Leider bin ich nie so aufsässig gewesen. Vielleicht wollten meine Eltern, besorgt wegen meiner Bravheit, mich ein wenig anregen, gar aufstacheln, als sie mir das Buch schenkten... Tobby Tatze ist ein gar ungezogener Kerl. Er zerlegt seinen Wecker mit dem Dosenöffner, um herauszufinden, was drin steckt (und verschläft dann natürlich am nächsten Morgen), putzt sich die Zähne nicht, demoliert das Auto seines Vaters, spielt seinen Klassenkameraden Streiche und prügelt sich auf dem Schulhof. Am meisten aber haßt er es, von seiner Mutter geküßt zu werden. Dieses Buch handelt davon, wie er seiner Mutter endlich klarmachen kann, daß er nicht immerzu abgeschleckt wird. Es ist ein Buch über Katzen; deswegen arbeitet Tobbys Vater in einer Rattensalamifabrik, und es gibt Mäusemix, Heringskrusteln und gebackene Finkenmägen zum Frühstück. Und es ist ein (relativ frühes: 1974 erschienenes) Buch von Tomi Ungerer, und das garantiert neben einer herzzerreißend maunzigen Geschichte mit lauter widerborstigen Personen, pardon Katzen, vor allem wunderschöne Bleistiftzeichnungen. Schon auf dem Titelbild blickt Tobby Tatze richtig verärgert drein. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)