Dass dies unvereinbar sei, sagt man ihm. Er weiss es. Zwei Träumer und Künstler, zwei Gemütskranke – ein Wort, das Kleist sich der Einfachheit halber zulegen möchte –, zwei Selbstmörder.

Christa Wolf spaziert von einem Kopf in den anderen, wir durchwandern beim Lesen die Gedanken der beiden seit langem toten Dichter, und gleichzeitig lesen wir eine klare und poetische Sprache der Autorin Christa Wolf. Und wir erfahren vertrauliche und intime Gedanken von ihr. Zumindest meinen wir das. Als schwämmen wir in einem Gewässer von Gedanken, als seien Innen- und Aussenwelten so miteinander verknüpft, dass, wer nur genau hinsieht und hinhört, auch die Köpfe betreten könnte. Das ganze Buch hat etwas Flüssiges, Fliessendes, Luzides und natürlich ganz und gar Melancholisches. Ja, so mag ich mir die Atmosphäre um Kleist und Günderrode vorstellen. Zart und unverschämt. Natürlich wissen wir um das Ende von Kleist und manch einer auch von dem der Günderrode. Dieses Wissen manipuliert uns, und so gelingt es Christa Wolf, uns glauben zu machen, wir läsen in einem dokumentarischen Bericht. Nach diesem Buch kenne ich zwei tote Dichter besser und freue mich an der Gegenwärtigkeit und Lebendigkeit von Christa Wolf, deren «Kindheitsmuster» beispielsweise ich in den achtziger Jahren auch hungrig las und liebte.

