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Kein Feuer, das nicht brennt: Roman [Gebundene Ausgabe]

Rayk Wieland
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

14. März 2012
W. ist etwa vierzig Jahre alt und Reisereporter. Ungewöhnlich ist nur, dass er nicht reist. Seine Reportagen, die in der renommierten International Geographic Revue erscheinen, sind allesamt erfunden, aber sie kommen beim Publikum außerordentlich gut an. Als jedoch ein Text über Nordkorea von der diplomatischen Vertretung des Landes beanstandet wird, fliegt er auf und aus der Redaktion ...

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Kein Feuer, das nicht brennt: Roman + Ich schlage vor, dass wir uns küssen: Roman
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Kunstmann (14. März 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3888977487
  • ISBN-13: 978-3888977480
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 14,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 180.485 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Rayk Wieland, geb. 1965, studierte Philosophie und ist gelernter Reisereporter. Mehrtägige Reisen nach Jerusalem, Rom und Moskau. Mitherausgeber des dreibändigen Standardwerks »Öde Orte«. Zuletzt erschien von ihm »Ich schlage vor, dass wir uns küssen«. Er lebt in Hamburg.

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Kundenrezensionen

4.2 von 5 Sternen
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Imaginär reisen 14. Mai 2012
Von Volker M. TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Das ist mal ein hübscher Einfall: Ein Reisejournalist, der partout nicht reisen will und aus seiner ökologischen Nische Ostberlin heraus alle seine Reportagen erfunden hat. Nicht mal nach Westberlin traut er sich, nach dem Mauerfall 1989, und dabei ist es eben geblieben. 'Reisefreiheit ist immer die Reisefreiheit der anderen' lautet sein Lebensmotto, ein wenig weltfremd, aber eben doch in der Fremde zuhause. "Armchair Traveller" nennen die Briten solche Typen und dagegen ist auch nichts einzuwenden - wenn man kein Reisejournalist ist. Als W., dann einen Artikel über ein nobles Golfressort in Nordkorea erfindet, durchaus gut recherchiert und eloquent zu Papier gebracht, da beschwert sich der Botschafter des kafkaesken Wolkenkuckucksstaates offiziell beim Reisemagazin und W. verliert zunächst seinen Job und dann den Boden unter den Füßen. Der Reisephobiker muss nun doch verreisen, auf der Flucht vor den erwarteten Schlagzeilen scheidet er aus seiner Ostberliner Existenz. Er fliegt nach Shanghai und entdeckt nun die Welt, die er jahrelang so erlebnis- und detailreich beschrieb.

Nach dem Erfolgsroman "Ich schlage vor, dass wir uns küssen" ist dies der zweite Roman von Rayk Wieland und auch diesmal zeigt er ein Talent für geschliffene Dialoge und ironische Wendungen. Wieland hat einen ausgesprochen musikalischen Stil, man hört regelrecht die Satzmelodie klingen. Ein feines Hörbuch wird das werden! Seine Einfälle sind schräg, aber nie zu schräg, seine Assoziationen sind witzig und meistens auch entlarvend. W. verweigert sich der Realität und schützt sein Biotop mit allerhand mal raffinierter, mal kindischer Vermeidungstaktik, bis er dann gezwungen ist, Farbe zu bekennen. Dass er die echte Welt da draußen mit kindlicher Neugier und dem ironischen Blick des Zweiflers beobachtet, macht den Reiz dieses Buches aus. Man hat den Eindruck, dass er nichts wirklich Ernst nimmt. Aber wer will ihm das verübeln. Schließlich hat er viel gesehen in seinem Leben, von den Diamantbergen bis zu den Anden, vom Nashorn-Event in Simbabwe zum Weihnachtsmarkt-Surfen in Wien. Und China ist letztlich auch genauso, wie er es seinen Lesern schon immer vorgestellt hat.

