Der Tod von Alastair Gilbert, einem hochrangigen Polizeibeamten, gibt Inspektor Kincard und Sergant Gemma James von Scotland Yard wieder einmal ein Rätsel auf. Wurde er tatsächlich von Einbrechern erschlagen, wie seine Frau Claire ihnen einzureden versucht? Oder muß sie nicht selbst zu den Verdächtigen gezählt werden, gerade wo bereits ihr erster Mann Opfer eines Verbrechens wurde? Vielleicht aber steckt auch einer der Männer dahinter, mit denen Claire eine Affäre hatte. Der Kreis der Verdächtigen wächst stetig an. Als Kincard und James schließlich ein Geständnis erhalten, hoffen sie, den Fall abschließen zu können - doch da sind sie leider im Irrtum.
Obwohl Deborah Cormbie von der Kritik oft mit Elisabeth George und Martha Grimes verglichen wurde - auch sie widmet sich als Amerikanerin dem Genre des klassischen, britischen Detektivromans -, ist sie in Deutschland vielerorts noch unbekannt. Zu Unrecht wie ich finde. Denn obwohl sich ihre Erzählungen im großen und ganzen ‚nur' um zwei Serienfiguren ranken - Inspektor Kincaid und Sergant James -, gelingt es ihr, ein komplexes Handlungsgeflecht und eine spannungsgeladene psychologische Dichte aufzubauen, die das Leben all ihrer Figuren miteinander verknüpft. Eine Tatsache, die meiner Meinung nach eindeutig für den literarischen Wert des Buches spricht. Vielleicht fehlt es ihren Romanen noch ein wenig an Atmosphäre, um den Leser vollends an die Lektüre zu fesseln, ansonsten ist jedoch alles vorhanden, was ein guter Krimi benötigt: ein mysteriöser Todesfall, verschiedene mehr oder weniger skurrile Verdächtige und eine gute Portion an Tragik und Romantik, die jedoch niemals zu melodramatisch wirkt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)