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Kein Krieg, nirgends: Die Deutschen und der Terror
 
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Kein Krieg, nirgends: Die Deutschen und der Terror [Gebundene Ausgabe]

Henryk M. Broder , Reinhard Mohr
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (22 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 214 Seiten
  • Verlag: Berlin Verlag (1. Januar 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 382700442X
  • ISBN-13: 978-3827004420
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 13,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (22 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 404.544 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Henryk Broders Buch kommentiert auf fulminante Weise die erschreckende Inkompetenz der kommentierenden Klasse in Deutschland, die flagrante Unfähigkeit, sich mit den neuen weltpolitischen Herausforderungen ernsthaft auseinanderzusetzen." (Reinhard Mohr)

Kurzbeschreibung

Seit dem 11. September, dem Tag des Terroranschlags auf das World Trade Center in New York, steht die Auseinandersetzung mit dem Geschehen und seinen tieferen Ursachen auf der Tagesordnung des öffentlichen Diskurses in Deutschland. Zunächst mit ungläubigem Staunen, später mit hellem Zorn, verfolgte Henryk Broder die Äusserungen dieser Debatte, den Stimmungswandel, der mehr und mehr den Amerikanern selbst das Geschehene zur Last legte. Ob auf Stammtischniveau oder in Gestalt politischer und letztlich auch philosophischer Analyse, ob in der Form eines plumpen Antiamerikanismus oder unter dem Deckmantel einer naiven Friedensbewegtheit, die Debatte entwickelte sich von ihrem Ausgangspunkt der Empörung über die Tat fort zu einer Anklage der USA, ihrer Politik, ihrer Lebensweise, die das eigentliche Geschehen, den terroristischen Angriff auf unschuldige Menschen, ganz aus dem Blick zu verlieren schien. Broders mit vielen Zitaten arbeitender Bericht ist eine Zustandsbeschreibung deutscher Befindlichkeiten in der Krise, die Reaktion eines genauen und ethisch hoch empfindlichen Beobachters auf die zum Teil grotesken Äusserungen des deutschen Zeitgeistes.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
67 von 81 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der Kauf dieses Buches war ein reiner Zufall,ich vermutete unter dem Titel ein pazifistisches Mahnbuch, was ich erhielt war der positive "Wahnsinn".
Ich ahnte nicht, dass in Deutschland so geschieben wird - BRODER ist unglaublich. Sachlich und angenehm spöttisch wird die Creme-de-la-creme der deutschen Bedenkenträger und PACE-Passivisten entlarft.
Ich habe das Buch bereits x-mal verschenkt und jedes Mal war die Reaktion gleich überwältigend.
Wer das Geschwafel und den unglaublichen Zynissmus der medialen Vordenker-Elite nicht mehr hören kann, ist mit BRODER Gegenbuch bestens bedient !!!
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56 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Zeitgeschichte! 22. März 2006
„Kein Krieg, nirgends" ist offenbar ein Buch das sich der Autor von der Seele schreiben musste. In wohl keinem anderen Land der Welt wurde über den 11. September, die Intervention in Afghanistan und den sich zum Zeitpunkt der Drucklegung abzeichnenden Irak-Konflikt so viel blühender Unsinn geredet und geschrieben wie in Deutschland. Ein Großteil der deutschen Intellektuellen, Prominenten, Feuilletonisten und „seriösen" Berichterstatter beurteilte die weltpolitische Lage so, als ob es keinen 11. September gegeben hätte und die Bedrohung durch den internationalisierten Terrorismus nicht real sei. Deutsche Kulturschaffende debattierten über die von den „phallischen" Twin Towers ausgehende Provokation und darüber, ob Hochhäuser an sich moralisch verwerflich seien, während am „Ground Zero" in New York die Bergungsarbeiten liefen und die Suche nach den für die Anschläge Verantwortlichen begann. Es folgte alsbald die moralische Distanzierung von den Opfern und der Versuch, die Motive der Terroristen, die 3.000 Menschen in den Tod gerissen hatten, nach Sozialpädagogen-Manier zu rationalisieren. Nüchternen Menschen musste der Eindruck entstehen, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der Deutschen komplett den Verstand verloren hatte. Henryk M. Broder ist einer der wenigen, welche die menschelnde Phrasendrescherei jener Tage nicht kommentarlos hinnehmen wollten. Das vorliegende Buch ist denn eine Auswahl aus dem „Pandämonium der unschuldigen Seelen" (Reinhard Mohr im Nachwort), die Broder mit spitzer Feder kommentiert und geraderückt. Herausgekommen ist ein Stück Zeitgeschichte, das gerade durch seine Opposition zum gesellschaftlichen Mainstream und erfrischende politische Unkorrektheit wie ein Befreiungsschlag gegen die allgegenwärtige Meinungsmache wirkt. „Kein Krieg, nirgends" ist eine glänzende Zusammenfassung der Symptome der gesamtdeutschen Massenpsyche, die sich in der Debatte nach dem 11. September in einer in der jüngeren Geschichte einmaligen Deutlichkeit zeigten.