Ein Lesevergnügen nicht nur für Reisemuffel.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ich reise, also bin ich 2. Oktober 2012
Von dadaxel
Format:Gebundene Ausgabe
Herr W. reist nicht gern. Er leidet nach eigenem Bekunden an "eklatantem Fernwehmangel", was ihn allerdings nicht daran hindert, sehr erfolgreiche Reisereportagen für ein Berliner Fachblatt zu schreiben: Mit Internet und Reiseführern bewaffnet verfasst er gut recherchierte Berichte über aller Herren Länder, ohne auch nur einen Fuß vor die Wohnungstür zu setzen. Das funktioniert lange Zeit reibungslos. Als er aber eine Hotelanlage mit Golfplatz in den nordkoreanischen Diamantenbergen all zu detailgetreu schildert, löst er damit diplomatische Verwicklungen aus. Das treibt ihn unfreiwillig erst in den Westteil Berlins (den er ansonsten doch konsequent umgeht), dann in die Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Korea (die sich als Hostel entpuppt) und schließlich gar zu seiner ersten echten Reise nach China, um zu entdecken, was er längst in einem Artikel beschrieben hat.

Rayk Wielands Herr W. sieht sich als "ein kleines Rädchen in der großen Verarschungsmaschine der Welt." Ein Reisereporter, der nicht reist, ist dabei das einprägsame Symbol unseres modernen Daseins: Wir meinen zu leben, doch medial wird uns ein wirkliches Leben nur vorgegaukelt mit vermeintlichen Könnern in Talente-Shows, künstlichem Käse auf industriellen Pizzen und anheimelndem Feuer im Monitor-Kamin. Die gewaltige Meinungsmaschinerie der Medien macht aus uns "Leute, die Eindrücke sammeln wie Existenzbeweise, wie Lebensbeteiligungszeugnisse". Herrn W. ergeht es dabei wie jedem anderen, der sich durch Verweigerung diesem Kräftefeld zu entziehen sucht: Er endet wie ein Aussteiger ohne Ausstieg.

Wieland hat einen rasant-unglaublichen Gegenwartsroman geschrieben, der mit Sprachwitz und lakonischen Einwürfen (z.B. "Tourismus und Terrorismus, die beiden größten Geißeln des Planeten") gut unterhält. Auch wenn er nicht der Versuchung erliegt, die Geschichte bis zur Bedeutungslosigkeit aufzublähen, hat das Buch am Ende ein paar Längen. Das Zwingende, der Schwung, die uns Herrn W. so sympathisch machten, scheinen schließlich aufgebraucht zu sein. Der Leser bleibt etwas ratlos zurück.

"Kein Feuer, das nicht brennt" ist mehr als nur eine burleske Komödie. Dieser Roman enthält neben seiner satirischen Darstellung der Gegenwart eine weitergehende Kulturkritik, die den Leser auffordert, eigenes Verhalten als ferngesteuert zu erkennen. Dabei gibt sich Wieland nicht der schwärmerischen Illusion hin, mit dieser Erkenntnis wäre der überall wirkenden Wertentfremdung zu entrinnen. Aber vielleicht ist doch schon etwas gewonnen, sich der Allmacht dieser Wirkungsmechanismen wenigstens bewusst zu sein.
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schade 10. April 2012
Format:Gebundene Ausgabe
ich wollte das Buch eigentlich mögen, es las sich auch gut an, der Reisereporter, der keiner ist, der sich alles ausdenkt, Nordkorea und die Handtasche, nur um die DDR nicht verlassen zu müssen, es hat mich nicht gestört, dass es immer wieder an Tilmann Rammstedts Kaiser von China erinnert, es hat eine ähnliche Melancholie und Nonchalance, aber dann schwappt das ganze leider immer mehr ungut ins Satirische, also etwas, was man man nicht mehr lesen kann und mag, diese seitenlangen Überlegungen zum digitalen Feuer in einer Bar in Peking, das taugt nicht mal mehr zur Metapher, schade, sagen wir so: gut gestartet, schwach verknistert.
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