Fad ist es geworden was den klassischen Heavy Metal aus deutschen Landen anbelangt. Aber auch wenn sich heute inzüchtig jeder an Kopien von Kopien von Kopien vergeht so sollte man nicht aus den Augen (und schon gar nicht aus den Ohren) verlieren das die Hanseaten Helloween mit ihren beiden
"Keeper" Scheiben nicht nur national sondern weltweit Standards in Sachen Melodicspeedmetal abgeliefert haben die sie selbst auch nie wieder Toppen
konnten.Aber wie oftmals so ist hab ich nach jahrelanger Kiske-Abstinenz erst zum Erscheinen des dritten Teils der Saga (diesmal mit ex-Pink Cream 69 Sänger Andi Deris) den zweiten Teil durch den Player rasen lassen. Hätte ich wohl besser bleiben lassen, denn jetzt macht mir "Keeper 3" so gar keine Lust mehr.
Schon nach drei Minuten konnte ich nicht mehr an mir halten und musste die Luftgitarre auspacken und den Hansen/Weikath machen. Michael Kiske singt wie ein junger Gott und lässt an einigen Passagen sogar einen gewissen Herrn Dickinson schlecht aussehen. Das dieses Organ sich später vom Metal endgültig losgesagt hat ist ein schwerer Schlag für die Szene und wiegt Aufgrund seines Sangestalents eben doppelt so schwer.
Selten ein Scheibe aus Deutschland und ganz besonders aus diesem stilistischen Bereich, die so gar keinen Grund zur Bemängelung gibt. War bisher England der Nabel der Metalwelt und Amerika der Inbegriff dessen was angesagt ist, so ist es mehr als ein Wunder das ausgerechnet ein paar Buben
aus Hamburg die Diamanten in der Krone von König Hard ´n´Heavy zu sein schienen.
Na klar, die Produktion (von Victorys Tommy Newton) ist heute sicherlich nicht mehr aktuell aber trotzdem setzt sie die göttlichen Kompositionen perfekt in Szene. Blaupause ist der einzige Begriff der mir als richtig erscheint im Bezug auf dieses Prachtstück von einer fröhlichen Kindermelodienmetalscheibe.
Und wer noch nie fröhlich jauchzend den Vokuhila zu Liedern wie "Eagles Fly Free", dem superben "Dr. Stein" oder der Überhymne "I Want Out" geschüttelt hat, kann die 80er nicht begriffen haben. Quasi damals der FC Bayern München des Deutschen Metals. Wo andere sich stümperhaft an den großen Idolen aus den Brutstätten des Metals versuchten haben die Kürbisköpfe selbst die
Stärkste Konkurrenz (Accept, Victory....) meilenweit hinter sich gelassen. Legendenstatus hin, Sagengeplänkel her. Diese Scheibe ist ein Pflichtkauf für alle die mit klassischem Metal etwas anfangen können und wissen wollen warum der reifere Metaller über Wiederkäuer der Marke Hammerfall nur müde lächeln können.
Ich möchte nicht mehr lange um den heißen Brei herumreden: Nie zuvor und auch niemals danach ist eine vergleichbar gute, fröhliche, eingängige und bewundernswerte Scheibe Metal aus Deutschland veröffentlicht worden. Die "Keeper" Alben sind Pflicht für Heavy Metal Fans und es gibt keine, KEINE, Entschuldigung für ein Nichtwürdigen dieser Meilensteine.