Mit diesem Buch ist Torey L. Hayden wieder ein grandioses Werk gelungen, das sich in seinen Formulierungen und Beschreibungen von den vielen Schicksalsromanen, die in den letzten Jahren den Markt überschwemmten, abhebt. Der Buchrückentext läßt die Schilderung der "Fälle von fünf Problemkindern" erwarten, im Laufe der ersten Seiten kommt aber noch ein sechstes Kind hinzu. Einfühlsam und ausführlich schildert Hayden die Situation von Dirkie, Mariana, Geraldine, Shamie, Shamona und Leslie. Sie berichtet von den Schwierigkeiten, die diesen Kindern im Alltag und in der Schule begegnen und mit denen sie ständig zu kämpfen haben. Die unterschiedlichen - vor allem psychischen - Behinderungen der Kinder werden dargestellt und die Probleme, diese Kinder in einer Klasse zu integrieren. Doch nie verliert Hayden das Kind selbst, seine eigene kleine Persönlichkeit, aus den Augen. Sie zeigt überzeugend auf, wie sie ihren Unterricht mit dem Ziel aufbaut, den Kindern mehr Selbständigkeit zu ermöglichen. Doch neben den Kindern gibt es noch eine weitere Person, um die sich Hayden im Laufe des Geschehens mehr und mehr kümmert: Ladbrooke, die Mutter von einem der Kinder. Ladbrooke erscheint eines Tages in der Schule, benimmt sich distanziert gegenüber der Autorin und scheint so gar nicht nahbar. Doch als sie sich anbietet, als ehremamtliche Hilfskraft, die ständig dringend gebraucht wird, in der Klasse mitzuarbeiten, brechen die ersten Mauersteine. Es entwickelt sich zwischen Hayden und Ladbrooke eine enge Verbindung, die beide mehr und mehr zu brauchen scheinen. Dabei stellt sich die glatte und distanzierte Erscheinung von Ladbrooke als Fassade und schließlich als ein Alkoholproblem heraus. Über Höhen und Tiefen ihrer Beziehung finden Hayden und Ladbrooke schließlich einen Weg aus der Sucht. Zu bemerken bleibt noch, daß der Leser im Nachwort Erfolge und weiteren Lebensweg von Ladbrooke und den Kindern erfährt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)