Dabei setzt der Autor ein virtuelles Ich ein, auf das die Stilblüten der Drewermanns, Willemsens, Wickerts und Grass' im medialen Dauerfeuer nur so herunterregnen. Es gelingt diese „Kritik" als uralte antiamerikanische Ressentiments und typisch deutsche Urängste zu entlarven, bis der Autor im letzten Kapitel verstummt und die abstrusen Gedankengänge der geballten deutschen Intelligenz für sich allein stehen lässt.
Wer des ewigen antiamerikanischen Spins der deutschen Medien überdrüssig ist und fühlt, dass deren Berichterstattung weder sachlich ausgewogen noch objektiv, aber dafür unausweichlich ist, kommt an diesem Buch nicht vorbei. Er wird ein wunderbar ironisches Werk vorfinden, das zum Lachen reizt - zu einem herzhaften, befreienden Lachen.
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66 von 84 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Dieses Buch zu schreiben, war eine historische Notwendigkeit. Broder eröffnet einen erschreckenden Blick in einen Sumpf von Lüge, Dummheit, Arroganz und ideologischer Borniertheit. Viele deutsche Genossen Dichter und Denker und auch solche, die es gern sein wollen, haben ganz offenkundig aus der Geschichte nichts gelernt. Schon Lenin äußerte sich 1922 über ihre Vorgänger: „... muß ich feststellen, daß die sogenannten Gebildeten in Westeuropa ... unfähig sind, den derzeitigen Stand der Dinge und das derzeitige Kräfteverhältnis zu verstehen; diese Gebildeten müssen als Taubstumme angesehen werden...". Und Reiner Kunze äußerte 1979 über viele Westdeutsche (sicher auch viele, die Broder hier zitiert), daß sie nicht wissen, was sie haben und daß sie in anmaßender Weise urteilen, ohne sich zu informieren. Sie haben zwar inzwischen ihren „real existierenden Sozialismus in den Farben der DDR" (Honecker) oder auch das „Vaterland aller guten Deutschen" (Ulbricht) verloren, vielleicht sogar den Glauben an den zwangsläufigen Sieg des Sozialismus, ihre Glaubenssätze von Marx, Engels, Lenin, Stalin, Ulbricht, Mao u. dgl. aber noch fest im Köpfchen. Und so tauchen all die alten Bekannten aus den Marxismus-Seminaren und anderen „Rotlicht-Bestrahlungen" wieder auf: Lenins Gefasel vom Imperialismus, vom Klassenkampf u. dgl., Ulbrichts Beschimpfungen der „US-Imperialisten", sein Geschwätz vom „Weltfriedenslager", zu dem neben ihm selbst auch noch die „Friedensbewegungen der kapitalistischen Staaten", die „jungen Nationalstaaten" sowie die „nationalen Befreiungsbewegungen" gehörten, der alte Unsinn vom „friedensbedrohenden Zionismus" usw. Es fehlen eigentlich nur noch die „Bonner Ultras", aber die hatte man ja auch mit der Bundesregierung parat.
Interessant dabei ist, daß die Genossen Dichter und Denker plötzlich Lenins Denunziation der Religion als „Opium für das Volk" oder Ulbrichts dümmliche Behauptung, die Kirchen seien „kapitalistische Verdummungsanstalten", vergessen haben. Der Islam spielt offenbar als Religion im Sinne der Genossen Dichter und Denker eine andere Rolle als das Christentum, vor allem wohl, weil er inzwischen auch als Ersatzreligion für den Marxismus fungiert. Und Maos infames Gedicht „Der Tod des Feindes ist wie eine Flaumfeder - aber der Tod eines Genossen ist wie ein Tai-Berg." paßt auch ideal zu diesem Ungeist. Daß die Äußerungen der Genossen Dichter und Denker neben dem inzwischen abgestandenen sozialistischen Geschwätz auch noch ihren gehörigen Anteil am toskanischen Dummdeutsch haben, versteht sich von selbst. Und nach dem Prinzip, „daß nicht sein kann, was nicht sein darf", werden akrobatische Übungen vorgenommen, die selbst Walter Ulbricht, Albert Norden oder Kurt Hager in Erstaunen versetzt hätten. Der wahrlich profunde Islamkenner Salman Rushdie hatte nach dem Massenmord vom 11. September und den danach aufkommenden Diskussionen allerdings einen sehr einleuchtenden Standpunkt: "Ein solches Verbrechen zu entschuldigen, indem man die Politik der US-Regierung dafür verantwortlich macht, heißt, die Grundlage aller Moral zu leugnen: die Verantwortung des Individuums für seine Handlungen."
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