Kurzbeschreibung
TUMULT 37: Spätestens mit der Finanzkrise 2007, der die Wirtschaftskrise auf dem Fuße folgte, hat der Markt als ultima ratio aller gesellschaftlichen Wahrheitsansprüche durch die Allmachtphantasien des frei flottierenden Finanzkapitals seine Glaubwürdigkeit bei mehr als drei Viertel der Bevölkerung Europas und der USA endgültig verloren so belegen es die Umfragen aller gängigen Institute. TUMULT 37 verhandelt in Beiträgen prominenter, zeitgenössischer Autoren das Krisengeschehen unserer Tage. Die Beiträger versammelten sich dazu mit Bazon Brock zu einem »Konklave der Stiftung Schloss Neuhardenberg« und widmeten sich den Ungeheuern unserer Vorväter, indem sie auf der Suche nach den Urgewalten den BELOMOTH beschworen und nach dem LEVIATHAN angeln gingen. / TUMULT SCHRIFTEN ZUR VERKEHRSWISSENSCHAFT: Von feinsinnigen Kennern der Verkehrswissenschaften, der Philosophie, der Künste und des Genusses seit Jahrzehnten verehrt und bewundert, war TUMULT auf eine wechselvolle Reise durch die Hände zahlreicher Verlage gegangen und dabei vor den Augen seiner Liebhaber immer wieder verschwunden, wie ein märchenhaftes Gerücht. 1979 erstmals bei MERVE erschienen (Ausgabe 1 und 2), wurde TUMULT in den folgenden Jahren von BELTZ (Ausgabe 3 und 4), BÜCHSE DER PANDORA (Ausgabe 5 bis 8), BOER (Ausgabe 9 bis 15), TURIA + KANT (Ausgabe 16 bis 20), PHILO (Ausgabe 21 bis 28), DIAPHANES (Ausgabe 29 und 30) verlegt. Von 2006 bis 2010 erschien TUMULT im Alpheus Verlag des Berliner Schauspielers und Publizisten Hanns Zischler (Ausgabe 31 bis 36 Ausgabe 35 wurde bis Ende 2010 nicht veröffentlicht). Ab 2011 wird TUMULT wieder bei BÜCHSE DER PANDORA verlegt. Alle Ausgaben sind reich illustriert und von herausragenden Grafikern individuell gestaltet. Die trotz modernster Technik teils kunsthandwerkliche Fertigung verleiht den Heften zudem eine einzigartige Anmutung.
Über den Autor
Prof. em. Dr. Bazon Brock, geboren in Stolp/Pommern. Studium der Germanistik, Philosophie, Kunstgeschichte und Politikwissenschaften in Zürich, Hamburg und Frankfurt a.M.; parallel dazu Ausbildung und Tätigkeit als Dramaturg; 1957 erste Aktionslehrstücke. Bazon Brock ist emeritierter Professor für Ästhetik und Kulturvermittlung an der Bergischen Universität Wuppertal, an der er seit 1980 lehrte (Arbeitsschwerpunkt »Neuronale Ästhetik«, »Imaging Sciences«) und Mitbegründer der Forschungsgruppe »Kultur und Strategie« war. Weitere Professuren an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg im Fach Ästhetik (1965 1976) und der Universität für Angewandte Kunst, Wien (1977 1980). 1992 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Eidgenössisch Technischen Hochschule, Zürich; 2004 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse. Er entwickelte die Methode des »Action Teaching«, bei dem der Seminarraum zur Bühne für Selbst- und Fremdinszenierungen wird. Von 1968 bis 1992 führte er die documenta-Besucherschulen in Kassel durch, die er 1968 ins Leben gerufen hatte. 2009 folgte die Besucherschule zur Ausstellung »60 Jahre. 60 Werke« im Martin-Gropius-Bau Berlin. Er moderierte elf Jahre lang die Sendung »Bilderstreit Kunst im Gespräch« in 3sat. Rund 2000 Veranstaltungen, z.B. »Wa(h)re Kunst. Der Museumsshop als Wunderkammer« (seit 1994 in 18 Städten), »Lustmarsch durchs Theoriegelände« (2006, in elf Museen), »Tag der Weltzivilisierung« (24.11.2007 und 2008). Viele Gemeinschaftsaktionen mit Joseph Beuys, Nam June Paik, Friedensreich Hundertwasser und Wolf Vostell. Gegenwärtig wirkt er als Initiator der Ausbildung von Diplom-Bürgern, Diplom-Rezipienten, Diplom-Konsumenten, Diplom-Gläubigen und Diplom-Wählern an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (Rektor: Peter Sloterdijk). Institute: Labor für Universalpoesie und Prognostik, Büro für Evidenzkritik, Institut für theoretische Kunst, Institut für Rumorologie/Gerüchteverbreitung. Zuletzt veröffentlichte er: »Lustmarsch durchs Theoriegelände« (Buch & DVD, 2008).