Da die Autorin eigentlicher eher durch ihre einfühlsamen und doch renitenten Frauenbüchern bekannt ist, wollte ich erst gar nicht glauben, dass hier auch der Background für einen Krimi dahinter steckt - doch ich wurde eines Besseren belehrt.
Schon im ersten Roman Die Sau ruft" trifft man auf das Lesbenpaar, die Schwarze Witwe mit ihrer Hausamazone Nina (die Bezeichnungen stammen von der Autorin), die in der dörflich-bäuerlich-sturschädeligen Landschaft der Oststeiermark auf einem kleinen Bauernhof ein idyllisches Leben führen wollen - wenn ihnen nicht ständig dubiose Umstände in die Quere kämen, deren Aufklärung ihre Neugierde unumgänglich macht.
Auch im 2. Roman spielen Personen/Lebewesen aus dem bereits bekannten Erstwerk mit, so dass einem die Szene ungemein vertraut vorkommt - die im ersten Roman gerettete ver-rück-te Frieda mit ihren unsichtbaren Zwergen spielt ebenso eine wichtige Rolle, wie das damals gerettete Ferkel Olga, aus der mittlerweile eine stattliche 200-kg-Sau wurde.
Mit scharfem Wortwitz, ausgesprochenen Gemeinheiten gegen Männer, Politik und Kirche (die wohl Jeder schon durch den Kopf geschossen sind) gehen die beiden Protagonistinnen zur Aufdeckung eines Autounfalls zu Werke, der sich zwar am Ende doch nicht als Mord entpuppt, doch die Umstände, warum es dazu kam bzw. die Befreiung zwei unglücklicher Frauenseelen (in den Ausläufern der Inquisition) liegt in ihren Händen, die nicht nur einen Ziegenstall bauen können, sondern auch feinfühlig eine alte, edle Geige stehlen.
Rundum ein supergelungenes Buch für Frauen, die scharfen Wortwitz lieben und gerne mal so richtig über die Obrigkeit ablästern und herzhaft lachen wollen.