Crescentia Dünsser

Theaterdirektorin -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Verwandschaft im Schmerz, 23. August 2002
Rezension übernommen von: Kein Ort. Nirgends. (Taschenbuch)
In "Kein Ort. Nirgend" schildert Christa Wolf in gewohnt virtuoser Weise eine fiktive Begegnung zwischen zwei großen Verzweifelten der Literaturgeschichte, Heinrich von Kleist und Karoline von Günderode.
Dass dieser Roman allein seiner stilistischen Schönheit wegen die Lektüre wert ist, sei vorangestellt, doch darüber hinaus gelingt es der Autorin auf beispiellose Weise, eine Stimmung einzufangen, ein Gefühl der Verzweiflung und der Traurigkeit, das zuerst jede der beiden Personen auf individuelle und isolierende Weise zu charakterisieren scheint und dann im Verlauf des Textes immer mehr eine tiefe Nähe, ja, eine Seelenverwandschaft heraufbeschwört, die mehr als nur anrührt, die so verbindend, so bedeutend für die Protagonisten ist, dass sie sich niemals in Erfüllung und Glück auflösen kann, sondern nur durch den Schmerz der Unmöglichkeit in ihrer ganzen Schönheit erhalten wird.
"Kein Ort. Nirgends" ist keine leichte Lektüre, es ist nicht erheiternd und noch nicht einmal im Ansatz bietet es dem Leser die Möglichkeit, zu hoffen, dass das Schicksal jenen beiden Einsamen jemals Glück zubilligen könnte. Doch es ist von einer zauberisch anmutenden Schönheit, von einer Poesie wie man sie bei Prosatexten nur selten findet und es entführt den Leser in eine magische Welt, in der die Erkenntnis eines gemeinsam empfundenen Schmerzes mehr bedeutet und weit schöner ist als jede Aussicht auf Erfüllung.
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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Anpassung und Selbstverwirklichung, 8. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Rezension übernommen von: Kein Ort. Nirgends. (Broschiert)
Ein Buch, in das man sich hineinlesen muss, weil nicht von Anfang an klar ist, was Gedanken sind, und was wirklich gesagt wird. Dialoge, die sich im Kopf zu Monologen ausweiten. Ein Gespräch zwischen Menschen, die es nicht gewohnt sind, sich auf diese Art zu offenbaren. Wenn man etwas über die Zeit weiss, kann man das Buch in einem größeren Kontext fassen. Aber auch wenn man das nicht tut, bleibt die persönliche Art der Bekenntnisse nahegehend, ganz zeitlos. Weil die Frage zeitlos ist: Der Widerspruch zwischen Anpassung und Selbstverwirklichung. Bei zwei Charakteren, die so auf das Absolute zielen wie Günderode und Kleist, entsteht daraus eine Art von Leiden, das untröstlich ist. Sie wissen, dass sie den Preis zahlen werden für ihre Unbedingtheit, und sie wissen auch, dass sie es nicht ändern können. Dass sie mit offenen Augen dem Untergang entgegensteuern, macht ihre Tragik aus, dass es für sie keinen Ort gibt, wo ihre Träume, ihre Utopien Platz fänden, dass es vielleicht nur irgendwann eine Zeit geben wird, in der zu Bedeutung gelangt, was sie gedacht haben. Zu spät für sie, die zwischen die Zeiten gefallen, die verloren gegangen sind. Eine Art von Trauer, die eine Saite in mir berührt hat, die immer noch nachklingt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Im Hause Brentanos: Gesellschaftliches Leben und ihr Tod., 29. Juli 1999
Von Ein Kunde
Rezension übernommen von: Kein Ort. Nirgends. (Broschiert)
Kein Ort. Nirgends gibt den Raum vor. Ein Zusammentreffen das nie zustande kam: wie das der Karoline von Günderrode und Heinrich von Kleist: Nirgends und doch überall vollzieht es sich. Christa Wolf zeichnet in diesem Buch die Fäden nach, die das Verständnis zweier Menschen beziehungsweise das Selbstverständnis eines Jeden im Kontext der Anderen binden. Auf unfaßbare leichte Weise schwebt der Leser zwischen den Hauptpersonen im Kreise des Gastgebers Mertens und der geladenen bekannten Namen. Ein einfühlsames, skurriles aber nur allzu gut bekanntes Treffen von Blicken, von Gedanken, von Worten, von Haut und des Todes: die realen Schicksale der Inszenierten vollenden dieses Bild der Gesellschaftserfahrung. Interesse und Gleichgültigkeit reiben sich in diesem Geschehen und entfalten eine tiefgreifende wie entlarvende Szenerie. Was der Leser in den Kleist eingegebenen Gedanken lesen kann: Verhältnis - besser Nichtverhältnis - eines Subjektes zu seiner Umgebung, seiner verzerrten Spiegelung. Dieses Sujet bildet den Kern des finalen Dialoges der Günderrode und Kleist. So, daß das scheinbar unerhebliche Treffen in einer Liebe des Unverständnisses zweier Verstehender gipfelt. Nicht nur in der Außenwelt dieser Beiden, die in sich selbst verästelt scheinen, macht der Ursprung seiner Saat zu schaffen: "Die Welt tut, was ihr am leichtesten fällt: Sie schweigt." Dieses Verhängnis zu Erfahren und in seiner Zerfransung zu Verfolgen macht in diesem Buch den Leser zum Bluthund der eigenen Existenz. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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4.0 von 5 Sternen Mit Vorbehalt
Mit Vorbehalt
Winkel am Rhein, 1804, eine fiktive Begegnung zwischen Kleist und der Günderode, ferner anwesend: der Jurist Savigny, der von der Günderode hoffnungslos... Lesen Sie weiter...
Vor 10 Monaten von Bookmoth veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Mein Dichterort. Wo?
Christa Wolfs fiktive Begegnung zwischen Heinrich von Kleist und Karoline von Günderrode stellen im Werk der Autorin eine einmalige Auseinandersetzung über das Selbstverständnis... Lesen Sie weiter...
Vor 21 Monaten von buechermaxe veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Sprachgewandte Geschichte lesenswert verpackt.
Das Werk "Kein Ort.Nirgends" kam auch bei mir in der Schule nicht zu kurz. Zuerst denkt man wahrscheinlich "Oh Gott! Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 8. November 2006 von Vivien Struchala

5.0 von 5 Sternen Eine fiktive Begegnung der literarischen Art
"Kein Ort, nirgends" von Christa Wolf wurde mir eigentlich als Schullektüre sozusagen "aufgezwungen". Lesen Sie weiter...
Am 26. November 1999 veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Im Hause Brentanos: gesellschaftliches Leben und ihr Tod.
Kein Ort. Nirgends gibt den Raum vor. Ein Zusammentreffen das nie zustande kam: wie das der Karoline von Günderrode und Heinrich von Kleist: Nirgends und doch überall vollzieht... Lesen Sie weiter...
Am 29. Juli 1999 veröffentlicht

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